Jules Verne Trophy

Jules-Verne-Trophäe: "Code Orange" für Gitana-Sextett

"Gitana 17"-Skipper Charles Caudrelier kommentiert die Vendée Globe und seinen bevorstehenden Rekordversuch. Boris Herrmann erholt sich, Kojiro Shiraishi kämpft

Tatjana Pokorny am 15.11.2020
Jules Verne Trophy
Y.Riou / polaRYSE / Gitana S.A

Auf dem Maxi "Edmond de Rothschild" will die "Gitana 17"-Crew um Charles Caudrelier und Franck Cammas die Jules-Verne-Trophäe jagen

Premiere Brest Atlantiques 2019

Wollen die Jules-Verne-Trophäe als Co-Skipper jagen: Charles Caudrelier (l.) und Franck Cammas

Seit dem 1. November sind die Co-Skipper Charles Caudrelier und Franck Cammas mit ihrer Crew David Boileau, Erwan Israël, Morgan La Gravière und Yann Riou im französischen Lorient offiziell auf Standby für den anstehenden Jules-Verne-Rekordversuch. Zu schlagen gilt es die von Francis Joyon und seiner Crew auf "Idec Sport" im Januar 2017 aufgestellte fabelhafte Bestmarke für die schnellste Mannschaftsweltumsegelung: 40 Tage, 23 Stunden, 30 Minuten und 30 Sekunden bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,84 Knoten. Caudreliers und Cammas' Maxi "Edmond de Rothschild", auch "Gitana 17" genannt, gilt als schnellster Trimaran der Welt.

Was sie ausmacht, wie sie fordert und warum dieser Rekord so faszinierend ist

Als Gast im Vendée-Globe-Studio konnte Charles Caudrelier am Sonntag berichten, dass sein Team auf "Code Orange" geschaltet hat – in der Sprache des französischen Rennstalls Gitana bedeutet das einen möglichen Start binnen 48 bis 72 Stunden. Caudrelier sagte: "Es könnte am Mittwoch losgehen." Die Chancen, einen neuen Jules-Verne-Rekord aufzustellen, bewertete der zweimalige Volvo-Ocean-Race-Sieger als realistisch. Der 46-Jährige erklärte: "Statistisch betrachtet, können wir es in unter 40 Tagen um die Welt schaffen. Aber die wahre Schwierigkeit besteht ja darin, das Boot auch wirklich um die Welt zu bringen. Wir haben unser Boot schneller gemacht als im vergangenen Jahr: zwei bis drei Knoten am Wind und etwa das Gleiche vor dem Wind. Wir haben am Rumpf gearbeitet und schnellere Foils. Das Boot ist wirklich schneller als 'Idec'." Zur Zielsetzung erklärte Caudrelier: "Wir wollen es in weniger als zwölf Tagen zum Kap der Guten Hoffnung schaffen. Da war 'Idec' etwas langsamer, bevor sie einen fantastischen Indischen Ozean gesegelt sind."

CAUDRELIER ÜBER BOOTE UND SKIPPER IN DER VENDÉE GLOBE

Gefragt nach seinem Lieblingsboot in der laufenden Vendée Globe, sagte Caudrelier: "Mir gefällt 'L'Occitane en Provence' am besten. Der Rumpf, die Foils… Das Boot kann in Zukunft Maßstäbe setzen. Ein perfektes Boot gibt es noch nicht, aber man könnte von vielen Booten gute Ideen nehmen und sie weiterentwickeln." Top-Favorit der laufenden Solo-Weltumsegelung ist auch für Caudrelier der Brite Alex Thomson. Zur Situation des mit Bruch in den Start- und Zielhafen zurückgekehrten Co-Favoriten Jérémie Beyou sagte Landsmann Caudrelier: "Jérémie ist ein sehr guter Segler. Er hat ein fantastisches Team und ein starkes Boot. Er könnte ein spektakuläres Comeback feiern und vielleicht sogar einen neuen Rennrekord aufstellen." Beyous Team hat zur Entscheidung über einen möglichen Neustart des "Charal"-Skippers eine Pressekonferenz für den 16. November angekündigt.

Vendée Globe 2020

An moralischer Unterstützung mangelt es dem gestrauchelten Co-Favoriten der neunten Auflage der Vendée Globe bei seiner Einfahrt in den Hafen Port Olonna nicht

Vendée Globe 2020/2021

Bittere Stunden für Jérémie Beyou: Der "Charal"-Skipper ist nach viel Bruch in Folge einer "Ufo"-Kollision wieder zurück im Start- und Zielhafen Les Sables-d'Olonne. Wie es weitergeht, will sein Team am Montag bekanntgeben

Im laufenden Rennen hat inzwischen am siebten Tag auf See "Hugo Boss"-Skipper Alex Thomson seinen Vorsprung auf Jean Le Cam ("Yes We Cam") auf mehr als 50 Seemeilen ausgebaut. Thomas Ruyant ("LinkedOut") hat die Verfolgung mit 136 Seemeilen Rückstand auf den enteilenden "Boss" aufgenommen. Boris Herrmann lag am Sonntagnachmittag auf Platz zwölf und erlebte einen guten Tag auf See, an dem er sich wie viele Skipper in der vorderen Hälfte von den Strapazen der ersten mit gleich zwei Sturmnächten außerordentlich fordernden Woche seiner Vendée-Globe-Premiere erholen konnte. "Das Leben ist schön", sagte der 39-Jährige bei Bootsgeschwindigkeiten zwischen zwölf und 20 Knoten.

Nach harten Tagen und noch härteren Nächten hat sich "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco"-Skipper Boris Herrmann eine Mütze Schlaf verdient…

Vendée Globe 2020/2021o

Kojiro Shiraishi kämpft um seine Fortsetzung der Vendée Globe, steht mit der Reparatur seines Großsegels mit Bordmitteln aber zunächst vor einer Herkulesaufgabe

KOJIRO SHIRAISHI KÄMPFT UM SEIN SEGEL

Am Nachmittag meldete sich auch das Team von "DMG Mori Global One"-Skipper Kojiro Shiraishi zu Wort, dessen Großsegegel am Vortag so unglücklich im oberen Teil eingerissen war. Im Statement heißt es: "Infolge des gestern erlittenen Schadens am Großsegel an Bord der Imoca 'DMG Mori Global One' hat Kojiro Shiraishi um 8.45 Uhr UTC erfolgreich das Großsegel geborgen. Aktuell laufen Konferenzen mit Kojiro, seinem Technik-Team und dem Segelmacher, um die Situation genau zu analysieren und den Reparaturprozess mit Blick auf die an Bord zur Verfügung stehende Ausrüstung zu definieren. Kojiro will alles versuchen, die Reparatur durchzuführen. Er wird dabei von den milden Wetterbedingungen profitieren, die ihm die notwendige Zeit geben, die Reparatur zu schaffen und zu validieren."

Hier geht es zum Tracker und den Zwischenständen.

Vendée Globe 2020/2021o

Runter ist es schon einmal: das schwe beschädigte Großsegel von Kojio Shiraishi auf "DMG Mori Global One"

Tatjana Pokorny am 15.11.2020

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