Regatta-News

Mastbruch auf Graham Daltons Open 60 "Hexagon"

Schwesterschiff von Ellen MacArthurs "Kingfisher" verliert das Rigg auf dem Weg zum Around-Alone-Start

Matthias Beilken am 07.08.2002

Die Techniker tappen im Dunkeln. Sie haben keine Erklärung dafür, warum bei "Hexagon", dem von HSBC gsponsorten Open 60 von Grant Daltons älterem Bruder Graham, 250 Seemeilen südwestlich der Scilly-Inseln das Kohlefaserrigg von oben gekommen ist.

"Wir stehen alle vor einem Rätsel", sagte Designer Merfyn Owen nach einer Telefonkonferenz mit dem Mastenbauer und dem Rigger. "Die Mastsektion ist die gleiche wie auf 'Kingfisher'."

Der einzige Unterschied zu dem Rigg des legendären britischen Open 60, der bei der vergangenen Vendée Gobe Challenge den zweiten Platz belegte, ist das stehende Gut. Das ist nicht aus Rodstahl, sondern aus der superleichten Wunderfaser PBO. Merfyn Owen fand, als "Kingfisher" vor drei Jahren im Bau war, dass PBO noch nicht zuverlässig genug sei. "Doch mittlerweile haben wir absolutes Vertrauen in das Faser-Rigging von Future Fibres."

Niemand könne also zurzeit jemanden verantwortlich machen. Die Bedingungen, bei denen "Hexagon" durch die Western Approaches reachte, waren zumindest für Open 60s moderat: 15 bis 20 Knoten wahrer Wind wehte, als die Carbonspiere brach und aufs Deck schlug. Um weiteren Schaden zu vermeiden, musste Dalton die Trümmer losschneiden und versenken.

Für Graham Dalton selbst scheint dieser Unfall nicht so schwer zu wiegen, wie man annehmen sollte. Und immerhin war seine Solo-Atlantiküberquerung mit dem neuen Boot gleich als Qualifikationstörn für das Around-Alone-Rennen geplant, das am 15. September in Newport/USA startet. "Das Reizvolle am Segeln ist, dass es immer um das Ringen zwischen Mann und See geht. Diesmal habe ich verloren. Aber große Jungs weinen nicht. Ich werde trotzdem an der Startlinie des Rennens sein", kommentierte der neuseeländische Einhandskipper. Derzeit befindet sich der Open 60 wieder im Solent. Unter Notrigg hatte Daltons Yacht Brest erreicht und wurde von dort aus nach England geschleppt.

Nun könnte der Originalmast von Ellen MacArthurs "Kingfisher" als Ersatz dienen, aber auch einer von Bernard Stamms Speedster "Bobst Group". Dalton ist damit mindestens der zweite der Favoriten für das Around-Alone-Rennen, der Europa auf der Suche nach einem passenden Mast durchkämmt: Auch Thierry Dubois' "Solidaires" wartet noch auf einen Ersatzmast beziehungsweise auf eine Möglichkeit, den Open 60 direkt zum Start des Around Alone in die USA zu verschiffen.

Matthias Beilken am 07.08.2002

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