SailGP

"Es lief alles super – bis wir kenterten"

Das britische SailGP-Team von Skipper Dylan Fletcher ist zum Auftakt im SailGP vor New York gekentert. Die Crew blieb von Verletzungen verschont

Tatjana Pokorny am 22.06.2019
SailGP 2019
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Die gekenterten Briten vor der schwierige Aufgabe, sich aus der ungewollten Höhenposition zu befreien

Das britische SailGP-Team hatte bei der dritten SailGP-Regatta der Saison vor New York bange Minuten zu überstehen. Die Mannschaft um Skipper Dylan Fletcher kenterte dreißig Minuten vor dem ersten Startschuss in einer Böe. Die Crew blieb bei dem haarigen unfreiwilligen Manöver aber von Verletzungen verschont. Allein, der Abstieg vom hochkant im Wasser treibenden Katamarn entpuppte sich als Herausforderung, die aber nach und nach alle Segler meisterten. Weil jedoch das Großsegel des Bootes beschädigt wurde, mussten die Briten am ersten von insgesamt nur zwei Regatta-Tagen auf dem Hudson River passen und fehlten im Feld der auf fünf Teams zusammengeschrumpften Flotte. Was vor allem die britischen Fans bedauerten, die ihr Team zuletzt mit stark ansteigender Leistungskurve gefeiert hatten.

"Wir hatten uns kurz vorher gerade darüber unterhalten, dass es unser wichtigstes Ziel ist, die Crew und das Boot in einem Stück zu behalten, weil irgendjemand diesen Tag vielleicht nicht überstehen würde. Es war einfach unglücklich, dass wir es dann waren."

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Die Kenterung ist von den Briten nicht mehr aufzuhalten

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Dylan Fletcher im Interview

"Es lief alles super – bis wir kenterten. Das Boot ist von einer massiven Windböe erfasst worden, hat einen Satz wie ein Tümmler gemacht und schon lagen wir auf der Seite. Es war niederschmetternd, die anderen Jungs im Sonnenschein vor dieser Kulisse davonziehen zu sehen. Wir wollten hier unser Leistungsvermögen zeigen und auch gerne einen Wettfahrtsieg erkämpfen", sagte Fletcher, dessen Team das Flügelsegel bis zum Rennstart am heutigen zweiten Regattatag repariert haben will.  

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Zunächst einmal sicher, aber wie nun aus luftiger Höhe runterkommen? Am Ende gelang es allen Teammitgliedern verletzungsfrei

Auf dem Wasser waren es auch beim dritten Tour-Stopp der SailGP-Premieren-Saison die Teams unter japanischer und australischer Flagge, die den Ton angaben. Zwei der drei Tagessiege sicherten sich 49er-Olympiasieger Nathan Outteridge und sein SailGP Team Japan. Die Herausforderungen des anspruchsvollen Segeltages beschrieb Outteridge, der sich mit seiner Schwester Haylee im Nacra 17 um einen olympischen Startplatz für Australien bemüht, so: "Du bist vor dem WInd vielleicht mit 40 Knoten Speed unterwegs, aber voraus liegt ein Windloch. Du musst also sehr vorausschauend agieren. Wir hatten uns an diesem Tag einfach auf alles eingestellt. Mein Team hat auf alle Bedingungen sehr gut reagiert."

Nur im ersten der drei Rennen hatte sich Outteridge seinen langjährigen Segelfreund und Rivalen Tom Slingsby beugen müssen. Der Laser-Olympiasieger und America's-Cup-Gewinner Tom Slingsby und das SailGP Team Australia setzten ihre Siegesserie zum Auftakt in New York zunächst fort, mussten in der Folge aber mit zwei zweiten Rängen zufrieden sein. Überraschend stark präsentierte sich Team China nach dem Crash in San Francisco. Mit den Rängen 3, 5 und 3 platzierten sich Matchrace-Weltmeister Phil Robertson und sein Team zur Halbzeit zunächst auf Platz drei, gefolgt von Frankreich, den USA und den gefallenen Briten. Dem besten Team der Saison winken zum Saisonende eine Million US-Dollar Preisgeld.

Hier geht es zu den Ergebnissen.

Tatjana Pokorny am 22.06.2019

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