Regatta-News

Gilmour nicht zu stoppen

Beim Swedish Match Cup in Split sah alles nach einem Durchmarsch von BMW-Oracle-Steuermann Bertrand Pacé aus. Aber wieder siegte Gilmour

Carsten Kemmling am 01.06.2005

Der Australier Peter Gilmour hat eine Woche nach dem Sieg am Bodensee auch die Swedish-Match-Regatta in Kroatien gewonnen. Er besiegte den Franzosen Philippe Presti im Finale mit 3:2. Damit hat er in der siebten von acht Regatten die Führung in der Gesamtwertung der Serie übernommen. Es geht um ein Auto von Tour-Sponsor BMW.

Eigentlich hatte alles nach einem überlegenen Sieg des Franzosen Bertrand Pacé ausgesehen, der seinem Arbeitgeber BMW Oracle endlich den lange erhofften Sieg auf der Tour sichern wollte. 17-mal war der Vorjahressieger in den Vorrunden erfolgreich, bei denen die elf Crews jeweils zweimal jeder gegen jeden antraten.

Aber zum Schluss der Serie folgten vier Niederlagen, als das Team schon seinen ersten Platz im Halbfinale sicher hatte. Und diese Serie setzte sich ausgerechnet dort fort. Pacé durfte sich als Führender der Gesamtwertung seinen Semifinal-Gegner aussuchen und wählte den vermeintlich schwächeren Landsmann Philippe Presti. Ed Baird und Peter Gilmour trafen im zweiten Halbfinal-Duell aufeinander.

Aber Presti (39) war ein harter Brocken. Der ehemalige Finn-Weltmeister, der beim vergangenen Cup das französische Boot von Le Défi steuerte, schickte Pacé mit 3:1 nach Hause. Es könnte als eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in eigener Sache verstanden werden. Denn noch ist nicht klar, ob Presti in das neue China-Team übernommen wird, das mit den Franzosen von Le Défi ein Joint venture eingegangen ist.

So gibt es Gerüchte, dass Presti auch zu den Italienern von Luna Rossa stoßen könnte, weil es Probleme mit Edel-Steuermann James Spithill gebe. Presti wollte sich in Split dazu nicht äußern. Dafür steigerte er seinen Marktwert auf dem Wasser enorm. Denn wenige hätten ihm den Final-Einzug und die starke Vorstellung gegen Gilmour in dem hochkarätigen Feld zugetraut.

Jetzt ist nur noch fraglich, wann Peter Gilmour seine Chance bei einem aktuellen Cup-Team bekommt. Der Australier, der beim vergangenen Louis Vuitton Cup das US-Syndikat One World zu Platz drei geführt hatte, ist noch ohne Engagement. Er steht allerdings in engem Kontakt zum italienischen Team Luna Rossa, wo viele seiner One-World-Schützlinge gelandet sind.

Seine Crew verteilt sich schon langsam auf die verschiedenen Syndikate. Kazuhiko Sofuku ist bei BMW Oracle unter Vertrag, und Rod Dawson soll bald folgen. Mike Mottl steht auf der Wunschliste des deutschen AC-Teams.

An der Spitze der Swedish Match Tour ist es jetzt spannend geworden. Alinghi-Skipper Ed Baird musste sich überholen lassen, hat aber im großen Finale beim Swedish Match Cup in Marstrand/Schweden (4. bis 10. Juli) die Chance zur Revanche.

Die Ergebnisse in Split
1. Peter Gilmour — Pizza-La Sailing Team
2. Philippe Presti — Le Défi
3. Bertrand Pacé — BMW Oracle Racing
4. Ed Baird — Team Alinghi
5. Mathieu Richard
6. Staffan Lindberg
7. Kelvin Harrap — Emirates Team New Zealand
8. Björn Hansen
9. Flavio Favini — Mascalzone Latino/Capitalia Team
10. Dario Kliba
11. Ian Ainslie — Team Shosholoza

www.swedishmatchtour.com

Carsten Kemmling am 01.06.2005

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