Volvo Ocean Race

Kommt Dongfeng für zwei Punkte zurück?

Während Dongfeng mit gebrochenem Mast nach Ushuaia motort, wird fieberhaft überlegt: Die Beendigung von Etappe 5 wäre zwei Punkte wert

Tatjana Pokorny am 31.03.2015
VOR 31-03-2015

Über der dritten Saling gebrochen: Dongfengs Rigg

Es geht um zwei Punkte, die am Ende den Unterschied im Kampf um den Gesamtsieg ausmachen könnten: Während sich das chinesische Dongfeng Race Team nach dem gestrigen Mastbruch unter Vorsegel und mit nur ein paar Knoten Bootsgeschwindigkeit in Richtung Reparturhafen Ushuaia quält, erwägt die Teamführung ein Comeback in Etappe fünf. Denn: Für eine aufgegebene Etappe muss ein Team acht Punkte hinnehmen. Für den letzten Platz im aktuellen Feld dagegen werden nur sechs Punkte überwiesen. Diese zwei Zähler Differenz lassen Skipper Charles Caudrelier und sein Team über eine Wiederaufnahme von Etappe 5 an dem Punkt nachdenken, an dem sein Team in der Nacht von Montag auf Dienstag den Motor gestartet hat. So würden es die Regeln erlauben. Dafür jedoch müsste der Riggaustausch in Ushuaia sehr schnell funktionieren. Das wiederum bereitet die Landmannschaft derzeit in Abstimmung mit der Rennleitung und den chilenischen Helfern vor Ort auf Hochtouren vor.

"Wir haben einen schweren Rückschlag erlitten, aber es ist kein K.-o.-Schlag", sagte Charles Caudrelier rund 24 Stunden nach dem Mastbruch, der sich etwa 240 Seemeilen westlich von Kap Hoorn ereignet hatte. Aufmunternde Worte kamen auch von Team-Mentor Mark Turner: "Die entschlossenen Männer vom Dongfeng Race Team sind auch imstande, ihr Boot über Land zu tragen, wenn das erforderlich wäre." Am Dienstagmorgen um 7 Uhr deutscher Zeit hatte die Mannschaft bereits ein Drittel des Beagle Channel absolviert, der sie nach Ushuaia führt. Eile ist geboten, soll das Comeback klappen. Denn die sechste Etappe startet bereits am 19. April im brasilianischen Itajaí.

Comeback à la "Groupama"?

Stark motiviert dürften Caudreliers Männer von der Tatsache sein, dass im letzten Volvo Ocean Race die französische "Groupama" die erste Etappe nicht beenden konnte und auf Etappe 5 ihr Mast brach. Am Ende aber gewann "Groupama" die elfte Auflage des Volvo Ocean Race. Und Caudrelier war damals als Segler an Bord.

Volvo Ocean Race Leg 5 2015

Das Team Alvimedica passierte Kap Hoorn als führendes Boot

Das möglicherweise schwer beschädigte Großsegel könnte vom Dongfeng Race Team im Bedarfsfall ersetzt werden. Laut Reglement haben die VOR-Crews auf jeder Etappe dieselben sieben Standard-Segel an Bord. Zusätzlich war es den Teams erlaubt, weitere vier Segel aus dem Grundsortiment zu wählen, die sie dann einsetzen dürfen, wenn eines der sieben Tücher irreparabel zerstört ist. Darüber hat auf Antrag die Jury zu entscheiden.

In der laufenden fünften Etappe führte am Dienstagmorgen das amerikanische Team Alvimedica mit einer halben Seemeile Vorsprung von Abu Dhabi Ocean Racing und 16,5 Seemeilen vor dem spanischen Team "Mapfre". Bouwe Bekkings Team Brunel hatte zuletzt acht Seemeilen gutgemacht und noch 20 Seemeilen Rückstand auf die Amerikaner. Das Frauen-Team SCA hinkt nun schon mit 560 Seemeilen Rückstand der Flotte hinterher. Bis auf SCA haben alle Mannschaften die legendäre Landmarke Kap Hoorn am südlichen Zipfel Südamerikas passiert.

VOR 31-03-2015

Aufholjagd eingeläutet: Bouwe Bekkings Team Brunel

Tatjana Pokorny am 31.03.2015

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