Jules Verne Trophy

"Idec Sport" fällt zurück

Das Hoch haben die beiden Boote endlich durchquert, doch Boris Herrmann und sein Team verlieren mehr Meilen als "Spindrift 2"

Andreas Fritsch am 19.12.2015
Spindrift

Leichter Wind bremst die Teams ein

Fast zwei Tage kämpften sich die beiden Kontrahenten durch schwache Winde, zeitweise war "Idec Sport" mit nur etwas über sechs Knoten Speed unterwegs, was für dieses Boote äußerst selten der Fall ist. Und entsprechend hoch war der Preis, den Francis Joyon und seine fünf Mitstreiter zahlen mussten: Sie verloren rund 100 Seemeilen auf das Team von Yann Guichard und Dona Bertarelli. 

Spindrift

Leichter Wind bremst die Teams ein

Es kam nicht nur darauf an, wer mehr Windstriche im lauen Lüftchen des Hochs fand. Auch das für die kleine Crew um sechs Meter gekürzte Rigg von "Idec Sport" mit der niedrigeren Segelfläche dürfte im Schwachwind ein erheblicher Nachteil gewesen sein. Boris Herrmann hatte gegenüber der YACHT betont, dass das Boot bei etwa 25 Knoten Wind deutlich schneller ist als vorher, doch gerade bei leichtem Wind könnte es auch klar anders herum sein.

Erst heute wurde bekannt, dass beide Teams vor ein paar Tagen, als die Entscheidung anstand, das Hoch entweder nördlich oder südlich zu umfahren, ein "Gentlemen's Agreement" trafen. Nachdem klar war, dass der Weg im Süden auf deutlich über 60 Grad Süd, und damit voll in die Eisberg-Region führte, haben sich die beiden Wetter-Router, Yean-Yves Bernot ("Spindrift 2") und Marcel van Triest ("Idec Sport"), geeinigt, ihre Teams nicht dorthin zu schicken. "Es wäre zu gefährlich gewesen so tief im Eis", sagte Bernot im neuesten Video vom Spindrift-Team.

Video über das "Gentlemen's Agreement" der Teams

So entschieden sich beide für die zähe Alternative im Norden, die sie jetzt reichlich Meilen auf den Rekord gekostet hat. Yann Guichard und seine Crew liegen mittlerweile 440 Seemeilen zurück, "Idec Sport" 550. Der Konkurrent segelt bereits in den etwas kräftigeren Winden des Tiefs, mit dem beide bis zum Kap Hoorn durchfahren wollen, der Abstand dürfte sich also noch etwas vergrößern. Bleibt nur die Hoffnung, dass Boris Herrmann und seine Crewkollegen im Tief wieder schneller segeln als "Spindrift 2", wie es ihnen zuletzt zeitweise gelang. 

Doch wenigstens scheint der Weg zum Kap jetzt frei und schnell, während Loïck Peyron 2012 noch ein, zwei Umwege segeln musste. Die beiden Rekordjäger könnten also wieder Meilen gutmachen in den nächsten Tagen.

Andreas Fritsch am 19.12.2015

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