Segeln olympisch

Er ist wieder da: Scheidt greift im 49er an!

Er hatte schon Abschied genommen von den Spielen seines Lebens, doch nach sechs Olympia-Starts und fünf Medaillen hat Robert Scheidt noch immer nicht genug

Tatjana Pokorny am 15.01.2017
Robert Scheidt und Gabriel Borges im 49er
Scheidt/Borges

Robert Scheidt und Gabriel Borges im 49er

Er ist zurück im olympischen Segelsport: Nach Laser, Starboot und noch einmal Laser hat sich Brasiliens Segelstar Robert Scheidt nun für den rasanten 49er entschieden. Der 43-Jährige Vater zweier Söhne bereitet sich mit Vorschoter Gabriel Borges gerade bei den Miami Mid Winters auf die erste Weltcup-Regatta im selben Revier vor. Der Ausnahmesegler will in diesem Jahr herausfinden, ob er zur Weltspitze in der Highperformance-Jolle aufschließen kann. Olympia-Anlauf Nummer sieben seit 1996 (!) ist gestartet.

Die Initiative dazu hatte Vorschoter Gabriel Borges ergriffen, der bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit Marco Grael aus der berühmten Segelfamilie Grael als eines der jüngsten Teams auf Platz elf gesegelt war und nun mit seinem Idol einen weiteren Olympia-Anlauf nehmen will.

Zu seinem 43. Geburtstag bedankt sich Robert Scheidt bei seinen Fans und Unterstützern. Zu sehen sind die fünf olympischen Medaillen, die er in seiner einzigartigen Karriere gewinnen konnte. Und die ist doch noch nicht beendet...

Als Olympia-Vierter hatte sich Scheidt bei seinen sechsten Olympischen Spielen mit einem fulminanten Sieg im finalen Medaillenrennen, aber ohne Edelmetall verabschiedet. Jetzt ist er wieder da und will "entspannt" seine Optionen und Möglichkeiten prüfen. Brasilianischen Medien sagte Scheidt: "Ich dachte immer, dass Rio meine letzten Spiele sein würden. Aber als Gabriel mich gefragt hat, ob ich nicht den 49er testen wolle, habe ich gedacht: Warum nicht eine neue Klasse testen?"

Duell Scheidt vs. Buhl

So kannte man Robert Scheidt zuletzt: im Laser und in dieser Szene im Duell mit Vize-Weltmeister Philipp Buhl

Scheidt sagt, er habe noch Energie in sich. Und viel Motivation. Wohin ihn die im 49er tragen werden, soll sich in den kommenden Jahren erweisen. Er wisse, dass ein riesiger Berg Arbeit vor ihm liege. Doch wolle er den Einsatz in der neuen Klasse auch genießen. Wie das bei Robert Scheidt enden kann, hat die Vergangenheit gezeigt: Gold im Laser in Savannah 1996 und Athen 2004. Silber im Laser in Sydney 2000 und im Starboot in Qingdao 2008. Bronze im Starboot in Weymouth 2012. Dazu elf WM-Titel allein im Laser. Man darf gespannt sein, was Scheidt noch draufhat.

Philipp Buhl Weltcup Weymouth 2015 Gold

Philipp Buhl

Die Weltcup-Regatta vor Miami, an der auch deutsche Nationalmannschaftssegler teilnehmen, beginnt am 24. Januar und endet mit den Medaillenrennen am 29. Januar. Deutschlands erfolgreichster Laser-Steuermann Philipp Buhl ist erstmals mit seinem neuen Trainer Alex Schlonski im Einsatz. Zum Klassenwechsel seines langjährigen Gegners Scheidt sagte Buhl: "Ich glaube, dass er bei einigen Feinheiten noch eine Weile brauchen wird. Aber ich bin mir sicher,  dass er ordentlich mitmischen wird." Erik Heil, der mit Thomas Plößel in Rio Bronze im 49er gewann, sagte: "Robert Scheidt ist eine Legende. Ein cooler Typ, mit dem wir uns in den kommenden Jahren sicher einige Schlachten liefern werden."

Olympische Spiele 2016

Der König der Laserklasse ist jetzt in den 49er umgestiegen

Tatjana Pokorny am 15.01.2017

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