Minitransat

Frankreichs Solisten dominieren

Der Franzose Davy Beaudart und sein Prototyp "Flexirub" haben Etappe 1 beim 20. Minitransat gewonnen. Das deutsche Trio kämpft noch auf See

Tatjana Pokorny am 26.09.2015
Minitransat 2015

Lanzarote voraus: David Beaudart auf dem Weg ins Ziel

Davy Beaudart aus Lorient hat die erste Etappe der 20. Auflage des Minitransat 2015 gewonnen. Sein Prototyp "Flexirub" absolvierte den rund 1250 Seemeilen langen ersten Abschnitt der Transatlantikregatta für Solosegler in nur sechs Tagen, 19 Stunden, 4 Minuten und 46 Sekunden. Beaudart hatte die Führung der Flotte am 21. September querab von Finisterre übernommen und bis ins Ziel nicht mehr abgegeben. Das erreichte der Franzose am Samstagmorgen um 10.34 Uhr Ortszeit. Den Auftakt-Triumph machte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 7,63 Knoten möglich. 

Minitransat 2015

David hat Goliath Atlantik auf der Auftaktetappe bezwungen: Beaudart gewinnt den ersten Abschnitt der 20. Auflage des Minitransat

"Dieses Boot überrascht mich jeden Tag mehr. Es ist ein wirklich großer Erfolg! Es ist gut durchdacht worden, dabei aber auch sehr anspruchsvoll. Es ist laut, aber es hat Spaß gemacht zu segeln. In starken Winden war es weniger lustig. Dann wurde es zur Frage von Bruch oder Bravour", sagte Beaudart im Zielhafen. "Ich bedaure nicht, viele Nächte und Wochenenden in die Vorbereitung gesteckt zu haben. Das hilft tatsächlich... Was für ein großartiges Rennen!"

Minitransat 2015

Allein im Kampf mit den Elementen: Das ist Mini-Vergnügen pur

Als nächste Segler in der Wertung für Prototypen werden voraussichtlich Beaudarts Landsleute Frédéric Denis ("Nautipark") und Clément Bouyssou ("Le Bon Agent Bougeons l'Immobiliar") die Ziellinie kreuzen. Ab Sonntag werden auch die ersten Serienboote im Ziel erwartet. Das Feld der Serien-Minis führt weiterhin der Franzose Ian Lipinski mit der ersten Ofcet-Yacht und Segelnummer 866 an, die ein Boot der jüngsten Serien-Generation signalisiert. Lipinski, der wie viele seiner Klassenkameraden in Lorient in der Bretagne lebt, bereicherte die Mini-Szene erst vor drei Jahren als Neueinsteiger ohne große Solo-Erfahrung. Schon wenig später zählte er nach eindrucksvoll steigender Leistungskurve und erstklassigen Ergebnissen zu den Favoriten im Minitransat. Doch nachdem ihn vor Portugal eine schwere Welle erwischt hatte, musste Lipinski sein Boot vor zwei Jahren bei der 19. Auflage des Einhand-Klassikers aufgeben. Nun aber ist er auf dem besten Weg, die Meinungen der Experten zu bestätigen, die ihn für ein Ausnahmetalent halten.

Minitransat 2015

Minitransat 2015: Für die schönsten Bilder zeichnet Fotokünstler Jacques Vapillon verantwortlich

Lipinskis Verfolger sind auf den Plätzen zwei und drei die Franzosen Tanguy Le Turquais ("Terreal") und Charly Fernbach ("Le Fauffiffon Hénaff"). Fernbach ist der Marketing-Chef von Pogo Structures und damit auch als "Werksfahrer" im Einsatz. Was bei Pogo Structures Tradition hat, ist für den sympathischen Fernbach selbst eine Premiere. Dass er aktuell auf dem dritten Platz liegt, spricht nicht nur für Fernbach als Segler, sondern auch für das von ihm gesegelte Boot der jüngsten Design-Generation, die kaum zu schlagen zu sein scheint. Die Pogo 2 ist einer der leichtesten Serien-Minis mit auffallend voller Bugsektion.

Von den 72 am 19. September in Douarnenez gestarteten Minis sind noch 66 im Rennen. Tatsächlich sogar noch 67, denn Nacho Postigo ist nach dem fremdverschuldeten Bruch vom Starttag offiziell weiter dabei, segelt aber noch nicht wieder. Die drei deutschen Starter Dominik Lenk, Chris Lükermann und Jan Heinze kämpfen auf See um jeden Platz nach vorn. Am Samstagmittag lag der Hamburger Unternehmer Jan Heinze auf Platz 38, sein Münchner Landsmann Lükermann auf Platz 27 in ser Serien-Wertung. Dominik Lenk war zwar nach seinem Reparaturstopp zurückgefallen, kämpfte aber am Samstag als 18. in der Proto-Wertung mit 7,4 Knoten Geschwindigkeit und 400 Seemeilen Rückstand auf Spitzenreiter Lipinski weiter um seinen Traum von der gelungenen Einhand-Atlantik-Überquerung.

Hier geht es zu Ergebnissen & Zwischenklassement

Tatjana Pokorny am 26.09.2015

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