Bodensee

Neuseeländer gewinnen Match Race Germany

Weltmeister Adam Minoprio und sein Team ETNZ / BlackMatch Racing als Sieger auf dem Bodensee

Johannes Erdmann am 25.05.2010

Zwei Match-Race-Yachten vom Typ Bavaria 35 Match treffen auf einen Ausflugsdampfer

Die fünftägige Profiserie ging am Pfingstmontag ohne Finale zuende. – Nach spannenden Duellen bei leichten bis mittleren Winden ließ eine anhaltende Flaute den letzten Lauf platzen.

Doch der Deutsche Grand Prix bekam trotzdem würdige Sieger: Weil die Neuseeländer in der Vorrunde Platz zwei, ihr Finalgegner Jesper Radich aber nur Platz sechs belegt hatte, konnten die Kiwis auch ohne Finale gekürt werden — und gewannen 10.000 Euro Preisgeld.

Sieger Adam Minoprio, der im Halbfinale den australischen Vizeweltmeister Torvar Mirsky und dessen Team Mirsky Racing 2:1 besiegt hatte, kommentierte: „Wir haben hier in den vergangenen zwei Jahren immer den Einzug in die Viertelfinalrunde verpasst. Jetzt hat es mit dem Sieg geklappt. Ich denke, wir fangen nun an, das Match Race Germany zu mögen.“

Platz zwei und 8000 Euro sicherten sich bei ihrem erfolgreichen Comeback nach zweijähriger Matchrace-Pause Zuschauerliebling Jesper Radich und sein Team Radich Racing. Nach Siegen in Deutschland in den Jahren 2002 und 2003 stahl jedoch der Wind Radich am Pfingstmontag die Chance, um seinen dritten Titel im deutschen Matchrace-Klassiker zu kämpfen. Doch er nahm die Flaute mit Gelassenheit: „Ich bin hier von den Fans so begeistert empfangen worden, Kinder haben mir kleine Steine geschenkt, auf die sie Anfeuerungen und Grüße geschrieben haben. Ich habe ihnen versprochen, dass wir unser Bestes geben werden. Leider hat der Wind das nicht getan“.

Dritter wurden der Franzose Mathieu Richard und sein French Match Racing Team, die damit auch nach dem zweiten von zehn Weltmeisterschaftsläufen der ISAF World Match Racing Tour die Tourwertung mit 40 Punkten vor Titelverteidiger Adam Minoprio (33 Punkte) und Neueinsteiger Jesper Radich (20 Punkte) anführen.

Zwölf Teams aus insgesamt neun Ländern waren am 20. Mai in das 13. Match Race Germany gestartet. Auf der Jagd nach 50.000 US-Dollar Preisgeld, Sachpreisen im Wert von 10.000 US-Dollar und wertvollen 100 Punkten für die WM-Wertung war das Match Race Germany der zweite WM-Lauf unter dem Dach der ISAF World Match Racing Tour 2010.

Die Welttour wird im Juni mit dem Korea Cup fortgesetzt, endet im Dezember 2010 mit dem Monsoon Cup in Malaysia und der Krönung der neuen Weltmeister. Tour-Direktor Craig Mitchell sagte bei der Siegerehrung in Langenargen: „Die Arbeit mit dem erfahrenen Team der 13. Auflage des Match Race Germany ist ein Vergnügen. Die traditionsreiche Veranstaltung wird immer gut organisiert und hat zuverlässige Partner. (Es) ist ein Höhepunkt der Tour-Saison.“

Zufriedener Sieger: Adam Miniprio vom Team ETNZ / BlackMatch Racing

Das einzige deutsche Team hat sich mit zwei Siegen bei der ersten Teilnahme einer Steuerfrau überraschend gut verkauft. Kathrin Kadelbach und ihre Taktikerin Ulrike Schümann vom Verein Seglerhaus am Wannsee in Berlin konnten als Amateurinnen bei ihrer Premiere in der Weltliga der Profiteams auf den Yachten vom Typ Bavaria 35 Match immerhin den schwedischen Weltranglisten-Achten Björn Hansen und Matchrace-Europameister Mats Ebler aus Dänemark schlagen. „Wir sind glücklich und stolz, dass wir hier dabei sein durften“, sagte Kathrin Kadelbach, die sich neben der Olympia-Vierten Ulrike Schümann noch drei Männer zur Verstärkung ins Boot geholt hatte. „Wir haben eine Lernkurve so steil wie ein Felsen absolviert und würden mit diesen Erfahrungen jetzt am liebsten noch einmal neu durchstarten“, fasste Ulrike Schümann die vergangenen Tage zusammen, „das Niveau war hier enorm hoch und für uns eine riesige Herausforderung. Es hat aber viel Spaß gemacht, gegen so ein Weltklassefeld antreten zu dürfen.“

„Wir sind ein bisschen erschöpft, aber überglücklich“, erklärte Veranstalter Eberhard Magg am Ende des Deutschen Matchrace Grand Prix, „für den Erfolg des Match Race Germany haben in diesem Jahr 195 ehrenamtliche Helfer, 50 Partner und Sponsoren, herausragende Segelsportler, der Yacht-Club Langenargen und unser Team gebürgt — eine tolle Leistung!“

Mehr als 35.000 Besucher haben den deutschen Matchrace-Klassiker an fünf Tagen besucht. Allein am Pfingstsonntag strömten rund 15.000 Menschen in den Hafen von Langenargen. Auch unter den Partnern und Sponsoren der führenden deutschen Matchrace-Regatta herrschte Begeisterung. Veranstalter Harald Thierer zeigte sich erfreut: „Wir blicken sehr optimistisch in die Zukunft und denken, dass der nächste Schritt zur Partnerschaft mit einem Titelsponsor jetzt möglich sein wird. Wir haben am Rande des Match Race Germany sehr vielversprechende Gespräche mit Entscheidungsträgern geführt.“

Endergebnis Match Race Germany 2010:

1. Adam Minoprio (NZL)
2. Jesper Radich (DEN)
3. Mathieu Richard (FRA)
4. Torvar Mirsky (AUS)
5. Ian Williams (GBR)
6. Peter Gilmour (AUS)
7. Magnus Holmberg (SWE)
8. Paolo Cian (ITA)
9. Ian Ainslie (RSA)
10. Mads Ebler (DEN)
11. Kathrin Kaddelbach (GER)
12. Bjorn Hansen (DEN)

Johannes Erdmann am 25.05.2010

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