Brest Atlantiques

In sechs Tagen von Brest nach Recife – Giganten vor Pitstops

Die größten Renntrimarane der Segelwelt sind rasant über den Atlantik gefeuert. Nach Kollisionen mit "Ufos" planen beide Spitzenreiter Pitstops in Brasilien

Tatjana Pokorny am 11.11.2019
Brest Atlantiques 2019
Gitana/Yann Riou

Team Gitana führt das Feld bei der Premiere des Brest Atlantiques nach sechs Tagen an

Das Rennen dauert an, aber die ersten Etmale sind eindrucksvoll: Die größten Renntrimarane des Segelsports haben nach nur sechs Tagen der neuen Regatta Brest Atlantique die Strecke von Brest nach Recife absolviert. Der brasilianischen Küste rasten die Dreirumpfer am Montagmorgen mit Geschwindigkeiten von knapp 30 Knoten entgegen. Und das, obwohl inzwischen die beiden führenden Boote – Gitanas "Maxi Edmond de Rothschild" mit den Co-Skippern Charles Caudrelier und Franck Cammas sowie "Macif" mit François Gabart und Gwénolé Gahinet – Kollisionen zu beklagen hatten und einen Pitstop planen, was das aktuelle Ranking durcheinanderbringen könnte. Noch entspricht die Reihenfolge den Prognosen der Experten, die "Macif"-Skipper François Gabart vor dem Rennen mit Blick auf die Siegchancen der Teams so auf den Punkt gebracht hatte: "40 Prozent für Team Gitana, 30 Prozent für uns, 20 Prozent für 'Sodebo' und zehn für 'Actual Leader'."

Premiere Brest Atlantiques 2019

Die Zwischenstände nach knapp sechs Tagen auf See am Montagvormittag (11. November): Die Flotte nimmt Kurs auf die erste Bahnmarke vor Rios Ipanema-Strand, die beiden Spitzenreiter planen Pitstops

Brest Atlantiques 2019

Gigant im Einsatz: Gitanas "Maxi Edmond de Rothschild"

Eindrücke aus den Doldrums, wo die Segler mit strömendem Regen und verlangsamter Fahrt geprüft wurden

Die führende "Maxi Edmond de Rothschild" hatte es querab der Kapverden erwischt. "Wir werden ein paar Stunden in Bahia stoppen müssen", erklärte Franck Cammas. "Wir haben kurz vor Passieren der Kapverden ein Problem mit unserem Schwert bekommen. Das gibt es ein paar Dinge zu richten. Wir wissen nicht genau, was passiert ist. Wahrscheinlich eine Kollision. Sichtbar ist die Schwert-Unterkante beschädigt, weshalb sich das Boot nicht in idealem Segelzustand befindet. Wir haben die Pros und Kontras mit Cyril Dardashti, unserem Team und unserem Navigator Marcel van Triest besprochen. Wir haben den Meilenverlust, die verbleibende Rennstrecke bei bislang etwa einem absolvierten Viertel des Kurses, das bevorstehende Wetter und natürlich die Sicherheitsaspekte analysiert und abgewogen. Nimmt man alles zusammen, scheint es der beste Kompromiss zu sein, in Bahia zu stoppen und die Regatta dann mit einem Boot fortzusetzen, das sein volles Potenzial ausschöpfen kann." Für Team Gitanas Pitstop in Salvador de Bahia haben die Veranstalter des Transat Jacques Vabre und die Marina-Verantwortlichen ihre Unterstützung zugesagt, denn dort geht gerade die Transat-Jacques-Vabre-Flotte ins Ziel. Gitanas "Edmond de Rothschild" wird für einige Stunden in der Allerheiligenbucht vor Anker gehen.

Brest Atlantiques 2019

Gitanas Co-Skipper Charles Caudrelier und Franck Cammas auf einen Blick: Cammas liegt sichtlich müde und nachdenklich in der kleinen Koje an Bord des "Maxi Edmond de Rothschild", Caudrelier steht im Eingang der Steuer-Kapsel

Bereits seit Samstag lahmt François Gabarts "Macif" nach Kollision mit einem unbekannten Objekt ("Ufo"). Die Männer auf dem großen blau-weiß-gelben Trimaran müssen das Ruderblatt ihres Mittelrumpfes repararieren und haben ebenfalls einen Pitstop im Auge, jedoch noch keinen Hafen dafür benannt.

Brest Atlantiques 2019

Sieht trotz bevorstehendem Pitstop frisch und angriffslustig aus: "Macif"-Skipper François Gabart

Zwischen flotter Fahrt und Flaute: Diese Bilder schickte die "Macif"-Crew am Wochenende

Wie rasant die Regatta-Riesen der Meere unterwegs sind, zeigen auch die Äquator-Zeiten: Die führende "Maxi Edmond de Rothschild" hatte die Südhalbkugel nach dem Start in Brest am vergangenen Dienstag in nur 5 Tagen, 3 Stunden und 45 Minuten mit einem Vorsprung von 164 Seemeilen vor "Macif" erreicht. Das Rennen führt die vier Boote von Brest via Rio de Janeiro und Kapstadt zurück in den französischen Start- und Zielhafen. Mit der Rückkehr der kleinen, aber feinen Flotte wird Anfang Dezember gerechnet.

Hier geht es zum Tracker und den Zwischenständen.

Eine Zusammenfassung der Regatta-Veranstalter vom Wochenende nach dem Start am 5. November in Brest

Tatjana Pokorny am 11.11.2019

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