Transat Jacques Vabre

"Magisch ab 25 Knoten Wind": Lipinski Erster in der Class 40

Ian Lipinski hat mit Co-Skipper Adrien Hardy Brasilien nach 17 Tagen und 16 Stunden erreicht. Er hat gezeigt, was seine neue Class 40 kann

Kristina Müller am 14.11.2019
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C. Breschi/Credit Mutuel

Mit Speed über den Atlantik: Die neue "Crédit Mutuel" hatte beim TJV eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,25 Knoten, zeitweise sogar 17,3 Knoten

Die französischen Co-Skipper Ian Lipinski und Adrien Hardy haben heute am frühen Donnerstagmorgen das Transat Jacques Vabre in der Class 40 gewonnen. 17 Tage, 16 Stunden, 21 Minuten und 23 Sekunden nach dem Start in Le Havre erreichte ihre "Crédit Mutuel" das Ziel in Salvador de Bahia. Zweites Boot wurde am Nachmittag die "Leyton" von Sam Goodchild und Fabien Delahaye.

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Die Sieger im Ziel: Mit Ian Lipinski und Adrien Hardy haben sich zwei Top-Einhandsegler für das Transat zusammengetan

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Die Route der Zweihand-Crews: Von Le Havre nach Salvador de Bahia

Während der Transatlantikregatta haben Lipinski und Hardy zudem einen neuen Geschwindigkeitsrekord in ihrer Klasse aufgestellt, sie segelten etwa 416 Seemeilen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,3 Knoten. Die Feuertaufe des Schiffes, mit dem Ian Lipinski in den kommenden Jahren die großen Offshore-Regatten bestreiten will, dürfte damit als bravurös bestanden gelten.

Das Boot

Erst im August 2019 war die "Crédit Mutuel" erstmals zu Wasser gelassen worden. Anders als die Class 40 älterer Generation besitzt das Boot aus der Feder von Konstrukteur David Raison einen vulominösen Bug – ähnlich einem Scow-, also Plattbug. Mit dem Konzept hat Raison sich in der Mini-6.50-Klasse einen Namen gemacht.

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Die "Crédit Mutuel" von oben

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Markant ist der Scow-Bug der neuen Konstruktion

Doch auch wenn der Neubau schon vor dem Start zu seiner ersten Regatta zum Favoritenkreis gezählt wurde, zeigte sich Skipper Lipinski eher zurückhaltend.

"Übers Wasser fliegen"

Entscheidend zur Leistung von Lipinski und Hardy hat wohl auch der neue Autopilot von Madintech beigetragen, der ebenfalls auf einigen Imocas und Ultime-Katamaranen zum Einsatz kommt. Die Pinne hätten sie nach dem Ärmelkanal kaum noch in der Hand gehabt, so Lipinski über das System. Nach der Ankunft zeigte er sich auch darüber hinaus begeistert von dem Racer: 

"Wie erwartet wird das Boot magisch ab 25 Knoten Wind. Es fliegt über das Wasser und die Wellen, ohne langsamer zu werden",  so der 37-Jährige.

Probleme mit dem neuen Schiff habe es nicht gegeben: "Wir mussten den Werkzeugkoffer nicht einmal öffnen."

Bordleben bei Vollgas: Das zeigt das Videotagebuch von Lipinskis "Crédit Mutuel". Zwar auf Französisch, aber dennoch sehenswert

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Die Ankunft in Brasilien 

Die Konkurrenz

Schon beim Mini-Transat 2017 segelten Ian Lipinski und der Schweizer Segelprofi Simon Koster auf Booten mit Scow-Bug gegeneinander. Auch damals kam Lipinski, der Erster wurde, vor Koster ins Ziel, der hinter Jörg Riechers als Dritter ankam.

Auch Koster segelt bei diesem Transat Jacques Vabre mit der Mach 4 "Banque du Lemain" auf einem neuen Schiff, das ebenfalls sehr schnell und auf Anhieb erstaunlich zuverlässig ist. Derzeit auf Platz fünf hat er mit Co-Skipper Valentin Gautier noch gut hundert Seemeilen bis zum Ziel, gefolgt von Jörg Riechers und Cédric Château auf der ein Jahr alten "Linkt" von Owen Clark auf Position sechs.

Die "Iskareen" von Arndt und Sönke Bruhns hat noch 700 Seemeilen vor dem Bug und segelt an Position 16 von noch 22 Class 40 im Rennen.

Yachtretter als Co-Skipper

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Hardy

Lipinskis Co-Skipper Adrien Hardy ist in Frankreich nicht nur ein bekannter und erfolgreicher Segler in der Figaro-Klasse. Hardy segelt als Skipper mit einem Trupp Unerschrockener auch dann raus, wenn Yachten nach Havarien auf See geborgen werden müssen. Über die spektakuläre Bergungsaktion des Open 60 "SMA" von Paul Meilhat auf dem Nordatlantik hat die YACHT 2017 ausführlich berichtet.

Ian Lipinski in Hamburg

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Lipinski

Der Franzose ist der bisher einzige Skipper, der ein Mini-Transat sowohl im Serienboot als auch im Prototyp gewonnen hat. Über seine Erfolge und das Abenteuer der Einhand-Transatlantikregatta im Mini ist ein Film entstanden, der am 16. Dezember in Hamburg im Kino gezeigt wird. Ian Lipinski wird selbst vor Ort sein und von seinen Abenteuern berichten.

Tracker des Transat Jacques Vabre

Kristina Müller am 14.11.2019

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