Regatta

Eine Million Dollar Preisgeld: Slingsby räumt im SailGP ab

Tom Slingsbys australisches Team hat die erste Saison im SailGP gewonnen. Zum Lohn für den Sieg im packenden Finale vor Marseille gab es eine Rekordprämie

Tatjana Pokorny am 22.09.2019
Finale SailGP 2019
Sam Greenfield/SailGP

Das Finale 2019 vor Marseille: Die Australier haben das Millionen-Preigeld abgeräumt

Das Preisgeld ist im Segelsport einzigartig: Eine Million US-Dollar Siegprämie räumten am Sonntag Australiens Laser-Olympiasieger und America's-Cup-Gewinner Tom Slingsby und sein Team Australia SailGP beim Finale des SailGP 2019 ab. Im letzten und alles entscheidenden packenden Duell setzte sich die Top-Crew des Jahres gegen die japanischen Dauer-Rivalen um Slingsbys Freund Nathan Outteridge durch. Mit dem Triumph ist die erste Saison der von Sir Russell Coutts und Larry Ellison kreierten Profiserie erwartungsgemäß zu Ende gegangen. Slingsbys Team hatte den SailGP auf umgebauten ehemaligen Cup-Katamaranen über weite Strecken dominiert.

Finale SailGP 2019

Steuermann und Meisterstratege der Australier: Tom Slingsby

Finale SailGP 2019

Umkämpftes Finale: Australien vs. Japan – am Steuer standen auf beiden Booten "Aussies"

Hier fällt die Entscheidung über eine Million US-Dollar Preisgeld

"Es fühlt sich großartig an", sagte Tom Slingsby nach dem Finale. "Wir haben diesen Sieg verdient, und ich freue mich so sehr für das ganze Team, weil alle so hart dafür gearbeitet haben. Es tut mir leid für Nathan und sein Team. Sie haben das ganze Jahr über so viel Einsatz in die Serie gesteckt. Jetzt ist es, wie es ist. Ein Team muss gewinnen, eins verlieren." Die abschließende Rennanalyse des Showdowns zwischen den beiden besten Teams des Jahres zeigte, dass am Ende 78 Zentimeter in einer entscheidenden Rennsituation den Ausschlag über Sieg und Niederlage und schließlich über eine Million US-Dollar Preisgeld gaben.

Finale SailGP 2019

Wie man sich freut, wenn man als Team gerade eine Million US-Dollar gewonnen hat

Finale SailGP 2019

Umkreist und umjubelt: Tom Slingsbys Team Australia nach dem Triumph vor Marseille

Wären die Australier in dieser Situation auch nur das Fünfhundertstel einer Sekunde langsamer gewesen, so die Analyse, hätte das japanische Team von Nathan Outteridge ihnen einen Penalty verpassen können. Das risikoreiche Manöver der Japaner aber, das die Australier vom Kurs abbringen sollte, führte dazu, dass Slingsbys Team nach zunächst verpatztem Start die Führung übernehmen und das einzig entscheidende Duell um die Millionenprämie gewinnen konnte. Ein Spaziergang war es nicht, denn die Australier hatten schon in der Vorstartphase einen Penalty kassiert, weil sie zu früh in die Startbox eingesegelt sind. Dass ihnen die Japaner die Tür zum Comeback aufmachten, war ihr Glück.

Finale SailGP 2019

Die Fans hatten in Marseille bei der Live-Übertragung ihren Spaß

"Wir haben einen Fehler gemacht", räumte Outteridge ein. Der 49er-Olympiasieger von 2012 und seine Mannschaft hatten den Showdown dominiert, bevor es zur entscheidenden Situation gekommen war. "Man kann nicht alles gewinnen, und zu jedem Gewinner gehört auch ein Verlierer. Wir wussten, dass hier heute einer unglücklich nach Hause fährt; schade, dass wir es sind. Aber das ist Sport, und wir werden uns nun auf die nächste Saison vorbereiten."

Finale SailGP 2019

Endlich ein Rennsieg für den neuseeländischen Matchrace-Weltmeister Phil Robertson und sein Team China

Finale SailGP 2019

Freunde, Rivalen und Olympiasieger: Tom Slingsby (l.) und Nathan Outteridge

Nach Regatten in Sydney, San Francisco und Cowes auf der Isle of Wight ging der erste SailGP an diesem Wochenende in Frankreich zu Ende. Kleine Happy-Ends gab es für das chinesische Team um den neuseeländischen Matchrace-Weltmeister und Steuermann Phil Robertson, das sein erstes Rennen gewinnen und sich noch auf den dritten Platz der Saisonabschlusswertung katapultieren konnte, sowie für die gastgebenden Franzosen um den mehrfachen Nacra-17-Weltmeister Billy Besson, die in der letzten Wettfahrt des Jahres ihren ersten Sieg holten. Viel besser hätte man das Drehbuch für das Finale der Premierensaison kaum schreiben können.

Nach Veranstalterangaben haben rund 115.000 Zuschauer die Rennen 2019 in den jeweiligen Austragungsorten verfolgt. SailGP-Vater Sir Russell Coutts sagte: "Wir haben unseren Sport in neu definierter Weise präsentiert. Ich bin unglaublich stolz auf das, was wir gemeinsam in dieser Saison erreicht haben. Wir haben bewiesen, dass es Platz für den Segelsport unter den Top-Profisportligen der Welt gibt." Neben Begeisterung für den rasanten Katamaransport mit einigen der besten Segler der Welt hatte es auch Kritik an dem neuen Format gegeben, weil die Premierensaison aufgrund der australischen Dominanz recht einseitig verlaufen war. Nicht nur Fans hoffen, dass in der Saison 2020 mehr Teams auf Augenhöhe agieren und für mehr Spannung sorgen können.

SailGP – Endstand Saison 2019

  1. Australien, 229 Punkte
  2. Japan, 223 Punkte
  3. China, 171 Punkte
  4. Großbritannien, 169 Punkte
  5. Frankreich, 164 Punkte
  6. USA, 163 Punkte
Tatjana Pokorny am 22.09.2019

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