Maior 2012

Furioser Saisonauftakt vor Kiel

Die Maior 2012 steht für „Mutiger Auftakt im Offshore-Regattazirkus“: Erfolgreichste Yacht war Dennis Gehrleins „Silva Hispaniola“

Tatjana Pokorny am 01.05.2012
Silva Hispaniola

Maior 2012: Siegerin Silva Hispaniola

Geboten wurden schon am Samstag 20, 25 Knoten Wind, reichlich Welle und Kleinholz an Bord einiger Yachten. Am Sonntag wurde es so stürmisch, dass die Wettfahrtleitung des Kieler Yacht-Clubs ihre 83 teilnehmenden Boote erst gar nicht aus dem Hafen ließ. Dem flauen sonnigen Montag mit fordernden drehenden Bedingungen folgte ein furioses Finale am Maifeiertag mit bis auf 20 Knoten zunehmenden Winden. Maior 212 – das war eine viertägige Feuertaufe für die Big Boats vor Kiel.

Am besten haben sie die Sieger pariert: Dennis Gehrleins „Silva Hispaniola“ vom Flensburger Segel-Club war in ORC 1 wieder einmal nicht zu schlagen und hatte nach sieben Wettfahrten gerade einmal sieben Punkte auf dem Konto. Platz zwei sicherte sich Tom Ross mit der „One4All“ vor Kim und John Jensens dänischer Elan 40 „Joki“. Christian Plumps Crew auf ihrem J/V 42 Racer „Elena Nova“ musste mit Platz vier zufrieden sein. Kirsten Harmstorfs Frauen-Crew erreichte einen beachtlichen sechsten Platz mit einem Punkt Vorsprung vor der TP 52 „Stevewonder“ mit Skipper Tim Kröger, der nur fünf Wettfahrten in die Wertung einbringen konnte, weil die Hoffnungen auf ein besseres Resultat schon am Eröffnungstag mit dem Hydraulikzylinder am Vorstag und zwei in der Folge versäumten Rennen geplatzt waren.

„Tutima“-Skipperin Kirsten Harmstorf war trotz der stürmischen Bedingungen mit dem sechsten Platz für ihre "pinken Mädels" nicht zufrieden: „Wir sind am Finaltag so gut gesegelt, dass uns viele Crews gratuliert haben. Wir hatten geile Starts, alles lief super. Wenn man dann auf die Ergebnislisten schaut, ist das doch ziemlich ernüchternd. Unser Schiff ist für Up & Downs nicht wirklich ausgelegt. Was sollen wir denn noch machen? Abheben vielleicht? Da träumst du mal wieder von OneDesigns ... Aber wir haben alles gegeben, und deswegen war es trotzdem eine tolle Regatta.“

In ORC 2 dominierte Sönke Meier-Sawatzkis X-35 „NiRaMo x-treme“ das Feld, gewann die Serie vor Torsten Bastiansens XP 38 „Veolia“ und Werner Jensens „Speedy Gonzales“. Den Sieg in ORC 3 und 4 sicherte sich die X-332 „RubiX“ mit Skipper Max Gurgel vom Hamburger Segel-Club vor der X-332 Sport „Varuna Express“ mit Kai Haupthoff und Johann Friedrichsens X-332 „Chinook“. Der Bruch-Preis – hätte es ihn gegeben – ging an die Rogers 46 „Shakti“, die gleich zu Beginn mit zerfetztem Spi, kaputtem Großsegel und abgerissener Satcom-Antenne beidrehen musste und die Maior 2012 nicht beenden konnte.

Oliver Schwall, Sailing Team Germany

Oliver Schwall, Sailing Team Germany

Schnellste der 14 angetretenen Melges 24 war Oliver Schwalls „Red Pack“. Für Sailing Team Germanys Antreiber war die Regatta eine willkommene Abwechslung vom fordernden Alltag. Zum einen, weil er als Segler eine gute Serie hinlegte. Zum anderen, weil sein Bruder und olympischer Bronzemedaillengewinner René Schwall in den allzu stürmischen Bedingungen für eine schwangere Mitseglerin einsprang. Lachend sagte Oliver Schwall: „Ich weiß jetzt: René ist eine super Schwangerschaftsvertretung. Mein kleiner Bruder kann es noch.“ Doch damit war der Erlebnisschwall an diesem Wochenende noch nicht beendet. Nachdem "Rat Pack" in der vierten Wettfahrt einen 13. (!) Rang hinnehmen musste, lief sie in der fünften Wettfahrt vor Strande auf Grund. Schwall räumte ein: „Meine Crew hat noch gesagt: Nicht weiter unter Land! Und wenn, dann nur auf dein Risiko. Sekunden später saßen wir im Schlick...“ Zum Sieg hat es dennoch gereicht.

Der Bremer Björn Beilken steuerte seine J/80 „Procédés Diva“ am schnellsten über den Kurs. Die 13 Boote vom Typ Platu 25 hatte Daniel Naucks „Immac Inst Service“ vom Yachtclub Berlin-Grünau im Griff. Christian Syokas „Immac Fram“ gewann die X-99-Wertung, und Johannes Barbendererde, Lübecker Starbootsegler von internationalem Format, sicherte sich den Pokal im Laser SB 3 mit einem nervenstarken Endspurt und Siegserie am Finaltag.

Ergebnisse

Tatjana Pokorny am 01.05.2012

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