Ultim-Klasse

Gitana-Team bereitet sich auf Jules-Verne-Rekordjagd vor

Nach halbjähriger Zwangspause und erneutem Refit feiert Team Gitana trotz Enttäuschung über die Transat-Absagen das Comeback mit "Maxi Edmond de Rothschild"

Tatjana Pokorny am 10.06.2020
Brest Atlantiques 2019
Brest Atlantiques

Nach dem triumphalen Sieg bei der Brest-Atlantiques-Premiere 2019 gingen "Maxi Edmond de Rothschild" und das Team Gitana in die lange Winterpause, die sie effektiv genutzt haben

Dem Team und den beiden Top-Seglern Franck Cammas und Charles Caudrelier kam die Zwangspause in Corona-Zeiten "wie eine Ewigkeit" vor. Sechs Monate ist es her, dass die 32-Meter-Gigantin "Maxi Edmond de Rothschild" zuletzt im Wasser war. Jetzt ist der schnelle foilende Trimaran nach einem erneuten Refit wieder zurück im Wasser. Seine Mannschaft bereitet sich auf einen Jules-Verne-Rekordversuch vor. Trotz blauer Masken vor dem Gesicht war den Co-Skippern die Freude beim Comeback anzusehen.

Ihre Überarbeitung der stolzen Brest-Atlantiques-Gewinnerin hätte ursprünglich im März beendet sein sollen. Die ersten Einsätze waren ab Mitte März geplant. Die Covid-19-Krise und der zweimonatige Lockdown in Frankreich jedoch hatten die Planungen durchkreuzt und den Fokus der Mannschaft vom den gestrichenen Transat-Rennen auf die Jules-Verne-Trophäe wechseln lassen. Was auch bedeutete, die für das Transat durchgeführte Optimierung des Verdier-Designs für den Solo-Einsatz wieder in eine Crew-Konfiguration umzuwandeln. 

Maxi Edmond de Rothschild 2020

Ihr Boot ist endlich wieder in seinem Element: die Co-Skipper Charles Caudrelier (r.) und Franck Cammas vor dem Neustart in Lorient in der Bretagne

Der Ultim-Renner "Maxi Edmond de Rothschild" ist zurück in seinem Element

Die zuvor schon durchgeführten Modifikationen beschreibt Franck Cammas so: "Der Teufel liegt im Detail. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte es gar keine großen Veränderungen gegeben. Jedenfalls nichts, was einem sofort ins Auge springt. Doch das ist ja gerade das Interessante: Wir befinden uns jetzt am oberen Ende des Finetuning-Prozesses, wo es die Summe der kleinen Veränderungen ist, die hoffentlich für den Unterschied sorgen wird. Auf dem Papier sind es massive Gewinne. Ich glaube, dass wir mit der Geschwindigkeit des Maxis sehr schnell einen gigantischen Sprung nach vorn machen werden." Auch Charles Caudrelier kann die bevorstehenden Tests, Trainings und den Jules-Verne-Rekordversuch kaum erwarten: "Ich habe schon am Ende des Brest Atlantiques gesagt, dass ich dieses Boot liebe. Die 2020-Version des 'Maxi Edmond de Rothschild' wird außergewöhnlich sein. Das gilt insbesondere für die Tatsache, dass wir im Jules Verne die Segel mit neuen Foils setzen."

Maxi Edmond de Rothschild 2020

Endlich wieder dort, wo er Rekorde jagen soll: "Maxi Edmond de Rothschild" im Hafen von Lorient

Ihre Enttäuschung über das ausgefallene Transat-Rennen verbergen die Skipper nicht. Charles Caudrelier hatte das Transat einhand bestreiten wollen. "Es ging dabei auch um die Rückkehr zu meinen Wurzeln als Segler, die Rückkehr zum Einhandsegeln. Seitdem sind etwa zehn Jahre vergangen. Ich war wirklich hochmotiviert und voller Eifer zu erfahren, zu was ich in diesem Bereich noch fähig bin. Mal ganz abgesehen von diesem unglaublichen Boot. Wir sind nun aber auch glücklich, und es ist erstaunlich positiv, dass wir für die zweite Jahreshälfte ein Ziel wie die Jules-Verne-Trophäe haben."

Den aktuellen Jules-Verne-Rekord für die schnellste Weltumsegelung einer Mannschaft halten Francis Joyon und sein Team auf "Idec Sport" mit 40 Tagen, 23 Stunden und 30 Minuten seit Januar 2017. "Dieser Rekord ist schwer zu schlagen", weiß nicht nur Franck Cammas, "er liegt so nah bei der 40-Tage-Grenze, dass wir anstreben müssen, sie zu unterbieten. In unseren Träumen ist das die Grenze, die wir überwinden wollen. Aber bei der Jules-Verne-Trophäe geht es am Ende nicht nur um ein Boot und ein paar Typen. Sie hat auch mit dem Umfeld und dem Wetter zu tun, was wir nicht immer kontrollieren können. Auf der Jagd um die Welt könnte es möglicherweise sogar zu einem spannenden Duell kommen, denn auch das Team auf der Dock-Nachbarin "Sodebo Ultim" in Lorient hat Interesse an einem Jules-Verne-Rekordversuch angemeldet. Charles Caudrelier sagt: "Das Duell rund um den Planeten ist ein logisches Szenario, die Idee ist faszinierend." Die Standby-Periode der Teams beginnt am 1. November dieses Jahres.

Brest Atlantiques 2019

Dem gemeinsamen Brest-Atlantiques-Sieg 2019 wollen die Co-Skipper Franck Cammas und Charles Caudrelier ab November einen Jules-Verne-Rekorderfolg folgen lassen

Tatjana Pokorny am 10.06.2020

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