Youth America's Cup

Nach Todesfall: STG zieht Team zurück

Das Sailing Team Germany reagiert auf den tödlichen Unfall im America's Cup und zieht sein Youth America's Cup Team vom Wettbewerb zurück

Tatjana Pokorny am 10.05.2013
America's Cup

Nach dem verheerenden Trainingsunfall von Artemis Racing, bei dem Andrew Simpson ums Leben kam, zieht STG sein Youth-America's-Cup-Team vom Wettbewerb zurück

Der tödliche Trainingsunfall von Andrew "Bart" Simpson im America's Cup hat auch in Deutschland Konsequenzen. Das Sailing Team Germany zieht sein Youth America's Cup Team zurück. "Wir können und wollen es nicht verantworten, eine junge Mannschaft dort hinzuschicken. Der Tod eines Seglers ist dafür schon Grund genug", sagte STG-Gründer Oliver Schwall am Freitag. "Außerdem empfinden wir unsere Entscheidung als wichtiges Zeichen nach dem Unglück. Die müssen endlich einmal anfangen nachzudenken."

Oliver Schwall: "Ein toter Segler ist Grund genug für den Rückzug."

Zwar wird der Youth America's Cup genau wie die America's-Cup-Weltserie auf kleineren Katamaranen vom Typ AC45 ausgetragen, doch auch diese "Miniatur-Modelle" sind schwer zu bändigende Rennboliden. Zudem gehen die jungen Nachwuchsteams mit deutlich weniger Erfahrung an den Start als die Profis. "Bis zum Youth America's Cup sollte es ursprünglich noch viele Trainingseinsätze geben, die inzwischen auf vielleicht zehn Wassertage zusammengeschmolzen sind. Das reicht uns einfach nicht für eine solide Vorbereitung", sagte Schwall YACHT online. 

Die Skipper des deutschen Teams, Philipp Buhl und Erik Heil

Skipper Philipp Buhl: zur Laser-EM statt zum Youth America's Cup

Das deutsche Youth America's-Cup-Team hatte sich zu Jahresbeginn mit sehr guten Ergebnissen als Gruppen-Erster für die Finalrunde im America's-Cup-Revier vor San Francisco qualifiziert. Gespräche mit möglichen Partnern und Sponsoren für den Einsatz auf der Segel-Weltbühne liefen bereits auf Hochtouren. Nun ist der Traum der jungen deutschen Segler vom Auftritt im America's Cup geplatzt. Skipper Philipp Buhl sagte: "Es ist eine Riesenkatastrophe, dass ein Segler im America's Cup ums Leben gekommen ist. Wir sind alle sehr betroffen. Wir glauben zwar, dass die Risiken beim Segeln mit den AC45-Katamaranen wesentlich geringer sind, akzeptieren aber die Entscheidung." Buhl wird stattdessen nun doch bei der Laser-Europameisterschaft seinen Titel verteidigen.

Das Sailing Team Germany setzt mit seiner Entscheidung ein klares Zeichen: Das Streben nach "höher, weiter, schneller" muss auch Grenzen haben.

Tatjana Pokorny am 10.05.2013

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