Segeln olympisch

"Keiner kann sich Fehler erlauben"

Halbzeit im 49er-Duell um das Olympia-Ticket: Heil/Plößel haben sich einen kleinen Vorteil erarbeitet, doch bis zu acht Rennen warten noch

Tatjana Pokorny am 30.03.2016

Nur eines statt der geplanten drei Rennen kam am dritten Tag der Trofeo Princesa Sofía in der Bucht von Palma de Mallorca für die 49er-Goldflotte zustande. Es lief für die beiden deutschen Top-Teams im Duell um die Olympia-Fahrkarte nicht ideal. Dennoch konnten sich Erik Heil und Thomas Plößel mit ihrem 16. Rang auf Platz drei im Klassement vorschieben, während Justus Schmidt und Max Boehme mit dem etwas besseren Rang 14 auf Platz sieben zurückfielen. Was paradox klingt, hat mit dem höheren Streichergebnis zu tun.

Trofeo Princesa Sofía 2016

Müssen am Freitag herausragend segeln, wenn sie Heil/Plößel die Olympia-Fahrkarte noch entreißen wollen: Justus Schmidt und Max Boehme

Beim spanischen Regattaklassiker haben Heil/Plößel zur Halbzeit 15 Punkte und vier Plätze Vorsprung vor Schmidt/Boehme. Damit segeln die Berliner, die für den Norddeutschen Regatta Verein starten und in diese letzte von insgesamt drei Ausscheidungsregatten mit vier (Platz-)Punkten Vorsprung gestartet waren, weiter auf Kurs Rio. Wollen Schmidt/Boehme ihren Freunden und Trainingspartnern das Ticket noch entreißen, müssen sie an den letzten drei Tagen bis zum Medaillenfinale am Samstag herausragend segeln. "Sieben Wettfahrten sind gesegelt. Bis zu acht können noch kommen. Das ist noch nicht einmal die Halbzeit", sagte Trainer Thomas Rein. "Es gilt weiterhin: Keiner kann sich Fehler erlauben."

Die "Wonder Kids" verteidigen ihren Podestplatz

Trofeo Princesa Sofía 2016

In Aktion vor Palma de Mallorca: Paul Kohlhoff und Carolina Werner mit ihrem Nacra 17

Im Nacra 17 verteidigten die "German Wonder Kids" Paul Kohlhoff und Carolina Werner in der neuen olympischen Mixed-Katamaran-Klasse ihren Podestplatz. Die junge Crew vom Kieler Yacht-Club mischt trotz der heutigen zwei zweistelligen Ergebnisse weiter flott in der Weltspitze mit, liegt nur einen Punkt hinter den Italienern Vittorio Bissaro und Silvia Sicouri auf Platz drei. In ihrer eigenen Welt segeln einmal mehr die Weltmeister und Spitzenreiter Billy Besson und Marie Riou, denen in neun Wettfahrten fünf Rennsiege gelangen. Die französischen Olympia-Favoriten haben bereits 32 (!) Punkte Vorsprung vor den zweitplatzierten Italienern. Carolina Werner sagte YACHT online: "Wir haben heute in einem Rennen ein sehr viel besseres Ergebnis verschenkt. Die Sonne stand so tief, dass man die Tonne nicht sehen konnte, und die Rennen waren zehn Minuten kürzer als sonst. Insgesamt sind wir aber zufrieden. Morgen ist wieder Druck in der Luft, und wir freuen uns darauf!"

Trofeo Princesa Sofía 2016

Anpacken mit Übersicht: Paul Kohlhoff und Carolina Werner verteidigten am Donnerstag einen Podestplatz

RS:X-Surfer Toni Wilhelm fiel am Mittwoch zwar auf Platz sechs zurück, streicht aber in seiner konstant guten und durchweg einstelligen Serie einen fünften Rang. Alle fünf vor ihm platzierten Konkurrenten streichen höhere Ergebnisse. Das könnte dem Schwarzwälder, dem nur zwei Punkte zu einem Podestplatz fehlen, im Endspurt zugute kommen. Die 470er-Europameister Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski greifen am Donnerstag von Platz neun aus an. Ihre Teamkameradinnen Annika Bochmann und Marlene Steinherr vom Verein Seglerhaus am Wannsee rutschten am Mittwoch auf Platz acht zurück. Im 49erFX hatten die Berlinerinnen Victoria Jurczok und Anika Lorenz zwei zweistellige Ränge in Folge zu beklagen und waren damit nicht zufrieden. Dennoch führen sie als Vierte immer noch knapp vor Tina Lutz (Chiemsee Yacht Club) und Susann Beucke (Hannoverscher Yacht-Club), die auf Platz fünf liegen. Im Finale der Olympia-Ausscheidung der besten deutschen Skiff-Seglerinnen können Jurczok/Lorenz vom Verein Seglerhaus am Wannsee mit 20 Zählern Vorsprung aus den ersten beiden Ausscheidungsregatten weiter entspannt agieren.

Trofeo Princesa Sofía 2016

Eins mit Wind und Wellen: die RS:X-Surfer bei der Trofeo Princesa Sofía

Trofeo Princesa Sofía 2016

Wunderschöne 49erFX-Studie vom spanischen Fotokünstler Pedro Martinez, der beim spanischen Regattaklassiker gemeinsam mit Jesus Renedo für die faszinierende Optik sorgt

Ungewohntes Bild bei den paralympischen Seglern

Ein ungewohntes Bild bot nach dem ersten Regattatag der 2.4mR-Flotte der paralympischen Segler die Ergebnisliste. Da wehte zwar auf Platz drei zwar verlässlich die schwarz-rot-goldene Fahne mitten in der Weltspitze, doch es war nicht Deutschlands Segler des Jahres 2015, der den Platz belegte: Heiko Kröger lag nach seinen Rängen 1 und 13 zunächst nur auf Platz sechs. Auf Platz drei war Teamkamerad Lasse Klötzing vom Audi Sailing Team Germany mit den Rängen 3 und 5 vorgefahren und genoss seinen gelungenen Auftakt.

Trofeo Princesa Sofía 2016

Lasse ganz lässig: Klötzing segelte am ersten Tag der 2.4mR-Regatta vor Palma de Mallorca auf Platz drei

Tatjana Pokorny am 30.03.2016

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