Youth America's Cup

Gelbes Licht für Cup-Nachwuchs

Für das deutsche Youth-America's-Cup-Team steht die Ampel nach offiziellem Rückzug und Neuanmeldung unter dem Namen "All in Racing" auf Gelb

Tatjana Pokorny am 24.05.2013
Philipp Buhl und Team

Gelbes Licht für Philipp Buhl und sein Team "All in Racing": Der Start im Youth America's Cup wird genehmigt, wenn die Kampagne bis 28. Mai eine solide Finanzierung vorweisen kann

Die Zeit dürfte knapp werden, doch das junge deutsche Team will unbedingt an seiner Teilnahme am Youth America's Cup festhalten. Unter Führung von Laser-Europameister Philipp Buhl und 49er-Weltcupsegler Erik Heil ist nach dem offiziellen Rückzug der Teaminitiatoren Sailing Team Germany (STG) und dem Norddeutschen Regatta Verein (NRV) eine eigenständige Kampagne erwachsen. Von den Organisatoren der Nachwuchsregatta wird das Engagement naturgemäß begrüßt.

Match Race Germany 2013

Skipper, Laser-Europameister und Youth-America's-Cup-Antreiber Philipp Buhl

Skipper Philipp Buhl sagte: "Es kann losgehen! Gestern haben wir vom America's Cup Race Management und den Sportdirektoren Roman Hagara und Hans Peter Steinacher offiziell grünes Licht für unsere Teilnahme bekommen." Für die ehrgeizigen deutschen Talente aber steht die Ampel dennoch erst auf Gelb, denn sie müssen bis zum 28. Mai die notwendigen Mittel nachweisen können. Etwa 80.000 bis 100.000 Euro braucht und sucht die Mannschaft. "Wir sind trotz der knappen Zeit zuversichtlich, dass wir das packen. Als Teil des America's Cup ist der Youth America's Cup für Partner und Sponsoren eine äußerst attraktive Plattform. Außerdem erhalten wir viel Unterstützung aus der Segelszene." Erste Gespräche mit potenziellen Partnern wurden bereits geführt. Nicht in Frage kommen jedoch Unternehmen – da sind die jungen Segler mit der ausgestiegenen Förderinitiative STG einig –, die in Konkurrenz zu STG-Partnern wie Audi und SAP stehen.

Die junge deutsche Crew war ursprünglich von STG und NRV auf Kurs gebracht worden und hatte sich im Februar mit überraschend starken Leistungen für das Finale des Youth America's Cup Anfang September im Cup-Revier vor San Francisco qualifiziert.  Nach dem fatalen Crash von Artemis Racing, bei dem der britische Olympiasieger Andrew "Bart" Simpson auf tragische Weise ums Leben gekommen war, hatten STG und NRV ihre Teilnahme am Youth America's Cup aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagt.

Youth America's Cup

Jugend im Einsatz auf den Katamaranen vom Typ AC45, auf denen der Red Bull Youth America's Cup ausgetragen wird

Die Segelmannschaft teilt die Sicherheitsbedenken nicht. "Wir respektieren die Entscheidung von STG und NRV voll und sind dankbar dafür, dass sie uns bis zum Finale gebracht haben. Das Risiko schätzen wir jedoch anders ein", sagte Buhl, "vor allem, weil wir auf den viel kleineren und erprobteren Katamaranen der AC45-Klasse segeln und nicht auf einem AC72-Prototyp wie der verunglückten Artemis." Dass es auch schon eine Reihe Kenterungen auf den kleinen Katamaranen gegeben hat und dabei Knochenbrüche und andere Verletzungen zu beklagen waren, hält das Team nicht von seinem Startbegehren ab. Buhl sagt: "Ein Risiko bleibt natürlich bestehen. Deshalb steht das Thema Sicherheit für uns auch ganz oben auf der Agenda, und wir werden versuchen, weitere Trainingseinheiten durchzusetzen." Zu Buhls Mannschaft gehören neben dem Skipper selbst Steuermann Erik Heil, Runner David Heitzig, Trimmer Max Boehme, Floater Michael Seifarth, Vorschiffsmann Max Kohlhoff und Ersatzmann Justus Schmidt.

Youth America's Cup

Faszinieren nicht nur das deutsche Jugend-Team: die rasanten AC45-Katamarane

Der Red Bull Youth America's Cup feiert in diesem Jahr Premiere, wird zwischen der Herausfordererrunde um den Louis Vuitton Cup und dem 34. Duell um den America's Cup ausgetragen. Kritiker haben darauf hingewiesen, dass nicht alle Jugend-Teams unter gleichen Voraussetzungen in die Regatta starten. Der zweimalige America's-Cup-Sieger Jochen Schümann sagte: "Ich halte das Ganze für eine nicht ganz faire Scheinwelt. Die den Cup-Teams angeschlossenen Jugendmannschaften können sich viel intensiver vorbereiten, während andere Newcomer wie auch das deutsche Team da zum 'Verbrennen' reingeworfen werden." Schümann sagte allerdings auch: "Dass die junge deutsche Mannschaft dann in der Qualifikation so hervorragend gesegelt ist und ihre Qualifikationsgruppe gewonnen hat, habe ich als herausragende Leistung empfunden."

Nun wollen Buhl, Heil und ihre Crew die errungenen Erfolge und die gewonnene Erfahrung zum Gipfelsturm nutzen. "Eine solche Chance, Teil des America's Cup zu sein, bekommen wir vielleicht nie wieder", sagt Buhl mit Blick auf die Weltbühne, auf der er und sein Team sich mit großem Erfolgshunger präsentieren wollen. Den Namen "All in Racing", so Buhl, habe das Team gewählt, weil es "alles Können und alle Leidenschaft in das Regattasegeln stecken" wolle.

Tatjana Pokorny am 24.05.2013

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online