Minitransat

Erst Tränen, dann das große Glück

Der Franzose Ian Lipinski hat die Serienwertung der Auftaktetappe gewonnen. Sein größter Rivale machte ihn während eines Durchhängers stark

Tatjana Pokorny am 27.09.2015
20. Minitransat 2015

Ian Lipinski im Glück: Der Franzose hat die Serien-Wertung der ersten Etappe gwonnen

20. Minitransat 2015

Ian Lipinski

Knapp einen Tag nach dem Sieger der Protoyp-Wertung kam der erste Serienboot-Skipper ins Ziel: Der Franzose Ian Lipinski hat mit seiner "Enterprise(s) Innovante(s)" am frühen Sonntagmorgen das Ziel der ersten von zwei Etappen im Minitransat 2015 erreicht. Den Abschnitt von Douarnenez nach Lanzarote absolvierte der Senkrechtstarter der Mini-Szene in 7 Tagen, 14 Stunden, 31 Minuten und 24 Sekunden. Wie schon Protoyp-Sieger David Beaudart hatte auch Lipinski die Führung seiner Flotte bei Kap Finisterre früh erobert.

Doch zuvor hatte der Mann aus Lorient, den Experten wie Davy Beaudart in der Proto-Wertung früh zum Favoriten der Serien-Wertung erklärt hatten, große Probleme, ins Rennen zu finden. Nach gelungenem Start hatte sich Lipinski zunächst einige Aussetzer geleistet. Er berichtete: "Das Rennen hat für mich merkwürdig begonnen. Ich habe mich nach schlechten strategischen Entscheidungen plötzlich am Ende der Flotte wiedergefunden. Ich bin unter dem Druck am Start zusammengeklappt. Das hat mich psychologisch fertiggemacht. Ich habe geheult. Dann fand ich mich in der Nähe von Tanguy Le Turquais wieder (Red.: voraussichtlich Zweiter in der Serienwertung). Er hat mich wieder aufgebaut und mir damit zurück an die Spitze geholfen, obwohl wir Konkurrenten sind. Das ist der Geist der Mini-Segler. Wir schauen erst nach den anderen und dann nach uns selbst." Lipinski berichtete anschließend von "großen Momenten tiefen Glücks" und "herrlichen Segelbedingungen, für die wir auf Etappe zwei wohl bezahlen müssen".

20. Minitransat 2015

Der Hafen von Arrecife füllt sich: Hier Olivier Jehl im Bild, der die Ziellinie als Elfter der Prototyp-Wertung überquerte

Lipinski war erst vor wenigen Jahren in die Mini-Szene eingetaucht, hatte sich dann aber sehr schnell mit guten Ergebnissen in Szene setzen können. Am Bau seines Serienbootes vom Typ Ofcet 6.50 hatte Lipinski intensiv mitgewirkt. "Ich bin superhappy mit meinem Boot und dem ganzen Projekt", sagte der strahlende Sieger im Zielhafen. Auf die Plätze zwei und drei der Mini-Wertung segeln heute Vormittag voraussichtlich Tanguy Le Turquais mit "Terreal" und Charly Fernbach bei seiner Mini-Premiere mit "Le Fauffiffon Hénaff". Damit würden ein Ofcet-, ein Argo- und eine Pogo 3 das Podium nach Etappe eins bilden – der Beweis für die Dynamik und die Güte verschiedener Designs für diesen Transatlantik-Einhandklassiker.

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Axel Tréhin erreicht das Ziel

Der Münchner Chris Lükermann und seine "CA Technologies" hatten am Sonntagmorgen noch rund 180 Seemeilen bis ins Ziel zu absolvieren. Knapp doppelt so weit war es zu dem Zeitpunkt noch für den Hamburger Jan Heinze und seine "Lonestar" bis nach Lanzarote. Mit etwa dieser Distanz zur Ziellinie segelte in der Proto-Wertung auch Dominik Lenk Lanzarote entgegen. Der junge Hamburger hatte kurz nach dem Start einen Reparaturstopp einlegen müssen, seine Probleme aber in A Coruña über Nacht so weit beheben können, dass er den Törn fortsetzen konnte. Nach Ankunft aller Skipper auf Lanzarote gibt es eine längere Pause, bevor die Flotte am 31. Oktober um 12 Uhr von Arrecife in die zweite, mehr als doppelt so lange Etappe nach Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe startet.

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Hier segelt Proto-Sieger Davy Beaudart ins Ziel

Tatjana Pokorny am 27.09.2015

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