DNA-F4-Katamaran

Im Foiling-Modus nach Bermuda

Da bei der Vendée Globe nun Kielboote foilen, sollte auch ein neuer Katamaran dasselbe auf der Strecke von New York nach Bermuda tun

Dieter Loibner am 16.11.2016
DNA F4

Der DNA F4 bei Trainingsfahrten in New York

Nicht mehr nur um die Bojen, Katamarane sollen jetzt auch auf hoher See im Foiling-Modus unterwegs sein. Da hecheln sie den Imoca 60 hinterher, die es derzeit bei der Vendée Globe vorexerzieren, aber auch dem guten, alten Tragflächentrimaran "l'Hydroptère", der lange Zeit das schnellste Segelboot auf Erden war und dabei auch vor großem Wasser keine Scheu zeigte.

L'Hydroptere

Dunnemals: L'Hydroptère bei der Rekordfahrt

Nun also soll auch ein Zweirumpfer diese Kunst beherrschen. Mit dabei: America’s-Cup-Sieger Jimmy Spithill. Ein High-Tech-Katamaran, der für das Offshoresegeln auf Foils konzipiert wurde. Eine Mannschaft, die kräftig zupacken kann. Dazu eine Mütze Wind, ein Hubschrauber plus Kamerateam. Und dann ab die Post.

Eigentlich hat man so ähnliche Bilder schon gesehen, nämlich vor anderthalb Jahren, als der Gunboat-G4-Katamaran (s. YACHT 15/2016) seine Premiere feierte als erster "Fahrtenkat", der auch foilen konnte. Das Abenteuer in der Karibik endete damals mit einer spektakulären Kenterung, und die Gunboat-Werft, die das Boot vermarkten wollte, machte in der Folge Pleite.

Holland Composites, ein niederländisches Spezialunternehmen, das bekannt ist für Gebäudefassaden aus Kohlefaser, aber auch für die Herstellung der foilenden DNA-A-Kats, sicherte sich aus der Konkursmasse die Rechte am G4 und entwickelte daraus den DNA F4, den Spithill und Kollegen unlängst von New York nach Bermuda prügeln wollten. Es handelt sich dabei um einen etwas größeren und breiteren G4, der stark abgespeckt (z. B. ohne Küche im Cockpit) und mit besseren Kontrollmechanismen für Schwert und Ruder ausgestattet ist. Das 14 Meter lange und knapp sieben Meter breite Boot soll laut Hersteller 34 Knoten erreichen. Auch eine One-Design-Klasse sei geplant, die den klingenden Namen Tour de Foil tragen soll.

Der Versuch von Spithill und Kollegen begann vielversprechend mit Vollgasbedingungen, unter denen die Crew den Golfstrom überqueren konnte. Dann schlug das Wetter allerdings andere Töne an. "Aus einer Performance-Fahrt wurde ein Kampf ums Überleben in der zweiten Hälfte der Reise", sagte der Australier. Kein Wunder, bei mehr als 7 Windstärken und gut fünf Meter hohen Wellen.

Sie schafften es nach Bermuda, aber stark gerefft und ziemlich kleinlaut. "Die Natur entscheidet, auf welchem Niveau man agiert", erklärte Spithill. "Und sie traf diese Entscheidung für uns."

 

 

Dieter Loibner am 16.11.2016

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