New York – Vendée

Favoritensturz kurz vorm Ziel

Der französische Segler Jérémie Beyou hat das Rennen gewonnen. Der als Favorit gehandelte Brite Alex Thomson zeigte Schwächen bei Flaute

Ricarda Richter am 08.06.2016
Beyou beim Training

Beyou beim Training auf seiner Open 60 "Maître Coq"

Jérémie Beyou hat mit seinem Boot "Maître CoQ" das Open-60-Rennen von New York in die Vendée gewonnen. Nach 9 Tagen, 16 Stunden, 57 Minuten und 52 Sekunden überquerte er als erster die Ziellinie vor Les Sables d’Olonne. Insgesamt segelte er 3460 Seemeilen bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,85 Knoten. Damit hat er nicht nur Sébastien Josse, sondern auch den immer wieder als Favoriten gehandelten Briten Alex Thomson besiegt. Bei zuletzt recht flauen Winden hatten sich die drei seit gestern Abend ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen in der Biskaya geliefert.

"Ich weiß nicht, ob ich es unbedingt aufregend finde, aber es ist stark, dass all diese Boote das Rennen so nah beieinander beenden. Je näher wir dem Ziel kommen, desto unsicherer bin ich, ob ich tatsächlich so nah hinter den Jungs sein werde, vermutlich mehr als drei oder vier Stunden später", sagte Thomson bei seinem gestrigen Bericht von Bord. Bis jetzt sei es ein großartiges Rennen gewesen, er sei sich jedoch sicher, dass seine beiden unmittelbaren Konkurrenten mehr Erfahrung darin hätten, bei so leichten Winden in der Biskaya zu segeln.

Jérémie Beyou wurde wenige Stunden vor seiner Ankunft in Les Sables d'Olonne von einem Helikopter begleitet

Thomson hat Recht behalten. Jérémie Beyou, der das Gewässer auch durch seine erfolgreichen Teilnahmen am Figaro-Rennen besonders gut kennt, hat jeden Winddreher optimal genutzt. Für die "Edmond de Rothschild" von Josse waren es beim Zieldurchgang von Beyou noch 26,7 Seemeilen bis ins Ziel, die "Hugo Boss" von Thomson hatte noch 43,6 Seemeilen vor sich. Beyou hat die Einhandregatta als einziger der drei mit einem älteren Boot bestritten. Seine "Maître Coq" ist die ehemalige "Banque Populaire", die bei der vorangegangenen Vendée Globe den zweiten Platz errang und erst kürzlich mit Foils nachgerüstet wurde. Die Open 60s von Josse und Thomson hingegen sind beide neu und von Anfang an mit Foils konzipiert worden.

Beyou gewinnt Ney York - Vendée

Jérémie Beyou gewinnt die Einhandregatta von New York nach Les Sables d'Olonne

Der Abstand zu den anderen Konkurrenten war deutlich größer. Der derzeit viertplatzierte Paul Meilhat hatte noch über 200 Seemeilen vor sich. Die "PRB" von Vincent Riou, die als einziges der teilnehmendes IMOCAs keine Foils hat, konnte sich gestern bis auf den fünften Platz vorkämpfen.
Mitten auf dem Nordatlantik befinden sich noch die Boote, die aufgrund von Kollisionen gleich zu Beginn des Rennens einen Zwischenstopp in Newport einlegen mussten. Das Schlusslicht bildet der Holländer Pieter Heerema, dessen Open 60 passenderweise den Namen "No Way Back" trägt. Für ihn sind es noch 1362 Seemeilen bis zum Ziel.

Die Einhandregatta nach Les Sables d’Olonne, die im Rahmen der IMOCA Ocean Masters World Championship stattfindet, wird in diesem Jahr zum ersten Mal ausgetragen. Sie gilt unter anderem als Qualifikationsmöglichkeit für die diesjährige Vendée Globe, die im Herbst starten wird.

Den Tracker zum Rennen finden Sie hier. 

Alex Thomson heute Morgen von Bord seiner "Hugo Boss". Heute Nachmittag wird auch er die Ziellinie queren

Ricarda Richter am 08.06.2016

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