48. Rolex Fastnet Race

Machen die Großen das Rennen?

Experten hatten auch kleineren Booten eine Chance im Kampf um den IRC-Sieg eingeräumt, doch die großen dominieren. Zwei US-Yachten führen, "Outsider" mischt mit

Tatjana Pokorny am 05.08.2019
48. Rolex Fastnet Race
Rolex/Kurt Arigo

Die US-Yacht "Rambler 88" auf Kurs IRC-Gesamtsieg

Vor Rennstart hatten die Experten mit Blick auf die vor allem anfangs eher leichten Winde auch den kleineren Booten bei dieser Rekordauflage des Fastnet Race mit 388 Booten aus 29 Ländern eine Siegchance in der Handicap-Wertung nach IRC eingeräumt. Doch aktuell sind es die großen Yachten der Division IRC Zero, die das Tempo machen und auf Kurs Gesamtsieg und Fastnet Challenge Cup segeln. Allen voran die beiden US-Yachten "Wizard" und "Rambler 88". Charlie Enright führt das Team auf der Volvo Open 70 "Wizard", George Davids Neigekiel-Yacht "Rambler 88" mit der Segelnummer USA 25555 skippert der Eigner selbst. "Wizards" Vorsprung auf "Rambler 88" war am Montagmorgen nach berechneter Zeit bereits auf sieben Stunden angewachsen. Damit könnte die Crew das Dutzend amerikanischer Fastnet-Siege seit der Premiere 1925 vollmachen.

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Kann George Davids Crew auf "Rambler 88" den Gesamtsieg der amerikanischen "Wizard"-Crew um Skipper Charlie Enright noch verhindern?

Mit Tilmar Hansens "Outsider" mischt aber auch eine deutsche Yacht erfolgreich in den Top Fünf mit. Die Crew um Skipper Bo Teichmann lag vor der Fastnet-Rundung und nach etwas mehr als der Hälfte des Kurses auf Platz fünf. Zu Platz drei der britischen "Sorcha" fehlten den deutschen Seglern zu dem Zeitpunkt berechnet rund zweieinhalb Stunden – lange hat sich keine deutsche Yacht mehr so gut in der IRC-Flotte behaupten können. Einen deutschen Gesamtsieg im britischen Langstrecken-Klassiker von Cowes rund Fastnet-Felsen und zurück nach Plymouth hat es noch nie gegeben. Rekordsieger sind die Briten mit 19 Siegen vor den Amerikanern mit bislang elf Siegen und den Franzosen mit sieben Siegen. Eintragen in die Fastnet-Siegerlisten konnten sich auch die Niederlande (4 Siege), Schweden (3 Siege) und Irland, Australien und Brasilien mit jeweils einem Sieg.

Noch einmal zum Genießen: Das Finale im Kampf um den neuen Fastnet-Rekord zwischen "Maxi Edmond de Rothschild" und "Macif". Dazu Franck Cammas im Interview

48. Rolex Fastnet Race

Ein Bild von See: Das Tutima Sailing Team lag am Montagmorgen bei der Fastnet-Premiere in der IRC-Gesamtwertung auf Platz 98 und damit klar im vorderen Drittel der IRC-Flotte mit 333 Booten

Seinen möglichen Podiumsplatz hat der Hamburger Segelprofi Jörg Riechers am Sonntag verloren. Der Hamburger Skipper der Class 40 "Imagine" musste mit Ruderbruch aufgeben und die verfrühte Rückreise nach Plymouth zur Reparatur antreten. Zum Zeitpunkt der Aufgabe lag die Cape-Racing-Yacht in aussichtsreicher Position unter den führenden fünf Booten. Verständlicherweise vermeldete das Team "riesige Enttäuschung". Die deutsche Flagge weht in der Class-40-Wertung aber weiter: Arnt Bruhns "Iskareen" hat sich über Nacht auf Platz zwölf vorgearbeitet.

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Mussten mit Ruderbruch aufgeben und in den Hafen von Plymouth zurückkehren: Jörg Rieschers und seine Crew auf der Class 40 "Imagine"

In der Imoca-Wertung haben die Vorstart-Favoriten indessen die Hackordnung wieder hergestellt. Die neue "Charal" führte die Flotte der 20 Yachten am Montagmorgen mit zwei Seemeilen Vorsprung vor "Maître Coq" an, die wiederum nur zwei Seemeilen vor Sam Davies' "Initiatives Cœur" lag. Weitere zwei Seemeilen machte "Banque Populaire" auf Platz vier Druck. Boris Herrmann und Will Harris kämpften an Bord von "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" mit zehn Seemeilen Rückstand auf die Spitzenreiter um Anschluss an die führenden Boote.

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"Malizia 2 – Yacht Club de Monaco"-Skipper Boris Herrmann und sein britischer Co-Skipper Will Harris hoffen im Kampf um eine bessere Fastnet-Platzierung auf neue Optionen

In einem Bericht von See schrieb Boris Herrmann am Sonntagabend: "Malizia segelt jetzt gut. Wir liegen nicht vorn. Wir hatten einen etwas langsamen Morgen und haben pro Stunde rund eine Seemeile verloren. Nun sind wir zehn Stunden später also rund zehn Seemeilen hinter den Booten, die gestern noch etwa fünf Seemeilen hinter uns unser Heckwasser gekreuzt haben. Zehn Seemeilen entfernt vom Podium. Von hier aus geht es mehr oder weniger geradeaus, am Wind ohne taktische Optionen. Unsere Position wird sich heute nicht mehr verbessern. Vielleicht ergeben sich morgen (also heute, Anm. d. Red.) durch Winddreher neue taktische Optionen."

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Ein Start-Bild vom Team Malizia

Tatjana Pokorny am 05.08.2019

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