Regatta-News

"Die Queen meldete sich über Funk"

Nach der Ankunft der Superseglerin MacArthur überschlägt sich die Presse

Matthias Beilken am 10.02.2005

Sowohl in Deutschlnd als auch in England taucht "B&Qs" triumphle Ankunft in Falmouth auf den Titelseiten auf. Der am weitesten entfernte Gratulant dürfte wohl der Franzose Bruno Peyron gewesen sein.

Von seinem Riesenkat "Orange II", der gerade mit Crew unweit der Kerguelen die Antarktis umrundet und dabei sämtliche Rekorde hinter sich lässt, vermeldete er per E-Mail: "Wirklich überrascht hat uns das nicht. Schließlich hat Ellen schon oft Unglaubliches vollbracht". Deutlich konnte das Lob eines der bedeutendsten Segler unserer Zeit nicht ausfallen.

BILD fasst sich wie immer kurz: Unter der Überschrift "Freudenfeuer auf See" steht "... Ellen MacArthur ist die schnellste Seglerin der Welt ... Spitzentagesleistung bei Kap Hoorn: 900 Kilometer"

TAZ: "Windsbraut bricht Rekord im Erdumsegeln"

"... die Queen war eine der ersten Gratulanten, die sich über Funk meldete, um ihre siegreiche Untertanin zum Tee einzuladen. Danach wird sich Ellen vielleicht die Zeit nehmen, ihre 61.878 E-Mails durchzulesen ..."

Die FAZ veröffentlicht einen Artikel, in dem sie Ellen MacArthur und Maude Fontenay aus Frankreich gemeinsam nennt. Motto: "Zwei Frauen auf Weltrekordkurs."

Die Süddeutsche Zeitung widmete dem "Ellen-Event" gar eine größere, kritische Geschichte. "... Angesichts der Kritik an der Ausnahmeseglerin sagte der britische Komiker Tim FitzHigham: 'Wir als Nation mögen es zu verlieren. Aber es ist eine Schande, dass wir nicht zu ihr stehen können.'...

Der Segel-Korrespondent des britischen Guardian, Bob Fisher, wies darauf hin, dass viele Segler das Gefühl hätten, MacArthur absolviere eine Art Segeln nach Zahlen; sie vollbringe eher eine mechanische Leistung als eine, die auf Können basiert. Offenkundig ist manchen Briten der Professionalismus MacArthurs suspekt."

Die Zeitung zitierte auch Ellen MacArthur selbst kritisch: "'Jetzt verstehe ich erst, was Francis durchgemacht hat', sagte MacArthur, 'und ich verstehe, was für einen fantastischen Rekord er aufgestellt hatte.' Mehr oder weniger indirekt lobte sie damit ihren eigenen neuen Rekord ..."

Was passieren kann, wenn Journalisten überraschend vom Segeln berichten müssen, war an diversen Stilblüten zu erkennen.

Beim Hamburger Abendblatt hieß es:
"Falmouth - Auf das letzte Manöver kann Ellen MacArthur nicht verzichten. 800 Meter vor der Einfahrt in den Hafen von Falmouth im Südwesten Englands klettert die 1,59 Meter große Seglerin auf den zwei Meter hohen Gabelbaum ...", in einer Nachrichtensendung von SAT 1 beschrieb man MacArthurs 23 Meter langes Gefährt als "Triaran", bei ntv wurde sie die Skipperin als "Weltmeisterin im Segeln" bejubelt. Im Hamburger Abendblatt "... kämpfte sie mit gebrochenen Masten ..."

Matthias Beilken am 10.02.2005

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