Hochsee-Racing

Mastbruch auf Jörg Riechers’ "Mare"

Bei der Überführung zum Normandy Channel Race kam das Rigg von oben. Aber Ersatz ist bereits besorgt und ein Reparaturplan erstellt

Lars Bolle am 09.04.2013
Mare

Die Class 40 "Mare", hier noch intakt

Der Hamburger Jörg Riechers musste als einer der Topfavoriten für das anstehende Normandie Channel Race in der Class 40 einen Rückschlag hinnehmen. Bei der Überführung brach der Mast. Riechers beschreibt den Vorfall in seinem Blog:

Einige Tage laufen einfach nicht gut im Leben, so wie unsere gestrige Überführung des Class 40 von Lorient nach Caen zum Start vom Normandy Channel Race. Erst raubte uns ein Blackout des NKE-Navigationssystems kurz vor der Ile de Ouessant den letzten Nerv. Mit 18 Knoten Speed durch eine Gruppe von Riffen zu schießen, ohne genau zu wissen, wo man ist und ohne Kurs, Wind und Speedinfo – das ist bei 7 Windstärken nicht wirklich eine Freude. Dass jedoch die darauf folgende Nacht noch sehr viel Schlimmeres für uns bereithalten sollte, konnten wir nicht ahnen.

Wir segelten relativ leicht bei 6 Windstärken auf einem Reachkurs mit der Genua und zwei Reffs im Großsegel. Eher etwas "unterbesegelt", aber was soll’s: Das Ziel war, ohne Joblist in Caen anzukommen, also bloß nichts kaputt machen, damit die Preparateure nicht sauer sind.

Diese Marschrichtung muss unser Unterwant aber irgendwie nicht mitbekommen haben. Denn um 2:20 Uhr verabschiedete es sich mit einem lauten Knall, was den Mast sofort dazu veranlasste zu brechen. Da das Boot auf den Mast zutrieb, war Eile geboten: Die Wanten wurden mit einer Säge gekappt und Mast, Baum, Groß und Genua sowie das Radar dem Meer übergeben. Nach gut 15 Minuten waren wir vom Mast getrennt, ohne dass Schäden am Boot entstanden.

Mein Co-Skipper Pierre Brasseur und ich haben uns zügig entschieden, dass es bedauerlich wäre, das Normandy Channel Race nicht zu segeln, zumal wir mit einem der schnellsten Boote ins Rennen gehen würden. Also begannen wir kurzentschlossen mit unserem Projektmanger Charles, die Aktion Comeback für "mare" zu planen. Gegen Mittag hatten wir einen Ersatzmast gefunden. Hier muss sich das ganze Mare-Racingteam ganz herzlich bei Aloys Claquin bedanken, der uns seinen Mast zur Verfügung stellt.

Jetzt geht das Rennen gegen die Zeit los. Unser Team wurde in zwei Gruppen eingeteilt: Team 1 bereitet den Mast in La Trinité vor, Team 2 repariert die kleinen Schäden am Boot. Der Mast wird am Mittwoch, 10. 4., nach Brest gebracht und am Donnerstag gestellt. Donnerstagabend geht es nach Caen, wo wir am Freitag ankommen werden. Gerade noch pünktlich genug, um das Normandy Channel Race noch segeln zu können …

YACHT tv war bereits vor einem Jahr auf der damals brandneuen "mare". Da stand der Mast noch...

Lars Bolle am 09.04.2013

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