126. Kieler Woche

Nachtschicht

Die 126. Kieler Woche neigt sich ihrem Ende zu: Während sich die Olympioniken hochkarätige Wettkämpfe liefern, lockt die Seesegler das Silberne Band

Tatjana Pokorny am 11.09.2020
126. Kieler Woche 2020
Kieler Woche Sailing

Am Freitagabend ging es auch für die Crews der Bestenermittlung in der Dehler 30 od auf die Langstrecke über Nacht

Der letzte Kieler-Woche-Akt der Seesegler hat mit prächtigem Gennaker-Start der Regatta um das Silberne Band in der Kieler Innenförde begonnen. Am Freitagabend wurden die Yachten auf die Langstrecke durch die Nacht geschickt. Während die ORC-Yachten den langen Kurs durch den Svendborgsund nehmen und nach 134 Seemeilen erst am späten Samstagnachmittag in Kiel zurückerwartet werden, könnten die acht Teilnehmer in der Division Dehler 30 od bereits am Vormittag zurück sein, denn sie nehmen die rund 40 Seemeilen kürzere Runde bis nach Lyö.

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Start zum Silbernen Band in der Innenförde

Wettfahrtleiter Ralf Paulsen hatte die Crews  am Abend gelobt: „Wie schon beim Senatspreis haben sich alle am Start zurückgehalten, sodass es keine Probleme gab.“ Insgesamt haben knapp 50 Yachten Kurs auf die Dänische Südsee genommen, womit die Flotte im Vergleich zum Senatspreis noch einmal gewachsen ist. Segler und Beobachter erwarten, dass sich das Feld der nach ORC- und Yardstick vermessenen Yachten weit auseinanderziehen wird. Eng dagegen dürfte es bei den Dehlers zugehen. Designer und Teilnehmer Kalle Dehler erklärte: „Das hat sich schon zum Senatspreis gezeigt. Nach 45 Seemeilen Rennstrecke sind alle innerhalb weniger 100 Meter durchs Ziel gegangen.“ So wünschen es sich die Einheitsklassen-Fans.

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Robert Stanjek und Morten Bogacki vom Offshore Team Germany

Baltic 500 2020

Kalle Dehler

Dass dabei Fehler oft deutlicher abgestraft werden, musste Kalle Dehler auch selbst erfahren: „Wir lagen im Senatspreis zwischenzeitlich in Führung, haben dann zwei Gennakermanöver verpatzt und hatten das Tuch am Ruder.“ Als Fünfter der Senatspreis-Wertung will er nun mit Sohn Thomas Dehler im Kampf um das Silberne Band erneut angreifen: „Wir sind vor dem Start noch einmal trainieren gegangen, um die Abstimmung zu verbessern. Auch Robert Stanjek, der 2012 mit Starboot-Vorschoter Frithjof Kleen bei den Olympischen Spielen auf Platz sechs segelte, will im Silbernen Band mit Minitransat-Ass Morten Bogacki nach Platz zwei im Senatspreis Gas geben und hatte dafür im Vorwege Verbesserungspotenzial ausgemacht: „Die Amwind-Performance stimmt noch nicht. Da müssen wir noch die richtige Einstellung finden.“ Den möglichen Sieg im Senatspreis hatte die Mannschaft allerdings unter Gennaker verloren: „Wir lagen in Führung, einer ist ausgeschert und davongefahren. Den haben wir dann auch nicht mehr eingeholt.“ Erfolgreich ausgebrochen waren Cammilla Hoesch und Joshua Weber, die nach der ersten Wettfahrt folgerichtig die Führung in der Dehler-30-od-Bestenermittlung übernommen hatten.

Hier geht es zu den Ergebnissen des Senatspreises und ab Samstagnachmittag dann auch zu den Ergebnissen für das Silberne Band sowie zu allen weiteren Kieler-Woche-Resultaten.

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Tina Lutz und Susann Beucke: "Hartnäckigkeit sticht Talent und Genie."

