America's Cup

Malta Altus Challenge: vierter Herausforderer für die Kiwis

Nach dem italienischen "Challenger of Record" Luna Rossa, dem Ineos Team UK und American Magic ist nun auch die Malta Altus Challenge offiziell im Spiel

Tatjana Pokorny am 07.12.2018
36. America's Cup
Malta Altus Challenge

Eine Woche nach Meldeschluss zum 36. America's Cup haben die neuseeländischen Verteidiger vom Emirates Team New Zealand einen vierten Herausforderer offiziell bestätigt: Die Malta Altus Challenge folgt dem italienischen "Challenger of Record" Luna Rossa von Patrizio Bertelli, dem britischen Ineos Team UK und dem amerikanischen Team American Magic. 

36. America's Cup

Auch Regattaseglern ist der Hafen von Malta gut bekannt

Die Herausforderung des Royal Malta Yacht Clubs hatte die Neuseeländer als erste der späteren Herausforderungen am 30. November erreicht und war daher auch als erste überprüft und bestätigt worden. Für Malta ist es eine Premiere: Zum ersten Mal in der 167-jährigen Geschichte des America's Cup kämpft eines der kleinsten europäischen Länder um die wichtigste Silbertrophäe im internationalen Segelsport. Die nur 316 Quadratkilometer große Inselgruppe im Mittelmeer zwischen Sizilien und der Küste Nordafrikas hat eine reiche maritime Geschichte. Der Royal Malta Yacht Club ist Regattaseglern als Ausrichter des Rolex Middle Sea Race bekannt.

36. America's Cup

Das Team-Logo der Malta Altus Challenge

Godwin Zammit, Commodore des Royal Malta Yacht Clubs, sagte: "Das ist eine massive Möglichkeit, Malta und die Fähigkeiten seiner Marineindustrie auf globaler Bühne zu demonstrieren. Im Namen des Clubs möchte ich der Royal New Zealand Yacht Squadron für ihre Unterstützung im Herausforderungsprozess danken. Wir können es kaum erwarten, dorthin zu kommen und die Rennen im Dezember 2020 aufzunehmen." Zum geplanten Team für die gewaltige Herausforderung machte die Malta Altus Challenge zunächst keine Angaben, will die Crew erst Anfang 2019 namentlich vorstellen.

Es war im Rahmen des laufenden Finales der Star Sailors League in Nassau allerdings ein offenes Geheimnis, wohin der gemeldete, aber zunächst nicht angetretene britische Olympiasieger und ehemalige Artemis-Skipper Iain Percy in den vergangenen Tagen entschwunden war. Die Fachwelt geht übereinstimmend davon aus, dass Percy eine tragende Rolle im oder für das Team der Herausforderer aus Malta spielen wird. Am Freitagmorgen kreuzte Percy bereits wieder mit seinem Starboot vor Nassau auf, wo er nach jahrelanger Abstinenz von seiner Paradedisziplin in Folge des tragischen Unfalltodes seines Freundes und Vorschoter Andrew "Bart" Simpson" erstmals wieder auf höchstem Niveau antritt – wenn auch nur zu den letzten Wettfahrten und ohne Chance auf Erreichen der Viertelfinalrunde.

35. America's Cup

Der voraussichtliche Skipper der Malta Altus Challenge: Iain Percy

36. America's Cup

Pasquale Cataldi

Neuseelands Cup-Boss Grant Dalton sagte: "Wir begrüßen den Royal Yacht Club und die Malta Altus Challenge ausdrücklich, nach Neuseeland sind sie nun das kleinste Land, das um den America's Cup kämpfen will. Wir wissen, wie es für ein kleines Land ist, eine der größten Herausforderungen im Segelsport anzunehmen und wünschen ihnen das Beste." Maltas Teamchef Pasquale Cataldi, ein italienischer Unternehmer mit Sitz in Malta und Gründer wie CEO eines internationalen Immobilien-Konzerns, kündigte ein langfristiges Cup-Engagement an: "Unser Ziel ist es, an mindestens drei Cup-Auflagen teilzunehmen. Wenn du ein starkes Team aufbauen willst, dann muss du für drei Cup-Zyklen planen. Ich denke, dass alle aktuell gemeldeten Mannschaften langfristig planen. Wir haben eine neue Bootsklasse, daher ist das Spielfeld für alle ähnlich. Die Differenzen werden nicht so groß sein." Inspiriert, so Cataldi, habe ihn die Art, wie das kleine Land Neuseeland die Cup-Moderne dominiert hat.

Malta wird zunächst mit einer Ein-Boot-Kampagne durchstarten. Die Malteser sollen bereits in Verhandlung mit den Cup-Verteidigern über den Erwerb eines Basis-Design-Pakets für die neuen foilenden 75-Fuß-Einrumpfyachten stehen, die sowohl im Cup als auch in der vorgeschalteten Weltserie in den kommenden zwei Jahren eingesetzt werden. Weitere Herausforder, die noch von den Cup-Verteidigern überprüft werden, könnten laut Insidern aus China, Japan, Norwegen, Amerika, Italien und Holland kommen. Bis Weihnachten sollen sie ebenfalls überprüft und bestätigt oder abgelehnt sein. Team France dagegen hat bereits bestätigen müssen, dass die Finanzierung einer weiteren Cup-Kampagne aktuell unmöglich ist.

Tatjana Pokorny am 07.12.2018

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