Match Race Germany

Eine Dame dirigiert die Duelle auf dem Bodensee

Deutschlands Matchrace-Klassiker läuft: Auf dem Schwäbischen Meer duellieren sich zehn Teams aus sieben Ländern. Neu ist Sabine Brugger als Wettfahrtleiterin

Tatjana Pokorny am 07.06.2019
Match Race Germany 2019
MRG/Andy Heinrich

Matchrace-Duell auf dem Bodensee vor Bilderbuchkulisse

21 Mal hat Regatta-Urgestein Rudi Magg dem Match Race Germany seinen Stempel als Wettfahrtleiter gegeben. Jetzt ist er auf die Berater-Seite gewechselt, hat den Wachwechsel vollzogen und das Steuer an seine Nachfolgerin Sabine Brugger übergeben. Die neue Regatta-Chefin kam aber nicht als Newcomerin an Bord, hat Rudi Magg schon bei allen vergangenen Einsätzen assistiert und arbeitet auch weiter mit dem bewährten Team vom Yacht-Club Langenargen zusammen. Mit der früheren Regatta- und heutigen Fahrtenseglerin Brugger übernimmt erstmals eine Frau die sportliche Leitung von Deutschlands bekanntestem Matchrace-Klassiker, der 1997 seine Premiere erlebte und seitdem jedes Jahr die Weltelite des Duellsegelns nach Langenargen lockt.

Match Race Germany 2019

Die neue Wettfahrtleiterin im Match Race Germany: Sabine Brugger hat die Nachfolge von Rudi Magg angetreten. Der Routinier, der die Regatta auf dem Wasser 21 Jahre geleitet hat, bleibt dem Team als Berater im Hintergund (siehe auch Bild) aber erhalten

Match Race Germany 2019

Der österreichische Matchrace-Steuermann Max Trippolt aus Bregenz

In diesem Jahr kämpfen zehn Teams aus sieben Ländern um den Großen Preis von Deutschland. Das Match Race Germany ist der einzige deutsche Tour-Stop der internationalen Match Race Super League. Top-Favoriten sind der zweimalige Gewinner Eric Monnin und sein Capvis Swiss Match Race Team. Für Österreich ist Max Trippolt aus Brgenz mit seinem Team Segelmanufactur in das fünftägige Pfingstfest unter Segeln durchgestartet. Die deutschen Farben vertritt der Hamburger Physiker und "Boote-Flüsterer" Max Gurgel mit seinem Team VmaxYachting. Monnin, Trippolt und Gurgel hatten sich bis Freitagnachmittag schon vor Vorrundenende ihren sicheren Platz im Viertelfinale ersegelt. Da dauerte die Qualifikationsphase im Modus "Round Robin" (jedes Team trifft einmal auf jedes andere) für andere aber noch an. Nach gelungenem Auftakt in frischen Winden am Donnerstag musste Sabine Brugger die Crews am Freitagmittag vor den letzten beiden noch ausstehenden Flight in einer hartnäckigen Flaute aber zunächst zurück in den Langenargener Gondelhafen schicken.

Match Race Germany 2019

Max Gurgels Team Vmax Yachting auf einer der großen Yachten, mit denen das Match Race Germany bestritten wird

Max Gurgel (Vmax Yachting) und Max Trippolt (Team Segelmanufactur) im Gespräch über die Faszination Matchracing, ihre Chancen beim deutschen Klassiker und das Antäuschen von Manövern

DIE RUHE VOR DEM STURM

Denn gleichzeitig erwarteten die Veranstalter für den Nachmittag einen heftigen Föhn-Sturm. Weshalb die letzten beiden Läufe der Vorrunde bereits auf Samstagmorgen vertagt wurden und die Segler einen freien Sommernachmittag genießen. Bis hierher gab es packenden Sport zu sehen. Dazu zwei Premieren-Crews die sich mit überzeugenden Auftritten bereits ihre Teilnahme am Viertelfinale gesichert haben: das australische Alpha Racing Team um Skipper Will Boulden und die neuseeländische Mannschaft Knots Racing mit Steuermann Nick Egnot-Johnson aus der Leistungssport-Abteilung der Royal New Zealand Yacht Squadron – dem aktuellen Titelverteidiger im America's Cup. "Wir haben vor den Teams aus Australien und Neuseeland einen gesunden Respekt", sagte Max Gurgel vor Beginn der Viertelfinalrunde. Andererseits, so der erfahrene Segler großer Boote, "sind wir unter Druck meist am besten."

Match Race Germany 2019

Zwei mit Finalchancen: Will Boulden (Alpha Racing Team) im Duell mit Max Gurgels Team Vmax Yachting

Etwas wacklig war das "Schweizer Uhrwerk" von Eric Monnin in die Regatta gestartet, kassierte mit seinem Sextett gleich zum Auftakt eine Niederlage gegen das Quintett von Max Gurgel, kam dann aber wieder wie gewohnt souverän in Fahrt und hat seine Viertel-Finalteilnahme ebenfalls sicher. Das Match Race Germany endet am Pfingstmontag mit großem und kleinen Finale. Mit dem Höhepunkt wird Sabine Brugger ihre erste Auflage als Wettfahrtleiterin abschließen. Warum bis heute wenig Frauen in führenden Regatta-Funktionen finden, ist der leidenschaftlichen Seglerin rätselhaft: "Wir müssen vielleicht als Frauen nicht bei jedem Rempler gleich aufschreien, oh, wir sind Frauen, wir sind benachteiligt! Der Job macht viel Spaß. Wenn das Team stimmt, passt alles andere auch." Brugger macht lieber als zuzuschauen. Bislang so gut, dass sowohl ihr Vorgänger Rudi Magg als auch die Segler mehr als zufrieden sind.

Hier geht es zu den Ergebnissen.

Sabine Brugger ist beim Match Race Germany Chefin des Geschehens auf dem Wasser und spricht über die Herausforderungen des Jobs, die Crews in diesem Jahr und ihren Spaß an der Teamarbeit

Tatjana Pokorny am 07.06.2019

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