Route du Rhum

Endspurt um Plätze auf dem Podium

Das Feld der Class 40s nähert sich dem Ziel und der Deutsche Jörg Riechers kämpft um Platz drei. Der Zieleinlauf wird morgen erwartet

Andreas Fritsch am 17.11.2010

Stand des Rennens heute Morgen und die Windpfeile für 13 Uhr mittags

Noch etwas über 300 Seemeilen sind es für Riechers, knapp 100 weniger für den Führenden Franzosen Thomas Ruyant ("Destination Dunkerque"). Riechers liegt mit seiner "Mare.de" rechnerisch an vierter Stelle, scheint aber gut positioniert für den Kampf um einen Podiumsplatz.

Der Schlusssprint dürfte spannend werden. Riechers segelt etwas weiter im Süden als die beiden Yachten, die ihm den 3. Platz streitig machen, dort scheint laut Wetterbericht des Veranstalters der Wind um 2,3 Knoten stärker zu sein. Doch letztlich entscheidet bei Booten wie den Class 40s vor allem auch der Windeinfallswinkel und damit der beste Bootsspeed — und da haben kleine Unterschiede große Auswirkungen.

Vorgestern mailte Riechers von Bord: "Die gestrige Nacht war gut, heller Mondschein, toller Sternenhimmel und so warm, dass ich in Shorts und T-Shirt segeln konnte. Ich liege auf dem dritten Platz, das ist natürlich super, aber ich weiß auch, dass kurz hinter mir noch jede Menge Topsegler wie Damien, Sam und Yvan sind, die mir den Podiumsplatz streitig machen können. Nur nicht abheben, da bin ich abergläubisch. Großartig finde ich übrigens auch die Leistung von Axel, der trotz technischer Probleme so weit vorne mitsegelt. Cool! Darauf müssen wir auf Guadeloupe unbedingt ein Bier trinken. Oder zwei. Bis bald!"

Sehr gut im Rennen liegt auch noch immer der zweite deutsche Teilnehmer Axel Strauss ("Tzu Hang") auf Platz 10. Ähnlich wie Riechers steckt er mit zwei weiteren Yachten in einem engen Fight um seine Position. Er segelt rund 230 Meilen hinter Riechers und 560 hinter dem Führenden. Strauss, der ohne Sponsor als "Amateur" gestartet ist, zeigt sehr beständige Leistungen, muss aber im Zielsprint um seine Position bangen, da ihm vor einer Woche der große Spi bei einem verpatzten Manöver verlorenging.

Er mailte gestern auf seiner Webseite (www.windquestsailing.com): "Nach der Wende nach Süden, eigentlich unmittelbar danach, war ich unsicher, ob es nicht ein bisschen zu früh war. Im Moment der Wende bzw. vorher hatte zwar alles gestimmt, Luftdruck steigt wieder, Winddreher etc, aber schon ziemlich bald drehte der Wind auf die fast auf die alte Richtung zurück. Backbordbug (nach Süden) war zwar immer noch der mit 20 Grad direkter zum Ziel führende, bevorzugte Bug, aber trotzdem ... Beim nächsten Pos sah ich dann, dass mein engster Konkurrent Thierry das Gleiche gemacht hatte. Das war schon mal gut, aber dass ein „alter Hase“ wie Bernard Stamm auf dem alten Bug geblieben war, schürte die Zweifel. Der Wind drehte auch nciht, oder nur ganz, ganz langsam. Na ja, zu spät war es jetzt sowieso. Im Folgenden hat der Wind sich dann tatsächlich nach Vorgabe entwickelt und wir ziehen einen schönen Bogen nach Südwesten Richtung Guadeloupe. Distanz zu Thierry ist immer ungefähr gleich zwischen 26 und 30 Meilen, mal mehr, mal weniger. Bernard, der länger gewartet hat, kommt aber jetzt mit einem etwas besseren Windwinkel ziemlich schnell hinter uns her."

Andreas Fritsch am 17.11.2010

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