Nordseewoche

Lange Traditionen, leichte Winde und ein stürmisches Finale

Die 85. Nordseewoche erlebt mit der 420-Seemeilen-Langstrecke von Helgoland nach Edinburgh ihr Finale. Auf dem roten Felsen wurde der Seesegelsport zelebriert

Tatjana Pokorny am 11.06.2019
85. Nordseewoche 2019
Nordseewoche

Der Rote Felsen signalisiert: Die Nordseewoche läuft!

Die 85. Nordseewoche hatte in diesem Jahr mit Wetterwidrigkeiten zu kämpfen. Vielleicht war gerade deshalb die Stimmung unter den Seglern auf dem Roten Felsen so gut. Inzwischen ist eine kleine, aber sehr engagierte Flotte von 14 Yachten in die 420-Seemeilen-Langstrecke von Helgoland nach Edinburgh gestartet. Zwischen drei und fünf Tagen werden "Sunbird" (führte nach 87 gesegelten Meilen, "Frida", "Dantes", "Rhe" und Co. bis in den schottischen Zielhafen brauchen. Ihre Fortschritte sind via Tracker live mitzuverfolgen. Bekannt ist, dass eine Gewitterfront über der Deutschen Bucht auf dem Weg starken, teils sogar stürmischen Wind aus Nordost bringt. In vielen deutschen Regionen hatten bereits am Montagnachmittag schwere Gewitter für Unwetter gesorgt. Den hartgesottenen Seeseglern winkt am Ende ihrer Langstrecke immerhin ein rauschendes schottisches Fest im Zielhafen. Gastgeber ist der Royal Forth Yacht Club.

85. Nordseewoche 2019

Der Kurs für das Rennen von Helgoland nach Edinburgh

85. Nordseewoche 2019

Gute Seemannschaft gefordert: Die Nordseewoche prüft ihre Teilnehmer

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Schönes Lichtspiel bei der 85. Nordseewoche 2019

85. Nordseewoche 2019

Die "Broader View Hamburg" im Einsatz bei der Nordseewoche

Zuvor hatten sich bereits am Pfingstsonntag 57 Yachten zum Klassiker versammelt: Die siebte Auflage des Capitell Cup Rund Helgoland stand auf dem Programm. Gesegelt wurde auf drei unterschiedlichen Bahnen in nach Bootsgrößen eingeteilten Gruppen. Und wie zur Belohnung für den beherzten Einsatz hatten sich die letzten Wolken pünktlich zum Startschuss um 9.30 Uhr verzogen. "Ich freue mich für meine Segler", sagte der sichtlich erleichterte Wettfahrtleiter der Nordseewoche Albert Schweizer nach dem schwierigen Auftakt zum Pfingstwochenende in der Nordsee. Nur der Zeitdruck dämpfte Schweizers Glück ein wenig, denn Wetterexperte Meeno Schrader hatte für den Sonntagnachmittag beständig abflauende Winde bis zur totalen Flaute vorhergesagt.

85. Nordseewoche 2019

Gut dran war, wer zur Nordseewoche dick eingepackt war

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Farbenprächtige "Germania"

Dem Startschuss folgte erst eine lange Startkreuz und perfektes Segeln vor der Westseite Helgolands. In der zweiten Hälfte des Rennens ließ dann der Wind tatsächlich noch früher als vorhergesagt erheblich nach. "Zu dem Zeitpunkt waren die ersten Schiffe jedoch fast im Ziel und eine Bahnverkürzung somit nicht mehr möglich", erklärte Albert Schweizer und bedauerte, dass die langsameren Schiffe im Rennen dadurch immer weiter zurückblieben.

Deutlich erstes Schiff zurück im Ziel war die Swan 60 FD "Emma" mit Steuermann Alfred Paulsen von der Segler-Vereinigung Cuxhaven. Die Crew siegte in der Gruppe der Family-Cruiser auch nach berechneter Zeit. Den Sonderpreis für das schnellste Schiff in der Gruppe ORCi nach gesegelter Zeit sicherte sich im Capitell Cup Rund Helgoland die Crew der "Almost Nothing" mit Steuermann Steffen Müller vom BSV.

In der Gruppe der Doublehand Challenge erreichten nur zwei der Teilnehmer das Ziel des Capitell Cup. Den Gruppensieg fuhr die "Halbtrocken" mit Steuermann Dr. Knut Freudenberg ein und setzte sich damit an die Spitze der Gesamtwertung für die Nordseewoche Doublehand Challenge. Den Preis übergab die Präsidentin des Deutschen Segler-Verbands Mona Küppers bei viel herzlichem Applaus aller anwesenden Segler. Ursprünglich waren vier Regatten für die Doublehand Challenge angesetzt, von denen jedoch wetterbedingt nur zwei gesegelt werden konnten.

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Besuchte die Nordseewoche, ehrte die Zweihand-Segler und wurde von den Teilnehmern begeistert begrüßt: DSV-Präsidentin Mona Küppers auf dem Roten Felsen

85. Nordseewoche 2019

Dr. Knut Freudenbergs "Halbtrocken" im Zweihand-Modus

Neben den Edinburgh-Seglern bestritten am Pfingstmontag knapp 20 Mannschaften die traditionelle Helgoländer Acht, deren Kurs in entsprechendem Verlauf um Helgoland und die Düne führt. Anschließend ging es für viele Teilnehmer zurück in Richtung Festland. Als einzige Rück-Regatta konnte das Rennen nach Cuxhaven gestartet werden. Die Rückbringer nach Wilhelmshaven und Bremerhaven entfielen mangels Meldungen.

Hier geht es zu den Ergebnissen.

Tatjana Pokorny am 11.06.2019

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