YACHT MdM

Meisterlicher Heimsieg in Hamburg

Lokalmatador Max Gurgel und seine Crew haben die 35. YACHT Meisterschaft der Meister gewonnen – ein Sieg für die Gastgeber und die Seesegler

Tatjana Pokorny am 26.10.2014
35. YACHT Meisterschaft der Meister 2014

Vor Hamburger Kulisse: Die spannenden Finalrennen mit dem Fernsehturm im Hintergrund

In der Geschichte der YACHT Meisterschaft der Meister konnten sich kaum einmal Seesegler gegen die Armada erfolgreicher Olympioniken und die Besten der internationalen Segelklassen durchsetzen. Max Gurgel, sein Bruder Karl Gurgel und Thorben Strube haben das bei der 35. Auflage der deutschen Kultregatta geändert. Die Allround-Talente vom gastgebenden Hamburger Segel-Club setzten sich in zwei spannenden Regattatagen gegen ein starkes Favoriten-Quartett und viele weitere namhafte Starter durch.

35. YACHT Meisterschaft der Meister 2014

Enge Duelle wie in dieser Szene gab es in fast allen Rennen

Platz zwei sicherte sich im Krimi-Finale direkt vor den HSC-Stegen Deutschlands Segler des Jahres: Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee Immenstadt fuhr mit Michael Zittlau und Oltmann Thyen zum zweiten Mal in Folge knapp am Sieg beim Saisonfinale Deutschlands bester Segler vorbei. Den dritten Podiumsplatz sicherte sich der Deutsche H-Boot-Meister Lars Bähr aus Berlin mit Dino Grobe und Urs Wihlfahrt.

35. YACHT Meisterschaft der Meister 2014

Segelte lange Zeit auf Siegkurs, musste sich im Finale der besten drei Teams aber nach einer Protestentscheidung mit Platz zwei zufriedengeben: Deutschlands Segler des Jahres Philipp Buhl mit Michael Zittlau und Oltmann Thyen im Boot

"Wir sind happy und gehen jetzt auch gestärkt in die Bundesliga-Relegation am 8. und 9. November in Hamburg", sagte Steuermann Max Gurgel nach dem Finale der besten drei Mannschaften, die sein Team beide gewinnen konnte. "Es war ein etwas verrücktes letztes Rennen. Insgesamt hat sicher unsere Alster-Erfahrung eine mitentscheidende Rolle gespielt. Wir sind seit vielen Jahren in diesem Segel-Stadion auf der Alster unterwegs und kennen die Setups bei unterschiedlichen Windbedingungen aus dem Effeff."

35. YACHT Meisterschaft der Meister 2014

Als beste Steuerfrau segelte Svenja Weger (rechts) mit ihrem Team auf Platz fünf in der Meisterflotte

Philipp Buhl haderte kurz mit einer Jury-Entscheidung am Start, war dann aber mit dem insgesamt guten Ergebnis doch versöhnt. Der WM-Vierte im Laser aus Sonthofen sagte: "Wir hatten ein erfolgreiches Wochenende. Es ist ein bisschen schade, dass es so zu Ende geht, aber dann versuchen wir es im nächsten Jahr eben wieder."

Im zweiten Finalrennen hatten sich nur wenige Meter von den Zuschauern an Land entfernt packende Szenen auf dem Wasser abgespielt. Der drittplatzierte Lars Bähr, der zwischenzeitlich sogar in Führung gegangen war und auf Siegkurs segelte, bevor ihn wie auch Philipp Buhl eine Protestentscheidung zum Strafkringel zwang, zog danach ebenfalls eine gemischte Bilanz: "Die Protestentscheidungen im letzten Rennen waren leider ausschlaggebend. Da war die Jury anderer Meinung als wir. Aber wir haben nicht mit der Finalteilnahme gerechnet und können mit Platz drei sehr zufrieden sein."

Eine Vorentscheidung war bereits in der Vorschlussrunde gefallen, als gleich drei co-favorisierte Teams in einer Gruppe gegeneinander antreten mussten. Die beiden Durchgänge dieses Triple Race zwischen den Crews des fünfmaligen MdM-Siegers Wolfgang Hunger, Philipp Buhl und dem Olympia-Elften Tobias Schadewaldt lieferten sich einen spannenden Schlagabtausch. Das erste Rennen hatte Philipp Buhl gewonnen. Im zweiten Rennen hatte die Wettfahrtleitung einen Frühstarter angezeigt. Irrtümlich war Wolfgang Hunger zur Linie zurückgekehrt, doch er war gar nicht gemeint. Schließlich kehrte auch der tatsächlich gemeinte Tobias Schadewaldt zur Startlinie zurück. Damit war die Bahn frei für das Team von Philipp Buhl, das ungestört davonziehen und auch das zweite Rennen für sich entscheiden konnte. Der mitfavorisierte Deutschen Vereinsmeister vom Norddeutschen Regatta Verein war nach starken Leistungen in Vor- und Zwischenrrunde im Halbfinale überraschend ausgeschieden. Ein einziges holpriges Rennen kostete Steuermann Carsten Kemmling und seine Crew die Finalteilnahme.

