Route du Rhum

Ein Rennen - zwei Welten

Während die Maxi-Tris beim Transatlantik-Rennen heute Nacht ins Ziel kommen, haben die Class 40s noch fast zwei Drittel der Strecke vor sich

Andreas Fritsch am 08.11.2010

Jörg Riechers Class 40 "Mare.de"

Für Franck Cammas mit seinem 32-Meter-Tri "Groupama 3" scheint der Sieg in greifbarer Nähe: Noch etwa 280 Meilen trennen ihn von der Ziellinie vor Point à Pitre, während die deutschen Jörg Riechers und Axel Strauss in ihren Class 40s "Mare.de" und "Tzu Hang" noch fast 3.000 Meilen vor sich haben.

Jörg Riechers

Für Riechers war das Wochenende eher ernüchternd. Lag er zu Beginn des Rennens lange auf einem Podiumsplatz mit nur wenigen Meilen Rückstand auf die Spitze, fiel er nun doch langsam aber sicher rund 160 Meilen hinter den führenden Franzosen Thomas Ruyant ("Destination Dunkerque") zurück - Platz fünf. Heute mailte er von Bord:
"Erlebe gerade ein Wechselbad der Gefühl. Mal ist der Wind heftig, dann wieder schwach. Ich kämpfe mich ran, falle wieder zurück. Euphorie und Erschöpfung lösen sich ab. Aber das gehört wohl zu dieser Regatta dazu."
Für Axel Strauss, der ohne Sponsor unterwegs ist, läuft es dagegen besser als er es selbst erwartet hätte, mit dem 10 Platz ist er gut im Rennen, auch wenn er sich selbst ärgerte, dass ihm der große Spi bei einem Manöver ins Wasser fiel und zeriss.

First ship home wird dagegen wohl der Franzose Franck Cammas sein, der mit seiner "Groupama 3" heute im Laufe der Nacht ankommen dürfte. Mit rund 300 komfortablen Meilen Vorsprung auf seine Verfolger Thomas Coville ("Sodebo") und Francis Joyon ("Idec") kann ihn nur noch ein Defekt aufhalten.

Dramatischer geht es bei den 50-Fuß-Multihulls zu. Letzte Nacht meldete der in Führung liegende Franzose Yves le Blevec ("Actual"), dass ein vorderer Beam Risse hat und er in 20 Knoten Wind um sein Schiff fürchtet. Nur noch unter minimaler Besegelung versucht er mit immerhin noch 7 Knoten Speed dem übelsten Seegang aus dem Weg zu gehen. Zusammen mit seinem Team und den Konstrukteuren will er entscheiden, ob er weiter segeln kann, eine Notreparatur möglich ist oder ob das Schiff geborgen werden muss. Letzteres ist logistisch schwierig, er segelt genau zwischen Azoren und Ziel.
Ebenfalls Probleme hat der zweitplatzierte Franck-Yves Escoffier mit seiner "Crepes Wahou!". Ein Stück des Bugs des Hauptrumpfes ist beschädigt, vermutlich durch Treibgut. Es gelang ihm aber eine Notreparatur und er versucht das Rennen zu beenden.

Ruhiger geht es bei den Open 60 zu: Noch immer führt der Sieger des letzten Rennens Roland Jourdain ("Veolia Environnement") vor Armel le Cleac'h ("Britair") und Vincent Riou ("PRB"). Allerdings schmolz sein Vorsprung über Nacht von über 60 auf nun noch 34 Meilen zusammen.

Andreas Fritsch am 08.11.2010

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