Mini-Transat 2017

Endlich Kurs West – Pitstop für Andreas Deubel

Während die meisten Mini-Segler die Kapverden längst achteraus haben, reparieren einige in Mindelo ihre Boote. Andreas Deubel ist aber wieder auf Kurs

Kristina Müller am 07.11.2017
Mini-Transat 2017
minitransat.fr/Yellowbrick Tracker

Fast alle Mini-Segler haben am siebten Tag des Rennens das rund sieben Seemeilen breite Nadelöhr zwischen den kapverdischen Inseln São Vicente und São Antão passiert, durch das die Regattaleitung sie wetterbedingt geschickt hat.

Doch nicht alle Solo-Skipper haben die Kapverden bereits achteraus: Vier Ministen liegen noch im Hafen von Mindelo, den sie für einen letzten Reparaturstopp vor den anstehenden gut 2000 Seemeilen nach Martinique nutzen: Für Probleme mit Rigg oder Ruderblättern etwa oder am Autopiloten. Reparaturstopps an Land oder vor Anker sind den Teilnehmern erlaubt, allerdings muss dieser dann mindestens zwölf Stunden dauern – eine Art Zeitstrafe.

Auch Andreas Deubel, deutscher Starter im Serienboot, ist einer der bisher sieben Segler, die auf den Kapverden einen Stopp eingelegt haben. Offensichtlich hatte Deubel erneut Probleme mit seiner Windmessanlage. Schon auf der ersten Etappe von La Rochelle nach Las Palmas musste er auf See in den Mast, da die Funkantenne das Rädchen des Windmessers blockiert hatte. Der Ausfall der Windinstrumente gehört zu einem der Worst-Case-Szenarien für die Einhandsegler, da der unverzichtbare Autopilot mit den Daten gefüttert wird. Mittlerweile ist Deubel wieder unterwegs und versucht, Anschluss an das Feld zu finden.

Lina Rixgens segelt derweil im Hauptfeld der Serienboote, derzeit auf Platz 32 mit knapp 250 Seemeilen Abstand auf das führende Boot der Klasse. Die 23-jährige Studentin hatte sich für eine Passage dicht unter der Küste von São Antão entlang entschieden – ein Bereich, in dem aufgrund der Höhe der Insel (fast 2000 Meter) Windabdeckung herrscht, aber lokale Windeffekte auftreten können. Rixgens kam gut durch den Schwachwindbereich hindurch, ebenso wie Jörg Riechers, der im Proto-Klassement derzeit auf Platz drei liegt: über 80 Meilen hinter Favorit Ian Lipinski, der seit Rennbeginn dem Feld vorausfährt, aber in Schlagdistanz von 15 Meilen zum derzeit zweitplatzierten Simon Koster, dem erfahrenen Mini-Transat-Segler aus der Schweiz.

Oliver Tessloff hat sich ebenfalls für die Route unter São Antão entlang entschieden, anstatt wie ein Großteil des Feldes nach Passieren des Wegepunktes nach Südwesten abzufallen, um guten Wind zu finden. Sechs Plätze hat er dadurch verloren. Aktuell sucht er auf Platz 18 wieder den Anschluss an die Spitze der Hauptgruppe der Serienboote.

Angeführt wird deren Wertung mit einer beachtlichen Souveränität von den französischen Jungstars der Mini-Szene: Erwann Le Draoulec, mit 21 Jahren jüngster Starter beim diesjährigen Rennen, liegt vorn, 20 Seemeilen dahinter seine Trainingspartnerin Clarisse Crémer, 27 Jahre alte Novizin im Hochsee-Regattasport.

Dorel Nacou, der unter Notrigg den Hafen Boujdour an der marokkanischen Küste anlaufen musste, ist noch mit der Reparatur seines Mastes beschäftigt, will aber wieder in das Rennen einsteigen. 

Hier geht es zum Race-Tracker.

Kristina Müller am 07.11.2017

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