Ostar & Twostar

Einhandsegler und Zweihandcrews starten ins Atlantikrennen

Der Startschuss zum 15. Hochseeklassiker "Ostar" ist heute gefallen, zeitgleich segelt die Flotte des "Twostar" gen Amerika – darunter auch drei deutsche Segler

Kristina Müller am 29.05.2017
TWOSTAR 2017 Roettgering privat_Rote66-2 sailportal.pl PR
sailportal.pl

Deutsch-polnische Crew im Twostar: Asia Pajkowska und Uwe Röttgering 

Während die Seglerwelt am dritten Qualifikationstag des America’s Cup nach Bermuda schaut, sind heute 21 Yachten auf der hiesigen Seite des Atlantiks ebenfalls auf eine besondere Regattabahn gegangen: 15 Solosegler starten zum ältesten Transatlantik-Einhandrennen, dem Original Single-Handed Trans-Atlantic Race, kurz Ostar. Erstmals ist der Startschuss gleichzeitig auch für den Zweihand-Ableger der Regatta gefallen, dem Twohanded Trans-Atlantic Race, kurz Twostar.

Deutscher Weltumsegler beim Twostar

TWOSTAR 2017 Roettgering and Asia Pajkowska 2017 sailportal.pl PR

Twostar-Crew mit deutschem Skipper: Pajkowska und Röttgering

In der Zweihand-Wertung ist ein alter Bekannter der deutschen Hochsee-Szene dabei: Uwe Röttgering hat gemeinsam mit der Polin Asia Pajkowska gemeldet, sie segeln auf der Class 40 "Rote 66". Weltumsegler Röttgering (2001 - 2003) hat mit seinem Aluminium-Einzelbau "FanFan" schon das Ostar 2009 bestritten, er benötigte 26 Tage.

Als rein deutsche Crew starten Berk Plathner (Trans-Ocean Medaille 2014) und Werner Scholz ins Rennen über den Nordatlantik, sie segeln auf Plathners Trimaran "Hikari", einer Corsair 28EC. Die übrigen Twostar-Crews kommen aus Frankreich, den Niederlanden und Bulgarien.

Die Teilnehmer

Die bunte Mischung der Amateurcrews wird deutlich beim Blick auf die Yachten der Ostar-Segler: Unter ihnen ist die Najad 490 des Briten Keith Walton ebenso zu finden wie eine Swan 38 oder der Open 50 "Vento die Sardegna" von Andrea Mura, dem Sieger des letzten Ostar 2013. Er benötiget 20 Tage für die Strecke. Laut dem veranstaltenden Royal Western Yacht Club (RWYC) soll Mura nach seiner letzten Teilnahme geschworen haben, nicht noch einmal am Ostar teilzunehmen;­ zu hart seien die fünf Stürme auf der Route nach Rhode Island gewesen.

Die Route

War das Ziel der 1960 ins Leben gerufenen Transatlantikregatta noch New York City, führt der Kurs des alle vier Jahre ausgerichteten Rennens seit 1964 überwiegend nach Rhode Island an der US-Ostküste. Den Skippern steht es frei, welchen genauen Kurs sie wählen – auf den kürzesten (knapp 3000 Seemeilen) und damit naheliegenden Kursen segeln sie jedoch in Hohen Breiten und gegen die vorherrschenden Westwinde des Nordatlantiks.

Route Ostar, Twostar 2017

Vor den Yachten liegen knapp 3000 Meilen über den rauen Nordatlantik

Das Rennen

Das erste Ostar richtete der RWYC 1960 aus, fünf Yachten segelten damals über den Atlantik. Sieger wurde Francis Chichester mit seiner "Gipsy Moth III" in 40 Tagen, 12 Stunden und 30 Minuten. Das zweite Ostar 1964 gewann Eric Taberly mit "Pen Duick II", seither hat das Rennen auch immer wieder Teilnahmen späterer Profisegler verzeichnet. 1981 wurde aufgrund der großen Nachfrage das Twostar für Zweihandcrews ins Leben gerufen. 2017 läuft bereits das 15. Ostar und das 6. Twostar.

Ehrengast "Gipsy Moth IV"

Der diesjährige Start der beiden Transat-Regatten fällt zudem mit einem für den britischen Segelsport bedeutenden Jubiläum zusammen: Am gestrigen Sonntag vor 50 Jahren, am 28. Mai 1967, kehrte Sir Francis Chichester von seiner legendären ersten Einhand-Weltumsegelung nach Plymouth zurück. Anlässlich des Jubiläums eskortierten Yachten die "Gipsy Moth IV" über den Plymouth Sound.

Den Yachten folgen

Für welche Routen die Crews beim Ostar und Twostar sich entscheiden und wo sie aktuell liegen, kann im Race-Tracker verfolgt werden.

Start Ostar und Twostar 2017

Die Flotten des Ostar und Twostar im Plymouth Sound

Kristina Müller am 29.05.2017

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online