Parallel zum Geschehen auf den Seebahnen setzten die Olympiasegler ihre Wettfahrten in der Strander Bucht fort. Dort geht das Duell zwischen zwei deutschen 49erFX-Crews um nur eine Olympiafahrkarte am Wochenende in die finale Phase. Am zweiten Tag konnten sich die führenden Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee Yacht-Club/Norddeutscher Regatta Verein) mit einer erneut souveränen Vorstellung von ihren Rivalinnen Vicky Jurczok/Anika Lorenz absetzen und auf Platz zwei hinter den amtierenden Weltmeisterinnen Tamará Echegoyen und Paula Barceló vorrücken. Jurczok/Lorenz fielen trotz eines Tagessieges auf Platz zehn zurück. „Wir haben bewusst sehr, sehr hart trainiert und spulen gut runter, was wir die letzten Monate einstudiert haben.“ Heiter reagierte Tina Lutz auf die Frage, was ihre Crew nach harten Jahren und zwei vorherigen Niederlagen bei Olympia-Ausscheidungen motiviert habe, sich der großen Herausforderung ein drittes Mal zu stellen: „Hartnäckigkeit sticht Talent und Genie. Darauf hoffen wir. Wir haben uns festgebissen. Aber es kommen noch zwei Tage.“

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Man sieht ihnen schon an, dass der Druck nach den bislang souveränen Leistungen vor Kiel nachlässt: die 49erFX-Seglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke in ihrem Element

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Victoria Jurczok und Anika Lorenz im Kieler-Woche-Einsatz

Schnell und stark präsentierten sich am zweiten Tag der olympischen Halbzeit der Kieler Woche die Lokalmatadoren Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer vom Kieler Yacht-Club. Die foilende Mixed-Katamaran-Crew wusste in den vier Rennen des Tages mit selbstbewussten Starts zu überzeugen. Vor allem aber hatten sie in den erfolgreichsten Wettfahrten die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit der Topakteure vorzuweisen. Eine unglückliche Kenterung im dritten Rennen des Tages verhinderte die sogar mögliche Gesamtführung der Norddeutschen. Am Samstag starten Kohlhoff/Stuhlemmer im Blauen Trikot der Zweitplatzierten hochmotiviert in ihr Wochenendfinale. Nur ein Punkt trennte den 25-jährigen Steuermann und seine 22-jährige Vorschoterin am Freitagabend noch von den mehrfachen italienischen Weltmeistern Ruggero Tita und Caterina Banti (20 Punkte) an der Spitze der Weltklasseflotte der rasenden olympischen Zweirumpfer. Hinter Kohlhoff/Stuhlemmer (21 Punkte) lauern die Briten John Gimson/Anna Burnet (23 Punkte) und auf Platz vier die sehr erfahrenen österreichischen Titelverteidiger Thomas Zajac und Barbara Matz (27 Punkte).

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Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer bretterten am Freitag mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 23 Knoten über den Nacra-17-Kurs

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So wie diese Auswertung sieht es bei Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer in den Analysen bei der Kieler Woche des Öfteren aus: Das Duo segelt mit der schnellsten Durchschnittsgeschwindigkeit die längste Strecke

Im 49er blieben die beiden besten deutschen Skiff-Crews mit jeweils einem Tagessieg am Führungstrio dran: Tim Fischer/Fabian Graf (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee) und Erik Heil/Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein) lagen nach sieben Qualifikationsrennen auf den Plätzen vier und sechs. Laser-Weltmeister Philipp Buhl genießt seine erste Kür seit dem größten Erfolg seiner Segelkarriere im Februar noch mit wechselndem Resultaten, liegt nach sechs Qualifikationsrennen auf Platz sechs. Der Allgäuer hat aber wie Erik Heil und Thomas Plößel im 49er bereits alle Qualifikationshürden für die zweite Olympiateilnahme genommen und steht vor Kiel nicht mehr unter Druck wie andere aus vielen Nationen, die noch um ihre Olympia-Fahrkarten ringen. Zweimal glänzen konnte am Freitag Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger, die zwei zweite Ränge im Weltklassefeld mit den Rängen 20 und 16 kombinierte und auf Platz zwölf vorrückte. Vor ihr konnte sich nach bislang sieben Rennen Hannah Anderssohn vom Warnemünder Segel-Club auf Platz acht platzieren. Angeführt wird das Frauenfeld der Soloseglerinnen von der einmal mehr überragend agierenden Olympiasiegerin Marit Bouwmeester aus den Niederlanden.

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Laser-Weltmeister Philipp Buhl in seinem Element

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Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger positioniert sich

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