Transat Jacques Vabre

"Hugo Boss" kollidiert mit UFO

Der Open 60 des Briten Alex Thomson ist am Sonntag mit 25 Knoten mit einem unbekannten Objekt kollidiert. Der Kiel hängt nur noch am Hydraulik-Zylinder

Andreas Fritsch am 04.11.2019
Hugo Boss
Hugo Boss/M. Lloyd

Die "Hugo Boss"

Von seiner "Hugo Boss" schickte Thomson den folgenden Bericht zum Geschehen:

"Neal und ich waren wach und segelten mit etwa 25 Knoten, als wir irgendetwas im Wasser rammten. Ich stand im Cockpit hinter dem Grinder, als es passierte. Neal war hinter der Cockpit-Tür. Wir wissen nicht genau, was wir gerammt haben, aber es muss etwas Großes gewesen sein, und es muss unter Wasser gewesen sein. Es hat den Kiel getroffen und das Boot komplett gestoppt. Der Kiel wurde dabei stark beschädigt und ist nur noch durch den Hydraulik-Zylinder mit dem Boot verbunden. Neal und ich wurden durchs Boot geschleudert und haben ein paar Prellungen, sind aber okay. Es hat sich angefühlt, als ob du mit deinem Auto 50 fährst, die Augen schließt und dann gegen eine Mauer rast!"

Die beiden Segler konnten den Kiel aber so weit stabilisieren, dass das Boot sicher scheint, zumal sie in leichten Winden westlich der Kanaren zurzeit nicht mit schwerem Wetter oder Seegang rechnen müssen. Ein Hilfsangebot von Boris Herrmann, der nicht weit entfernt segelte, als die Kollision passierte, lehnte Thomsons Team ab.

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Stand des Rennens heute Morgen

Laut dem technischen Team Direktor Ross Daniel wird nun geprüft, ob Alex Thomson und Neal McDonald ohne Hilfe vorsichtig die rund 380 Seemeilen zu den Kanaren segeln können. Zurzeit bewegt sich das Boot noch in nordwestliche Richtung, allerdings erklärte das Team dazu, dass beide Segler nach der anstrengenden Not-Reparatur erst einmal eine Pause bräuchten. Heute wird entschieden, wie es weitergeht.

Derweil hat das Feld der Open 60 mit großen Schritten die Kapverden erreicht und schickt sich nun an, eine gute Stelle zur Passage der Doldrums zu finden. An der Spitze segeln unverändert Jérémie Beyou und Christopher Pratt  mit "Charal", gefolgt von Charlie Dalins "Apivia". Mittlerweile auf Platz drei liegt Alex Thomsons alte "Hugo Boss", die nun als "11. Hour Racing" von Charlie Enright und Pascal Bidégorry gesegelt wird. Boris Herrmann hat durch seine westliche Route, die sich als Wetter-Flop entpuppte, nun rund 410 Seemeilen Rückstand auf die Führenden und segelt auf Platz 16. "Für uns ist der Zug abgefahren", mailte er von Bord seiner "Malizia". Er sei überrascht, dass die Westroute sich als ein derartiger krasser Fehlgriff entpuppt habe. Zu der Entscheidung für den Kurs hatte auch die Einschätzung von Top-Wetter-Router Marcel van Triest beigetragen, von dem sich Herrmann vor dem Rennen beraten ließ. Nun würden sie wohl rund zwei Tage nach den Führenden über die Ziellinie gehen. 

Etwas besser sieht es für den Deutschen Jörg Riechers bei den Class 40 aus. Er liegt auf Platz sieben, hat mittlerweile aber auch rund 128 Seemeilen Rückstand zum führenden Duo Ian Lipinsky und Adrien Hardy. Die Brüder Arnt und Sönke Bruhns segeln mit ihrer "Iskareen" auf Platz 17. Die beiden vloggen regelmäßig auf ihrer Facebook-Seite.

Andreas Fritsch am 04.11.2019

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