Kieler Woche

"Ein schöner Novembertag"

Die zweite Hälfte der Kieler Woche begann, wie die erste endete: mit Herbstwetter im Juni. Rekordsieger Hunger nutzte seinen Heimvorteil

Tatjana Pokorny am 28.06.2013
Europe-Start

Europe-Start zur Kieler Woche 2013

"Das war heute ein schöner Novembertag". Der viel zitierte Satz stammt aus dem Munde von Kieler-Woche-Organisationschef Peter Ramcke, der die herbstlichen Temperaturen und die frischen Winde am besten auf den Punkt brachte. Dem Segelsport auf der Förde taten die Bedingungen aber zum Auftakt der internationalen Hälfte der weltgrößten Regatta keinen Abbruch. Die Aktiven segelten sich einfach warm. Das Vergnügen blieb nur einigen Mannschaften verwehrt. Bei den FDs, den 420ern und den Staren gab es in Böen mit bis zu 24 Knoten jeweils einen Mastbruch zu beklagen. In neun von insgesamt 17 internationalen Klassen liegen nach dem ersten Regattatag deutsche Mannschaften an der Spitze.

Wolfgang Hunger/Julien Kleiner

Wolfgang Hunger und Julien Kleiner sind auch zum Auftakt der Kieler Woche 2013 die Meister, die alle jagen

Wolfgang Hunger/Julien Kleiner

Nimmersatt auf der Förde: Wolfgang Hunger und Julien Kleiner bei der Kieler Woche 2013

Viele Augen waren am Donnerstag auf den Mann gerichtet, der beinahe schon zum Synonym für die Kieler Woche geworden ist. Rekordsieger Wolfgang Hunger aus Strande bei Kiel und sein Vorschoter Julien Kleiner ersegelten in ihrem "Wohnzimmer" einen zweiten Rang und zwei Tagessiege. Der fünfmalige Weltmeister hat damit direkt Kurs auf seinen 21. Kieler-Woche-Titel genommen. Wer soll ihn dieses Mal stoppen? Vielleicht die Europameister Meike Schomäker und Vorschoter Holger Jess. Die Mixed-Crew erkämpfte sich einen vierten und zwei dritte Ränge. Die Hamburger Weltmeister Claas Lehmann und Leon Oehme müssen am Freitag von Position sechs aus angreifen.

Meike Schomäker/Holger Jess

Die Steuerfrau wirft einen Blick in die Wolken: Meike Schomäker und Holger Jess

Jasper Steffens 29er

KYC-Crew im Einsatz: Jasper Steffens und Tom Lennart im 29er

In der kleinen 49er-Schwester 29er mischen nach den ersten drei Rennen zwei deutsche Crews in der Spitze der imposanten Flotte von 101 Booten mit. Jasper Steffens und Tom Lennart vom Kieler Yacht-Club sind zum Auftakt Zweite, Paul Kohlhoff und Carolina Werner Vierte. In dieser jungen Klasse zeigte sich am Donnerstag, wie nützlich Revierkenntnisse auf der Außenförde sein können, denn Jasper Steffens und Tom Lennart leben und trainieren in Kiel. "Ein Sieg bei der Kieler Woche wäre natürlich eine tolle Sache, aber es ist noch eine lange Serie", sagte Jasper Steffens. "Genau mit dem Start legte der Wind heute noch einmal zu. Es waren harte Rennen."

Deutsche Führende – und das sogar mit einer vorerst makellosen Serien – sind in ihren Klassen: Gordon Nickel (Stade) in der neuen B/one, Kilian König/Johannes Brack (Edersee) im Flying Dutchman, Christoph Nielsen (Berlin) nach seinem Comeback im Folkeboot sowie die Katamaran-Dominatoren Helge und Christian Sach aus Zarnekau im Formula 18. Zudem übernahmen Ingo Delius/Sabine Delius-Wenig (Bielefeld) die Spitze im Hobie 16 ebenso wie Peer Kock (Hamburg) in der J 24. Hannah Anderssohn aus Rostock hat in der Nachwuchsklasse Laser 4.7 die Spitze erobert.

Tatjana Pokorny am 28.06.2013

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