Beste Steuerfrau der 35. Auflage des Hamburger Herbstgipfels war Svenja Weger mit Chiara Steinmüller und Luisa Schumann im Boot. Die Laser-Radial-Steuerfrau hatte die beliebten, für sie aber neuen Sportboote vom Typ J 27 nach etwas unbeständigem Auftakt schnell gut im Griff, qualifizierte sich mit ihrem Sieg im spektakulären Dimension-Polyant Night Cup für die Finalrunden am Sonntag und segelte in der Vorschlussrunde mit starken Leistungen bis auf Platz fünf hinter Laser-Steuermann Tobias Schadewaldt vom Norddeutschen Regatta Verein. Mit Platz sechs musste der fünfmalige MdM-Sieger Wolfgang Hunger nach einem ebenfalls umstrittenen Strafkringel im kleinen Finale zufrieden sein. Damit bleibt der in diesem Jahr nicht angetretene neunmalige Eissegel-Weltmeister und America’s-Cup-Steuermann Karol Jablonski mit seinen sechs MdM-Siegen mindestens ein weiteres Jahr Rekordsieger der Regatta für Deutschlands beste Segler.

Die Sieger der 35. Auflage wurden am späten Sonntagnachmittag in Halle B1 der Hamburger Bootsausstellung in der Hanseboot-Arena gefeiert und mit dem Hanseboot-Pokal geehrt. Zwei Tage lang hatten sich 22 nationale, Europa- und Weltmeister mit ihren Crews auf Sportbooten vom Typ J 70 packende Kämpfe um die Krone im deutschen Segelsport geliefert, die in der Vergangenheit auch Olympiasieger wie Jochen Schümann und Jörg Diesch gewinnen konnten. Die 36. Auflage des Herbstgipfels findet am 24. und 25. Oktober wieder zur Eröffnung der Hamburger Bootsausstellung Hanseboot statt.

Ergebnis 35. YACHT Meisterschaft der Meister 2014

1. Max Gurgel/Karl Gurgel/Thorben Strube (IDM Seesegeln ORC 3 + 4)

2. Philipp Buhl/Michael Zittlau/Oltmann Thyen (Wild Card, WM-Vierter Laser)

3. Lars Bähr/Dino Grobe/Urs Wihlfahrt (IDM H-Boot)

4. Carsten Kemmling/Klaus Lahme/Klaas Höpcke (DM Deutsche Segel-Bundesliga)

5. Svenja Weger/Chiara Steinmüller/Luisa Schumann (EM Laser Radial)

6. Wolfgang Hunger/Julian Ramm/Oliver Lewin (IDM 505er)

7. Tobias Schadewaldt/Max Böhme/Justus Schmidt (DM Laser)

8. Kai Schäfers/Kilian König/Johannes Brack (IDM Flying Dutchman)

9. Janika Puls/Leon Oehme/Hanno Weimar (DM Europe W)

10. Tjorben Studt/Hjalte Studt/Alexander Jansen (DM 420er)

11. Bärbel Claus/Stefan Claus/Johanna Claus (IDM Ixylon)

12. Martin Menzner/Frank Lichte/Mika Rolfs (GO J/22 + J/80)

13. Ines Pingel/Thomas Heldt/Stefan Mädicke (IDM Pirat)

14. Jörg Riechers/Henning Sohn/Florian Weser (WC Night Cup)

15. Frank Schönfeldt/Till Krüger/Matthias Grüning (DM Conger/Varianta)

16. Pauline Liebig/Daniel Schrodin/Dirk Leutheuser (EM Laser Radial W)

17. Jens Hannemann/Jens Göritz/Tom Schönfeld (IDM Hobie 16)

18. Arnd Fingerhut/Julian Stricker/Peter Zoernack (IDM Dyas)

19. Finn Heeg/Stefan Rumpf/Jan Woortmann (IDM Nacra 17)

20. Thomas Grote/Kai Wolfram/Alexander Gentsch (IDM 15qm JK)

21. Hubert Merkelbach/Markus Koy/Claas Lehmann (EM Starboot)

22. Jasper Steffens/Tom Lennart/Linov Scheel (DM 29er)

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Tatjana Pokorny am 26.10.2014

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