Round Britain Race

Kleiner Segelkrimi, großer Rekord

Der Trimaran "Musandam – Oman Sail" hat dem Klassiker rund England und Irland einen neuen Rekord beschert. "Varuna" verteidigt IRC-Führung

Tatjana Pokorny am 14.08.2014
Transat Jacques Vabre 2013

"Musandam – Oman Sail" hat das Vereinigte Königreich im Sturm erobert

Der Trimaran "Musandam – Oman Sail" hat alle Hoffnungen erfüllt und im stürmischen Langstreckenklassiker Round Britain and Ireland einen neuen Rekord aufgestellt. Das Geschoss unter dem Kommando des französischen Skippers Sidney Gavignet hat die 1957 Seemeilen in nur drei Tagen, drei Stunden, 32 Minuten und 36 Sekunden absolviert. "Musandam – Oman Sail" hatte Ende Juni bereits Deutschlands Segler mit neuen Rekorden bei der Kieler Woche beeindruckt und setzte die Triumphfahrt nun in britischen Gewässern fort. Unterstützt von teilweise stürmischen Winden raste der Mod-70-Dreirumpfer seinem jüngsten Triumph entgegen und kreuzte die Ziellinie am Donnerstag um 12.42 Uhr Ortszeit.

Den bis heute bestehenden Rekord, den die "Banque Populaire 5" 2011 aufgestellt hatte, brach Gavignets Crew am Ende allerdings knapper als gedacht: Für die neue Bestmarke reichten 16 Minuten und 38 Sekunden Differenz. So wurden die letzten Stunden bis ins Ziel für Gavignets Kämpfer zu einem kleinen Segelkrimi. Eine Notiz aus dem Blog der Crew zeugt von der Spannung an Bord: "Bis St. Vatherine's Point ist es noch etwa eine Stunde. Momentan sind wir immer noch flott unterwegs. Wir geben alles. Alle sind bester Dinge. Wir erwarten eine leichte Abnahme des Windes, hoffen aber immer noch, dass wir den Rekord schlagen können. Derzeit sind wir mit 28 Knoten unterwegs. Es sind noch 50 Seemeilen!!!"

Round Britain Race 2014

Spitzenreiter in der Gesamtwertung IRC: Jens Kellinghusens "Varuna"

Round Britain Race 2014

Bleiben in Führung: Ian Walker und die "Azzam"-Crew

"Best of the rest" ist und bleibt vorerst die "Varuna" des Hamburger Eigners Jens Kellinghusen. Die Ker 51 führt das Feld der IRC-Gesamtwertung nach berechneter Zeit weiter souverän an, baute ihren Vorsprung in der Nacht zum Donnerstag auf knapp sechs Stunden Vorsprung vor ihrer britischen Verfolgerin "Monster Project" aus. Die "Haspa Hamburg" rückte in der Gesamtwertung auf Rang sechs vor und hat durchaus Möglichkeiten, noch weitere Plätze gutzumachen. Die "Bank von Bremen" liegt auf Platz zwölf. Für kurzfristige Verwirrung sorgte Werner Landwehrs Figaro "Dessert D'Alcyone", dessen extremer Schlag in Richtung der Ostküste Englands am Mittwochabend zunächst wie ein Beidrehen aussah. Inzwischen aber segelt der 71-jährige Bremer Skipper wieder mit Kurs in Richtung Großbritanniens nördlichster Inseln. Mit seiner Ankunft im Start- und Zielhafen rechnen die Veranstalter am 23. August.

Im ersten großen Regatta-Schlagabtausch der Volvo-Yachten vor dem Start des Meeres-Marathons am 4. Oktober dominiert Ian Walkers "Azzam" die Flotte im Rennen ums Vereinigte Königreich weiterhin, hat 50 Seemeilen Vorsprung vor Iker Martinez beharrlicher Crew auf der spanischen "Tc-6". Einen Platz nach vorn hat sich inzwischen das Frauenteam auf "SCA" gekämpft und damit die Rote Laterne des Schlusslichts an die US-Boys auf "Alvimedica 4" weitergereicht. Die VO-65-Yachten werden am Freitag im Ziel erwartet. "Varuna" erreicht die Ziellinie voraussichtlich am Wochenende in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Tatjana Pokorny am 14.08.2014

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