Jules-Verne-Trophäe

Die Segel-Sensation ist schon zum Greifen nah

"Idec Sport" rast dem Ziel entgegen. Ein neuer Fabelrekord liegt in der Luft. Donnerstag früh könnte sich der Traum von Skipper Joyon und seiner Crew erfüllen

Tatjana Pokorny am 24.01.2017
Jules Verne Trophäe 2016/2017
Idec Sport

"Idec Sport"-Crew passiert Kap Hoorn

In 40 oder 41 Tagen um die Welt segeln? Bis vor Kurzem erschien das unvorstellbar! Jetzt schicken sich "Idec Sport"-Skipper Francis Joyon und seine Crew an, aus diesem Traum eine Realität zu machen. Am Dienstagabend segelte der Maxi-Katamaran auf seiner Jagd nach der Jules-Verne-Trophäe für die schnellste Weltumsegelung zwischen den Azoren und Madeira auf Kurs Kap Finisterre. Von dort wird es dann für die "große Katze" nur noch ein Katzensprung in Richtung der imaginären Ziellinie zwischen der französischen Insel Ouessant und dem britischen Lizard Point sein.

In Episode 12 der Videoreihe zur Jules-Verne-Rekordfahrt von "Idec Sport" kochen die Emotionen hoch. Die Männer um Skipper Francis Joyon sind ihrem Traum schon ganz nah...

Gut 1100 Seemeilen hatten Francis Joyon, Bernard Stamm, Alex Pella, Sébastien Audigane, Clément Surtel und Gwénolé Gahinet noch bis ins Ziel zu absolvieren. Dabei verteidigten sie immer noch einen beruhigenden Vorsprung auf die alte Bestmarke von Loïck Peyrons "Banque Populaire V"-Crew aus dem Jahr 2012 von sagenhaften 1620 Seemeilen. Peyrons Rekordzeit damals: 45 Tage, 13 Stunden, 42 Minuten und 53 Sekunden. Die aktuelle Geschwindigkeit der "Idec Sport" betrug am Dienstagabend 30 Knoten. Bei abnehmenden Winden wiesen die Hochrechnungen auf einen Zieldurchgang am frühen Donnerstagmorgen hin.

Idec Sport Aufbruch

.Die Kugel ihrer Träume ist fast umrundet: Die "Idec Sport"-Crew kurz vor dem Start

"Idec Sport" macht Jagd auf die Jules Verne Trophy

Mit ihrem Start am 22. November hatten "Idec Sport"-Skipper Francis Joyon und seine Männer ein ideales Wetterfenster gewählt

Die französische Crew mit schweizerischer und spanischer Verstärkung segelt einem fantastischen Rekord entgegen, der auf absehbare Zeit kaum schlagbar erscheint. Dazu trugen neben seglerischem Können und einem herausragenden Boot auch ideale Wetterbedingungen über weite Strecken der über Grund am Ende voraussichtlich 26.500 absolvierten Seemeilen bei. "Wir haben Glück, denn das Wetter kooperiert. Ich glaube, dass Francis mit den Isobaren gesprochen hat", sagte Bernard Stamm bei seiner sechsten Weltumsegelung mit einem Augenzwinkern, während die "Idec Sport" unter Großsegel und Gennaker in 25 Knoten süd-südwestlicher Winde wie auf Schienen den Atlantik hinaufbretterte. "Es liegt jetzt an uns, keine Fehler mehr zu machen. Wir werden das Gaspedal jetzt nicht mehr so durchdrücken wie im Indischen Ozean. Wir wollen bewahren, was wir uns erarbeitet haben. Aber es ist schon großartig, dem Ziel mit solchen Geschwindigkeiten näherzukommen."

Auch Skipper Joyon mahnte zur zur Wachsamkeit: "Es liegt in meiner Natur, vorsichtig zu sein. Es gibt bis ins Ziel Risiken. Doch wir sind mit Blick auf das Tief gut positioniert und das Wetter sollte es uns erlauben, die Bretagne ohne Pannen zu erreichen." In Frankreich steht also nach den Heldenempfängen bei der Vendée Globe in Les Sables d'Olonne nun in Brest die nächste ganz große Willkommensfeier auf dem Programm.

Tatjana Pokorny am 24.01.2017

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