125. Kieler Woche

"Ich dachte, ich bin auf einer Jollenbahn"

Parallel zu den olympischen Rennen ging es am Donnerstag vor Kiel auch in J/80, J/70 und J/24 zur Sache. Zudem gewannen "Stardust" und "Fakse" den Senatspreis

Tatjana Pokorny am 27.06.2019
125. Kieler Woche
Sascha Klahn / Senatspreis

Das Rennen um den Senatspreis

Vor allem für die Segler in den Klassen J/80, J/70 und J/24 entpuppten sich die Bedingungen bei den Wettfahrten auf der Kieler-Woche-Außenbahn am Donnerstag als anspruchsvoll. Und auch die Teilnehmer am Senatspreis waren auf der Mittelstrecke durch die Kieler Bucht gefordert. Hier gingen nur elf Yachten ins Rennen, acht erreichten das Ziel. Wettfahrtleiter Ralf Paulsen traute seinen Augen kaum: "Es war zwar nur ein kleines Feld, aber es war schon am Start ein heißer Kampf – inklusive Hochluven und Einzel-Frühstart. Ich dachte, ich bin auf der Jollenbahn." Der Ehrgeiz wich am Abend der Freude, als die Gewinner auf dem Podium im Olympiazentrum Kiel-Schilksee ihre Preise entgegennahmen. Für den Sieg in ORC I + II wurde das Team auf Alf Henryk Wulfs "Stardust" geehrt, in der Klasse ORC III hatte sich die Crew auf Leif Kemmerichs "Fakse" (Stadland) durchgesetzt.

125. Kieler Woche

"Hügeliges" Bahn-Delta-Vergnügen für Martin Menzner auf der J/80 "Pike"

Seriensieger Martin Menzner prägte das Bild des Tages mit der Aussage, die Bahn Delta sei etwas zu "hügelig" gewesen. Ähnlich hätte der Erfolgs-Skipper in der J/80 die Vorstartphase seines Teams beschreiben können, denn die "Pike"-Crew hatte vor dem ersten Start eine Baustelle zu beheben: Eine Traveller-Klemme hatte den Dienst versagt, und die Crew musste schnell eine Ersatzlösung finden. Was sie tat, indem sie das Steuerbord-Achterstag stilllegte und dessen Klemme für den Traveller nutzte. Zwar reichte es danach für die Abonnements-Sieger im ersten Rennen "nur" zu Rang drei, doch mit den zwei folgenden Tagessiegen setzte sich die Menzner-Mannschaft wie gewohnt an die Spitze des Feldes. Einen Durchmarsch erwartet Menzner trotzdem nicht: "Bei den anderen Windbedingungen an den kommenden Tagen wird es spannend bleiben. Es war heute schon jeweils sehr eng." Mit "anderen Winden" meinte Menzner zunächst einmal die möglicherweise flauen Bedingungen, die nach fast einer Woche Segel-Bestbedingungen für Freitag erwartet werden.

Gänzlich makellos war die Bilanz von Björn Beilken und seiner J/70-Crew auf der "Diva", die beide gewertete Rennen des Tages gewannen. "Es lief super. Dabei haben wir dieses Jahr noch gar nicht viel gesegelt und hatten keine großen Erwartungen", erklärte Crew-Mitglied Jork Homeyer. "Unser Training letzten Sonntag bei ähnlichen Bedingungen hat geholfen, in die Abläufe zu finden. Und wir haben einen guten Trimm und gutes Material." In der J/24 führt das US-Team um Keith Whittemore auf "Furio" vor der britischen "Madeleine" mit Skipper Duncan McCarthy. Auf Platz drei segelte die Mannschaft von Stefan Karsunke aus Hamburg auf der J/24 "Schwere Jungs".

Hier geht es zu den Ergebnissen.

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Die "Diva"-Crew bei ihrem Auftakt-Durchmarsch am Donnerstag

Tatjana Pokorny am 27.06.2019

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