Segeln olympisch

Flexibel wie in Frankreich: OTG hat Olympia 2024 im Visier

Das Offshore Team Germany (OTG) verkauft seinen Podiums-Mini "Lilienthal", will auf eine Dehler 30 wechseln und das Ocean-Race-Projekt weiter vorantreiben

Tatjana Pokorny am 06.02.2020
Mini-Transat La Boulangère 2019
Breschi / Mini-Transat La Boulangère

Morten Bogacki bei der "Abschiedsgala" auf "Lilienthal"

Barcelona World Race 2014/2015

Holte 2017 mit Platz zwei den ersten und größten Erfolg auf "Lilienthal": Jörg Riechers

Mini-Transat La Boulangère 2019

Beeindruckte als Neueinsteiger 2019 mit Platz drei im Mini-Transat: Morten Bogacki

Das Offshore Team Germany (OTG) beendet mit dem Verkauf des Bertrand-Minis "Lilienthal" sein Engagement in der Klasse und bricht zu neuen Ufern auf. In diversen Yacht-Magazinen und auch bei Ebay wird der deutsche Prototyp aktuell zum Kauf angeboten. "Für uns ist das Kapitel nach dem Bau eines neuen Bootes und zwei Podiumsplätzen mit jeweils einem erfahrenen Skipper und einem Neueinsteiger sehr erfolgreich abgeschlossen", erklärt Teammanager Jens Kuphal die Kursänderung. 

Bogackis Qualifikation für das Mini Transit 2019

Adieu, "Lilienthal"! Morten Bogacki segelte mit dem schnellen Bertrand-Proto beim letzten Mini-Transat aufs Podium. Er erinnert sich am liebsten so ans Boot: "Sie war eine interessante Lebensabschnittsgefährtin mit allen Höhen und Tiefen, die eine Beziehung so mit sich bringt."

Nach französischem Vorbild will das Team interdisziplinär in die Zukunft segeln. Auf der einen Seite bleibt das Ocean Race "der absolute Schwerpunkt". "Wir sind beim Sixty in der Planungsphase für die Foils, haben da zwei starke Alternativen", erklärt Kuphal. "Das würde aber bedeuten, dass die Imoca-Yacht den Großteil des Jahres auf der Werft steht und die Mannschaft dann im Herbst ins Ocean-Race-Training einsteigen kann." Noch sei das Projekt nicht durchfinanziert, so Kuphal. "Aber wir haben eine gute Agenda, arbeiten uns Schritt für Schritt voran und sind auf einem guten Weg."

Offshore Team Germany IMOCA Open60 England 2019

OTG-Teammanager Jens Kuphal

Die Segelzeit in diesem Sommer will das Offshore Team Germany trotz der Ocean-Race-Pläne nicht ungenutzt lassen. Sie hat sich deshalb entschieden, die Klasse zu wechseln und weitere wertvolle Erfahrungen zu sammeln. "Wir orientieren uns an der französischen Szene: Auch ein Jérémie Beyou oder ein Armel Le Cléac'h sind wieder im Figaro aktiv", sagt Kuphal. Sein Team läutet den Disziplinenwechsel mit dem Kauf einer Dehler 30 od ein. "Wir wollen damit für uns eine neue Plattform errichten und auch die Klasse auf ihrem Kurs zu einer starken OneDesign-Flotte unterstützen", gibt Kuphal einen Ausblick auf die aktuellen Pläne. "Wir halten die Dehler 30 für ein super spannendes Boot. Sie bietet die optimale Basis, auf der wir uns weiter vorarbeiten und in verschiedensten Konstellationen segeln können."

Offshore Team Germany IMOCA Open60 England 2019

Erst Ocean Race, dann noch einmal Olympia? OTG-Skipper Robert Stanjek will die Entwicklungen beobachten

Neben Dehler-30-Starts von Top-Seglern des Teams wie Robert Stanjek und Morten Bogacki sind auch Mixed- oder Nachwuchs-Projekte und internationale Kooperationen beim Einsatz mit der Dehler 30 ins Visier genommen. Langfristig soll das neue Boot im Team auch möglichen olympischen Ambitionen von Teammitgliedern dienen. "Wir als Offshore Team Germany und auch ich selbst können uns mit diesem Boot fit halten", sagt Morten Bogacki. "Ein olympisches Engagement bleibt momentan meine ernsthafteste Überlegung. Ich werde die Szene und ihre internationale Entwicklungen weiter beobachten und dann in zwei Jahren entscheiden." Ins Visier genommen hat Bogacki damit eine mögliche Olympia-Kampagne für die neue Mixed-Offshore-Disziplin, die 2024 vor Marseille Premiere feiern wird. Aktuell als Mediziner beruflich stark gefordert, will der erfolgreiche Dritte der Protowertung im Mini-Transat 2019 diese Entscheidung aber erst 2022 fällen. Einen Silver-Rudder-Start hat er allerdings für dieses Jahr ins Auge gefasst. Auch Robert Stanjek reizt die olympische Perspektive: "Sie wäre die optimale Schnittstelle zwischen meiner olympischen Zeit und der anschließenden Fokussierung auf Offshore-Projekte. Ich muss aber nach dem Ocean Race sehen, ob es passt."

XXL-Test der Dehler 30 one design

Tatjana Pokorny am 06.02.2020

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