Route du Rhum

"Moin, Jungs und Mädels! Schöne Grüße vom Atlantik!"

"Malizia 2 – Yacht Club de Monaco"-Steuermann Boris Herrmann und "Iskareen"-Skipper Arnt Bruhns hatten einen guten Tag auf See. Was sie selbst dazu sagten…

Tatjana Pokorny am 08.11.2018
Route du Rhum 2018
Jean-Marie Liot

Boris Herrmanns "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco"

Route du Rhum 2018

Es läuft gut für Boris Herrmann

Am vierten Tag der Route du Rhum hat sich Boris Herrmann bei seinem ersten Imoca-Solorennen mit seiner "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" Rang zwei erkämpft! Am Abend hatte der Wahl-Hamburger, der im November 2020 wie auch Jörg Riechers als erster Deutscher in die Solo-Weltumsegelung Vendée Globe starten will, Rang zwei erkämpft und seinen Rückstand auf Spitzenreiter Alex Thomson auf rund 50 Seemeilen reduziert. Für die Separation von "Hugo Boss" und den weiteren Top-Booten hat Herrmann mit härteren Begleitumständen bezahlt. "Die anderen haben Champagner-Bedingungen und nicht die starken Winde, mit denen ich es die ganze Zeit zu tun habe", sagte der 37-Jährige.

Route du Rhum 2018

Boris Herrmanns "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" lag am Abend des vierten Tages auf See auf Rang 2

Gleichzeitig kämpft der gebürtige Oldenburger wie auch seine Gegner täglich mit technischen Herausforderungen. "Es sind jeden Tag ein paar Probleme", resümierte Herrmann "gestern war es das kaputte Fock-Vorstag. Am Tag davor hatte ich ein Problem mit dem Deflektor vom Backstag. Gemeinsam mit Yann Eliès war ich am ersten Tag in der Front-Falle gefangen. So habe ich also jeden Tag einige Meilen verloren. Schritt für Schritt habe ich dann seit gestern Abend einen neuen Kurs gefunden. Jetzt optimiere ich die Route nur noch für mich selbst. Es ist ein anderer Kurs als der der Führenden. Ich hatte erwartet, dass auch sie etwas weiter westlich segeln würden. Ich segele einfach das, was mir in Bezug zu meiner Position am schnellsten erscheint."

Boris macht Druck nach vorn! Für den Wahl-Hamburger geht es im Kampf um eine Top-Platzierung in der Imoca-Klasse flott voran. Der "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco"-Skipper attackierte am Donnerstagabend sogar Spitzenreiter Alex Thomson auf "Hugo Boss"

Weiter berichtete Herrmann, der angesichts seiner guten Position nun auch von der Presseabteilung der Organisatioren deutlicher wahrgenommen wird: "Die täglichen Probleme sind ein gutes Training für die Vendée Globe. Das stresst mich nicht besonders. Ich habe etwas Wasser nahe der Elektronik entdeckt. Mein Lazy-Jack ist kaputt, und ich habe ein kleines Loch im Großsegel." Insgesamt jedoch sei sein Boot in Ordnung, so Herrmann. Er zeigte sich zufrieden, dass er sämtliche Probleme bislang aus eigener Kraft habe beheben können. Unzufrieden sei er nur, weil er jedes Mal Zeit verliere. Nach Herrmanns Rechnung haben ihn die Reparaturen bislang rund 100 Seemeilen gekostet. Daraus aber könne er sehr viel lernen.

Sein Ausblick für die kommende Zeit fiel am so erfolgreichen vierten Tag auf See gemischt aus. Gute Position, ja. "Aber das vorausliegende Hoch ist ein bisschen gefährlich", weiß Herrmann, "die anderen im Osten bewegen sich auf eine gute Passatwind-Position zu. Doch nach den Passatwinden werden sie auf Kurs Guadeloupe Gegenwind haben. Ich versuche mich, etwas näher an der Rhumbline zu positionieren – damit ich einen besseren Winkel habe, wenn ich aus den Passatwinden herauskomme. Ich beobachte das Hochdruckgebiet. Gestern sah es ziemlich gut aus. Heute wirken die Modelle etwas weniger sicher, was die Entwicklung und die Bewegung angeht."

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"Iskareen"-Skipper Arnt Bruhns

Nicht nur Boris Herrmann liegt bei der elften Auflage des Transatlantik-Klassikers gut im Rennen. Auch der Hamburger Amateur-Steuermann Anrt Bruhns hatte einen erfolgreichen Tag zu verzeichnen und sich inzwischen sogar auf Rang 21 vorgearbeitet. Der "Iskareen"-Steuermann greift die Top 20 an – unaufgeregt, wie es sein Stil ist. Seine in einem Video-Clip übermittelten flotten Segelbilder mit Geschwindigkeiten von fast 18 Knoten kommentierte Bruhns nur mit einem Satz: "Moin, Jungs und Mädels! Schöne Grüße vom Atlantik!"

Respekt! Der Hamburger Amateur-Skipper hat sich auch am Donnerstag im Klassement weiter vorgearbeitet, rückte auf Rang 21 vor und attackiert die Top 20

Für die Konkurrenz auf See bleibt an diesem Tag festzuhalten: François Gabart führt das Feld mit seinem Ultime-Trimaran "Macif" weiter souverän an und hat bereits die Hälfte des Kurses absolviert. Vor Verfolgerin "Idec Sport" mit Francis Joyon hat sich Gabart einen Vorsprung von mehr als 120 Seemeilen erarbeitet. Für den "Golden Boy" und schnellsten Solo-Weltumsegler läuft es wieder einmal prächtig.

Hier geht's zum Live-Tracker und den Zwischenpositionen.

Route du Rhum 2018

Bislang alles im Griff: "Golden Boy" François Gabart scheint auf "Macif" einmal mehr alles richtig zu machen

Route du Rhum 2018

Auf und davon: François Gabart enteilt der Route-du-Rhum-Flotte auf "Macif"

Tatjana Pokorny am 08.11.2018

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