Regatta-News

Gilmour ist der Beste

Peter Gilmour gewinnt das Swedish-Match-Tour-Finale in Marstrand und ist damit der erste Titelverteidiger in der Gesamtwertung der Serie

Carsten Kemmling am 11.07.2005

Peter Gilmour mit Crew gewinnt erneut die Swedish Match Tour

Eigentlich hätte sich die Crew um den Australier Peter Gilmour, inklusive United-Internet-Team-Germany-Trimmer Mike Mottl, den Sieg beim Swedish Match Cup in Marstrand sparen können. Denn das entscheidende Rennen um den Gesamtsieg hatte sie schon am Samstag gegen Weltmeister Ed Baird (Alinghi) gewonnen.

Trotzdem nahm Gilmour neben den 60.000-Dollar-Tour-Preisgeld, dem 85.000 Dollar teuren BMW 5 Touring auch noch die 35.000 Dollar für den Regattasieg in Schweden mit.

Baird und Gilmour waren punktgleich zum Finale der aus acht Regatten bestehenden Swedish Match Tour nach Schweden gekommen. Es war klar, dass die Entscheidung erst in letzter Minute fallen würde. Wer sich in Schweden besser platzierte, würde auch die Gesamtwertung gewinnen.

Alinghi-Steuermann Ed Baird erwischte einen deutlich besseren Start in die Serie. Nach sechs Siegen in der Gruppe B erreichte er ungeschlagen die nächste Runde, während Kontrahent Gilmour viermal als Zweiter über die Ziellinie segelte. In der folgenden KO-Runde schaltete der Australier nur mühevoll den Schweden Berntsson mit 2:1 aus und rettete sich in das Viertelfinale, das Baird mit einem 2:1 gegen den Dänen Nordbjerg erreichte.

Bis zu 40.000 Zuschauer am Tag sahen die Rennen in Marstrand

Das Schicksal wollte es, dass beide Crews in direktem Duell im Viertelfinale aufeinander trafen. Das Duell der Giganten brachte nach offiziellen Angaben 40.000 Zuschauer in die Felsenarena der schwedischen Schäre. Und als es drauf ankam, war der Altmeister aus Australien wieder voll auf der Höhe.

Er besiegte Baird im ersten Rennen, aber der Weltranglisten-Erste mit dem Schweizer Nils Frei an Bord schlug im zweiten Lauf zurück. Im Entscheidungslauf ging es um den BMW 5 Touring. „Unser Start war sehr gut, aber die Entscheidung der Schiedsrichter nicht“, ärgert sich der Amerikaner Baird.

15 Sekunden vor dem Start hatte er Gilmour überlappt und luvte. Gilmour wich aus und drehte Baird dabei das Heck ins Schiff. Es kam zur Kollision, und die Schiedsrichter gaben beiden Crews eine Bestrafung. Baird, weil er dem Gegner nicht genug Raum zum Ausweichen gegeben habe, Gilmour, weil er zu heftig ausgewichen sei. Es war wohl eine Kompromiss-Entscheidung. „Da ist ein Abschnitt in den Regeln, da weiß man nie, wie das ausgelegt wird“, sagt Baird.

„Die Schiedsrichter müssen sich wohl unsicher gewesen sein“, wundert sich auch Gilmour über die Entscheidung. Danach erwischte er links die richtige Seite der Kreuz und segelte einem hart verteidigten 17-Sekunden-Sieg entgegen.

Der Rest war die Kür. Im Halbfinale schaltete Gilmour den Neuseeländer Dean Barker mit 3:2 aus, und dann hatte er auch im Finale gegen den Lokalmatadoren Magnus Holmberg von Victory Challenge den längeren Atem. Er benötigte ebenfalls die maximale Anzahl von fünf Rennen, um mit 3:2 zu gewinnen.

Angesicht dieser Dominanz gegen die besten America’s-Cup-Crews ist es ein Wunder, dass der Australier immer noch nicht in einem aktuellen Cup-Team auftaucht. Schließlich hat Gilmour auch als Chef des potenten One-World-Teams 2003 eine gute Figur gemacht, bis seinem Geldgeber nach einem Börsencrash das Bare ausging.

Aber der 45-Jährige wird vorerst wieder nach Perth zurückkehren. Dort warten seine Frau Christine, drei Söhne (14, 12 und 8 Jahre alt), seine Farm mit 800 Rindern und einigen tausend Schafen sowie sein Geschäft als Aktien-Investor. Er setzt privat mehr als zwei Millionen Dollar um.

Ergebnisse:

1. Peter Gilmour (AUS) Pizza-La Sailing Team ($ 35.400 Preisgeld)
Crew Rod Dawson, Mike Mottl, Kazuhiko Sofuku, Yasuhiro Yaji
2. Magnus Holmberg (SWE) Victory Challenge, ($ 17.900)
Crew Anders Dahlsjo, Lars Linger, Oskar Ljung, Mattias Rahm
3. Dean Barker (NZL) Emirates Team New Zealand ($ 11.000)
Crew Don Cowie, James Dagg, Jared Henderson, Terry Hutchinson
4. Peter Holmberg (ISV) Alinghi ($ 8.700)
Crew Rodney Ardern, Murray Jones, Matt Mitchell, Lorenzo Mazza
5. Ed Baird (USA) Alinghi ($ 7.200)
Crew Nils Frei, Yann Gouniot, Dean Phipps, Piet van Nieuwenhuyzen
6. Russell Coutts (NZL) Coutts Racing ($ 6.300)
Crew Michael Arnhild, Jes Gram-Hansen, Christian Kamp, Rasmus Kostner
7. Bertrand Pacé (FRA), BMW Oracle Racing, ($ 5.700)
Crew Eric Doyle, Zack Hurst, Dirk de Ridder, Brad Webb
8. Kelvin Harrap (NZL) Emirates Team New Zealand ($ 4.400)
Crew Ray Davies, Tony Rae, Rob Salthouse, Chris Ward

Carsten Kemmling am 11.07.2005

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


    ANZEIGE

    Weitere News und Angebote

Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online