Bordbuch der "Iskareen"

Landfall

Skipper Arnt Bruhns berichtet von der "Iskareen"

am 04.07.2003

Barbara (Beerbel) Müller vor St. Kilda

03.07. Position 57 Grad 43 Minuten N, 8 Grad 23 Minuten W, mittags. Noch 721 Seemeilen nach Cuxhaven. Tag und Nacht reachen wir in Richtung Schottland.

Die hochgeschürzte Genua II leistet uns dabei gute Dienste: Hiermit lassen sich auch kleine Squalls aussitzen, während das hochgebundene Unterliek verhindert, dass die Seen hineinwaschen.

Immer im Blick des Rudergängers bleibt dabei der Performance-Monitor, unsere Bootsgeschwindigkeit gegen unsere Performancekurve. Wer dauerhaft unter 90 Prozent fährt, wird abgelöst - nach den letzten Zwischenständen müssen wir noch einmal kräftig Gas geben. Dabei hat sich eine neue Maßeinheit etabliert: das Fastnet.

Ein Fastnet entspricht der Länge des Hochseeklassikers (ca. 635 Seemeilen) und bringt unterschwellig die Kürze eines Streckenabschnitts zum Ausdruck. Wie weit ist es noch bis zum Rock (Fair Isle)? Ein halbes Fastnet. Das klingt doch viel souveräner als irgendeine DreihundertundX-Meilenangabe. Wir wollen allerdings hoffen, dass mit der Distanz nicht auch das klassische flaue Fastnet-Wetter (jawohl, trotz '79, wir haben unsere gesammelten Erfahrungen auf diesem Abschnitt mal analysiert!) einhergeht.

Morgens um 09.15 UTC, das entspricht momentan übrigens auch unserer Bordzeit, sichten wir erstmals nach 20 Tagen Land. In Luv voraus erscheint St. Kilda, ein Haufen dunkler Brocken am Horizont, die irgendwann sogar von einer Einsiedelei bewohnt gewesen sein sollen, die regelmäßig mit Fellruderbooten von Land aus besucht wurden. Wir können uns etwas Schöneres vorstellen, als atlantikumschlungen auf einem einsamen Felsen zu sitzen. Wo wir es schon an Bord kaum ohne E-Mails und Internetzugang aushalten.

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