Vendée Globe

Fabelrekord für "Golden Boy" Gabart

François Gabart galt schon vor dem Vendée-Globe-Start als Ausnahmetalent. Nun hat der 29-Jährige die Prognosen eindrucksvoll bestätigt

Tatjana Pokorny am 10.12.2012
Gabarts "Macif"

Fabelrekord für François Gabart: 545,30 Seemeilen in 24 Stunden – solo!

Der Bootsname ist das Programm: "Macif". Oder auch: Massiv! Der erst 29 Jahre alte französische Überflieger François Gabart hat in der Vendée Globe mit sagenhaften 545,30 Seemeilen einen neuen 24-Stunden-Rekord aufgestellt. Dabei erreichte der "Fliegende François" mitten im Indischen Ozean eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,30 Knoten und übertrumpfte sogar den ebenfalls auf einem Open 60 aufgestellten Zweihandrekord von Jean-Pierre Dick und Loïck Peyron (506,33 Seemeilen).

Vendee Teams

François Gabart

Gabart selbst kommentierte seine Leistung gewohnt bescheiden: "Ich kann auch nicht erklären, warum ich in den gleichen Wetterbedingungen wie die anderen so schnell unterwegs bin. Vielleicht sind meine Segeleinstellungen anders als die von Armel. Es ist sehr laut, aber man gewöhnt sich daran. So wie auch an das Rütteln des Bootes ..."

Gabart, der als Siebenjähriger ein Jahr mit seinen Eltern auf einem Boot verbrachte und dabei seine Leidenschaft für den Segelsport entdeckte, lag am späten Montagabend nach einem Monat auf See nur achteinhalb Seemeilen hinter seinem Landsmann und Top-Favorit Armel Le Cléac'h auf "Banque Populaire". Der jüngere Gabart fordert den 35-jährigen Le Cléac'h seit dem Start bis zum Äußersten, jagte ihm schon mehrfach die Führung ab. Das Duell des Benjamins und des Zweitplatzierten der letzten Vendée-Globe-Auflage hält die Segelwelt in Atem.

Vendee Teams

Armel Le Cléac’h

Alessandro Di Benedetto zahlt Lehrgeld bei seiner Vendée-Globe-Premiere

Armel Le Cléac'h kommentierte den rasanten Einsatz seines Kontrahenten als einer der Ersten: "Meinen Glückwunsch zu seinem 24-Stunden-Rekord! Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 23 Knoten – das ist etwas! Vielleicht hat er ein paar mehr Risiken in Kauf genommen. Aber ich konzentriere mich auf mein eigenes Rennen. Es ist noch ein langer Weg." Knapp 16.000 Seemeilen stehen den 13 verbliebenen Skippern bis in den Start- und Zielhafen Les Sables d'Olonne noch bevor. Schlusslicht ist aktuell der Franko-Italiener Alessandro Di Benedetto, der die Welt 2010 allein und nonstop auf der Route der Vendée Globe in einem nur 6,50 Meter langen Boot umsegelte. Der Geologe hat aktuell rund 3.000 Seemeilen Rückstand auf die Spitzenreiter.

François Gabart dagegen ist nicht nur neuer 24-Stunden-Rekordhalter, sondern auch der bislang schnellste Segler dieser Solo-Runde um die Welt. Er absolvierte in 30 Tagen 10.763 Seemeilen mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 14,9 Knoten und ist damit fast zwei Knoten schneller als Michel Desjoyeaux während der gesamten Vendée Globe 2008/2009.

Sämtliche Rekorde müssen noch vom World Sailing Speed Record Council ratifiziert werden. Der Segen der Hüter von Bestleistungen unter Segeln gilt aber als sicher. Die Fans äußerten sich spontan begeistert über ihren "Golden Boy". Einer schrieb: "Unglaublich! Ein anderes Wort gibt es dafür nicht." Ein anderer notierte: "Und auf jedem Bild sehen wir, dass er ein Lächeln im Gesicht hat – wundervoll." Es gab aber auch wohlwollend warnende Hinweise: "François, Glückwunsch zu dieser fantastischen Leistung! Aber sei vorsichtig. Denke daran, was dem jungen Ikarus widerfahren ist. Wir wollen nicht erleben, wie du nur für einen Geschwindigkeitsrekord verbrennst und verunglückst ..."

Tatjana Pokorny am 10.12.2012

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