Caribbean 600

Hetairos nach Zeit, Rán nach Rechnung

Länge läuft, deshalb holte sich die 214-Fuß-Ketsch die Line Honors. Doch auch der JV-Mini-Maxi segelte gut und liegt nach Handicap vorn

Dieter Loibner am 23.02.2012
RORC Caribbean 600

Zweiter Steich für "Hetairos". Nach der Transatlantik-Regatta im Herbst nun auch Sieg bei der Caribbean 600

Das Duell der ungleichen Giganten beim 600-Meilen-Rundkurs durch die Karibik wurde in stockdunkler Neumondnacht zugunsten von „Hetairos” entschieden. Die von Reichel/Pugh und Dykstra & Partners konstruierte Riesen-Ketsch im Retro-Look rang am Schluss die Regattayacht „Rambler 90” nieder und holte sich mit fast zwei Stunden Vorsprung den Sieg nach gesegelter Zeit. 

RORC Caribbean 600

Nicht die Längste, aber nach Handicap in Führung: JV-Design „Rán"

„Hetairos”, die vom Franzosen Vincent Fauquenoy geskippert wurde, legte mit 22 Knoten auf dem langen Raumschotsgang, der diesem Schiff besonders liegt, gehörig vor. Doch „Rambler 90” war nicht abzuschütteln. Erst als das kleinere Boot bei La Desirade hängenblieb, konnte „Hetairos” die Gunst der Stunde nutzen und sich mit einem Schlag absetzen, auf dem sie bessere Bedingungen vorfand. Nach zwei Tagen und zwei Stunden Segelzeit lag die Ketsch im Ziel klar vorn, wenn auch deutlich über dem im Vorjahr aufgestellten Streckenrekord von „Rambler 100”, der Yacht, die letzten Sommer beim Fastnet Race nach Kielverlust gekentert war. Navigator Marc Lagesse: „Ich muss sagen, ich bin sehr überrascht, dass wir als Erste im Ziel waren. An Line Honors hätte ich vor dem Start nicht geglaubt, denn Schiff und Segel sind für diesen Kurs nicht optimal, und ich habe auch nicht immer goldrichtige Entscheidungen getroffen.”

RORC Caribbean 600

Auch die ältere und kleinere „Rambler" spielte um den Sieg mit

Die kleinere und ältere „Rambler 90” (ehemals „Shockwave”) kam 1 Stunde, 48 Minuten später daher und nur 40 Minuten vor der deutlich kürzeren „Rán”, dem von Judel/Vrolijk gezeichneten 72-Fuß-Mini-Maxi, der sich mit Eigner Niklas Zennström am Steuer die vorläufige Führung nach berechneter Zeit sicherte. Mit präziser Taktik und vielen flinken Segelwechseln meisterte „Ran” die Bedingungen am besten, die von leicht bis Schauerböen so ziemlich alles brachten, und legte so den Grundstein für ein gutes Finish.

RORC Caribbean 600

„Hetairos" im Ziel

"Hetairos”, die letzten Sommer vom Stapel gelaufen war und schon das RORC Transatlantic Race gewonnen hatte, ist derzeit das Maß der Dinge im Superyacht Circuit. Sie wurde nach neuesten Erkenntnissen bei Baltic in Finnland im Kompositverfahren hergestellt. Schlüssel zu den überragenden Segelleistungen ist die sehr konsequent eingehaltenene Philosophie des Gewichtsparens: Der Rumpf wiegt nur 240 Tonnen, halb so viel wie das Äquivalent aus Aluminium. Das Rigg besteht aus Kohlefaser mit stehendem Gut aus synthetischen Materialien. Für die Segelgarderobe wurde das neue North-3Di-Tuch verarbeitet. Schweres Gerät wie etwa hydraulische Reffanlagen sind verpönt. Auch mit dem komplett einziehbaren Antriebssystem wurden neue Wege beschritten. Dennoch hat das Schiff eine klassische Anmutung mit viel Holz, einem Yachtheck, festem Bugspriet und einem traditionellen Steuerhaus.

Der Start vor Antigua

Zu den Ergebnissen

Fotostrecke: RORC Caribbean 600

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Dieter Loibner am 23.02.2012

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