Le Défi Azimut 2018

Hochseefoiling: Der erste Imoca hebt komplett ab

Eine Testregatta vor der Route du Rhum zeigt, in welche Richtung sich die Einhand-Hochseeboliden entwickeln. Auch sie werden fliegen

Lars Bolle am 24.09.2018
Imoca
Yvan Zedda/Defi Azimut

Der Franzose Jérémie Beyou hebt ab. Bei der 24-Stunden-Regatta Le Défi Azimut vom französischen Lorient aus demonstrierte er eindrucksvoll, in welche Richtung die Entwicklung bei den Open 60 der Imoca-Klasse geht. Mit seiner nagelneuen "Charal" deklassierte er die Konkurrenz bei einem vorgelagerten Speed-Vergleich und konnte auch im anschließenden Race auf bestimmten Kursen überzeugen, lag zwischenzeitlich auf Rang drei, bevor er wegen technischer Probleme aufgab.

"Charal" hebt beim Speed-Vergleich ab

Das Besondere: Während die mit Foils ausgerüsteten Imocas bisher eher im sogenannten Skimming-Modus unterwegs waren, bei dem der Rumpf immer noch die Wasserfläche berührt, die Foils eher dazu dienen, aufrichtendes Moment zu erzeugen und die benetzte Fläche zu verringern, verließ die "Charal" komplett über weite Strecken ihr Element. Stabil flog das Boot auf dem Leefoil, dem geneigten Kiel und dem Ruder.

Defi Azimut

Boris Herrmann auf seiner "Malizia"

Der Hamburger Boris Herrmann fuhr mit seiner "Malizia" auf Platz fünf und zeigte sich zufrieden: "Wir sind schnell genug, können absolut mithalten", sagte er gegenüber YACHT online. "Ich bin nicht im roten Bereich gesegelt, eher solider, ich wollte nichts kaputtmachen. Es war nicht unser Zielrennnen, das ist die Route du Rhum."

Zur Flugvorstellung der "Charal": "Sie war überraschend gut dabei, wenn man bedenkt, dass das Boot erst vier Wochen alt ist. Es war noch nicht vollständig unter Kontrolle, manchmal mit dem Bug etwas steil nach oben und fiel dann von den Foils, wenn die Strömung abriss. Beyou war allerdings am Start nicht viel schneller als wir, was sehr positiv für uns ist. Wir hatten die Befürchtung, dass die neue Generation Foils unter bestimmten Bedingungen vier bis fünf Knoten schneller ist als wir, aber ich denke, es werden nur 1,5 Knoten bei idealen Bedingungen sein, dafür sind sie bei anderen Bedingungen vielleicht auch langsamer. Insofern bin ich optimistisch, dass der Unterschied nicht zu gravierend sein wird. Aber der Schritt zum kompletten Einrumpf-Foilen liegt jetzt auf der Hand."

Lars Bolle am 24.09.2018

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