Bermuda 1000

„Malizia“-Skipper Boris Herrmann bereit für den Soloeinsatz

Heute Nachmittag startet das Bermuda-1000-Rennen, das 17 Solisten von Douarnenez über 2000 Seemeilen via Fastnet-Felsen um die Azoren zurück nach Brest führt

Tatjana Pokorny am 09.05.2019
Boris Herrmann
JEAN MARIE LIOT

Boris Herrmann auf "Malizia"

Das Bermuda-1000-Rennen trägt einen irreführenden Namen. Denn tatsächlich führt die nach dem Bekleidungssponsor Bermudes benannte Soloregatta ihre Imoca-Skipper weder nach Bermuda, noch endet sie nach 1000 Seemeilen. Die insgesamt 17 Einhandsegler starten im französischen Küstenort Douarnenez und segeln über 2000 Seemeilen rund Fastnet-Felsen und Azoren zurück nach Brest. Für die meisten ist es die erste Imoca-Offshore-Regatta der Saison 2019 und die nächste Bewährungsprobe auf Kurs Vendée Globe 2020. Topfavoritin, das sagt auch der einzige deutsche Teilnehmer Boris Herrmann, ist die Britin Samantha Davies mit ihrer neu beflügelten „Initiatives Coer“. Doch auch Herrmann selbst sowie Sébastien Simon („Arkea Paprec“) und Yannick Bastaven („Maître Coq“) gehen mit guten Podiumschancen in das rund sieben Tage währende Rennen.

Sam Davies

Mit neuen Flügeln hoffnungsfroh: die Britin Samantha Davies startet als Favoritin in das Bermuda-1000-Rennen

Ursprünglich hatte der Startschuss bereits am Mittwoch fallen sollen. Doch ein schweres Tiefdruckgebiet hatte die Veranstalter zur Verschiebung bewogen. „Wir wollten die Teilnehmer in ruhigeren Bedingungen auf den Kurs schicken, nachdem das Tiefdruckgebiet die Bretagne passiert hat“, erklärte Renndirektor Jacques Caraes die Verschiebung des Zeitplans, die von den Skippern begrüßt wurde. Für sieben Skipper markiert die Langstrecke ihre Imoca-Regatta-Premiere.

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Boris Herrmann

Auf dem Papier sind es vier Starter, denen Siegchancen eingeräumt werden, allen voran der Britin Samantha Davies. „Sam dürfte mit ihren neuen Foils ziemlich fix unterwegs sein“, weiß Boris Herrmann, der mit „Malizia“ dem Co-Favoritenkreis angehört. Etwas erkältet, aber dennoch hoffnungsfroh geht der Wahlhamburger heute Nachmittag ins Rennen. „Wir werden voraussichtlich bei leichten Winden aus der Bucht herauskreuzen und uns auf Kurs Fastnet um ein Tief herummogeln müssen“, erklärt Herrmann vor dem Rennstart. Seine Ziele hat er klar definiert: „Ich will für mich die Bestätigung, dass ich mit dem Boot sicher segle und dass alle Systeme gut funktionieren. Ich will Erfahrung sammeln und bin gespannt, was sich ergibt. Natürlich würde ich auch gern aufs Podium segeln. Die Stimmung im Team ist sehr gut, die Vorbereitungen abgeschlossen. Es kann losgehen!“ 

Der in der Globe-Serie aktuell auf Platz vier liegende Herrmann könnte mit einem gelungenen Rennen in der Saisonwertung vorrücken, denn die drei vor ihm liegenden Skipper Paul Meilhat, Yann Eliés und Alex Thomsen sind bei diesem Rennen nicht am Start. Auch die Veranstalter trauen Herrmann einiges zu: „Der deutsche Skipper war viel mit seinem Foiler im Einsatz. Er ist sicher und arbeitet methodisch. Daher ist mit ihm zu rechnen.“ Für Seb Simon dagegen ist es das erste Imoca-Rennen seiner Karriere. Er hat jedoch vor Kurzem zwei Atlantiküberquerungen abgeschlossen – eine zweihand, die andere einhand – und dann den Guyader Grand Prix gewonnen. Für den vierten Co-Favoriten Yannick Bastaven ist es das erste Offshore-Solorennen auf seiner „Maître Coq“.

Hier geht es zur Homepage der Regatta und nach dem Start auch zu den Zwischenständen.

Route du Rhum 2018

Boris Herrmanns "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" bei einem Training in der Bretagne

Tatjana Pokorny am 09.05.2019

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