Bermuda 1000

Herrmann als starker Zweiter auf Kurs Azoren

Mit nur 17 Seemeilen Rückstand auf Spitzenreiter Sébastien Simon mit "Arkéa-Paprec" segelt Boris Herrmann im Bermuda-1000-Rennen den Azoren entgegen

Tatjana Pokorny am 13.05.2019
Bermuda 1000
Team Malizia

Boris Herrmanns "Malizia II - Yacht Club de Monaco" im Bermuda-1000-Rennen

Malizia II Hermann von Bord RdR 2018 PR_181111_rdr2018_Borisupdate_010

Zur Halbzeit im Bermuda-1000-Rennen von Douarnenez rund Fastnet Rock und Azoren und zurück nach Brest behauptet sich der einzige deutsche Teilnehmer Boris Herrmann auf "Malizia II – Yacht Club de Monaco" weiter auf Platz zwei. Am Montagmittag trennten den Hamburger Solo-Skipper und den führenden Franzosen Sébastien Simon auf "Arkéa-Paprec" nur 17 Seemeilen. Gleichzeitig hat Herrmann sich gut 13 Seemeilen Vorsprung vor der Favoritin Sam Davies erarbeitet, die mit ihrer Imoca "Initiatives – Cœur" vier Tage nach dem Start zum 2000-Seemeilen- Rennen auf Platz drei liegt. Aufgeholt hat der anfangs nicht in Fahrt gekommene Mitfavorit Yannick Bastaven, der mit "Maître Coq IV" inzwischen auf Platz vier vorgerückt ist. Damit bilden jene vier Skipper das führende Quartett, denen schon vor Rennbeginn ein Podiumsplatz zugetraut worden war.

Für Boris Herrmann verläuft das Rennen bislang nahezu wunschgemäß. Entsprechend guter Dinge schickte er bereits am Sonntag einen ersten ausführlicheren Bericht von Bord. Darin erzählte er auch von den oftmals "unberechenbaren Bewegungen der Boote". In den Spitzen um 26 Knoten Wind sei er mit J3 und zwei Reffs unterwegs gewesen. Einige der Bewegungen habe er auch in der Koje schmerzlich zu spüren bekommen. "Beim Sitzen muss man auf seinen Rücken achten", so Herrmann, "denn diese Boote sind so steif."

Bermuda 1000

In dieser Szene herrschen moderate Bedingungen für Boris Herrmanns "Malizia"

Weiter schwärmte der "Malizia"-Skipper: "Das erste Morgenlicht zeigte sich als schüchterner goldener Streifen unter dem teppichartigen grauen Himmel. Er war nur kurz zu sehen. Danach blieb der Morgen grau. Gegen Mittag aber ist die Sonne da, und die Stimmung steigt. Ich versuche, ein Video zu schicken, aber irgendetwas funktioniert nicht. Das Solar dagegen arbeitet sehr zufriedenstellend. Es hat die Batterien binnen weniger Stunden wieder voll aufgeladen."

Falsch, so schreibt Herrmann, sei seine Entscheidung gewesen, den Watermaker nicht mitzunehmen. "Was habe ich mir dabei gedacht? Ich trinke viel mehr, als ich angenommen habe – fast zehn Liter bis Tag zwei. Aber keine Sorge, ich werde klarkommen. Was der Rest der Flotte wohl über diesen Sonntag denkt? Es wäre schön, wenn wir ein kurzes Debriefing in der Bar in Brest abhalten und dann wieder zur Arbeit zurückkehren könnten.

Bermuda-1000-Rennen

Der Zwischenstand im Bermuda-1000-Rennen am Montagmittag, vier Tage nach dem Start am vergangenen Donnerstag um 17 Uhr. "Malizia" ist das weiße Boot mit Flügeln

Ich frage mich, wie sich mein kleiner Hund hier verhalten würde. Würde sie einfach chillen? Bei dem ganzen Krach? Daran denke ich, wenn ich zu schlafen versuche. Ich stelle mir ihre Haltung vor. Sie ist immer bereit zu schlafen.

Meine Ziele für diese Woche? Den nächsten Wegepunkt runden. Und zurück nach Brest. Die Grippe überwinden. Die gute Position verteidigen. Nichts kaputtmachen. Den 'anderen' Lebensstil genießen. Mir bewusst machen, was wir hier tun."

Tatjana Pokorny am 13.05.2019

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