Vendée-Arctique-Les Sables

Die Nachtankunft naht: Boris Herrmann auf der Zielgeraden

Die Premiere des neuen Nordatlantik-Rennens neigt sich dem Ende zu: Die Spitzengruppe wird heute Abend und im Verlauf der Nacht im Ziel vor Les Sables erwartet

Tatjana Pokorny am 14.07.2020
Vendée-Arctique-Les Sables 2020
Team Malizia

Schöner Ausblick für Boris Herrmann von Bord der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco"

Die vor Rennbeginn erwartete Gesamtsegelzeit werden die Spitzenreiter im neuen Nordatlantik-Rennen heute Abend und im weiteren Verlauf der Nacht leicht unterbieten. Mit zwölf bis 14 Tagen Renndauer hatten die Veranstalter der Imoca-Klassenvereinigung gerechnet. Heute Nachmittag ist der zehnte Tag auf See vollendet. Die führenden Boote werden die elf Tage nicht voll machen. Während der Franzose Jérémie Beyou das Feld am Dienstagvormittag auf "Charal" weiter anführte, war hinter ihm ein Duell zwischen Thomas Ruyant auf "LinkedOut" und Charlie Dalin auf "Apivia" um Platz zwei entbrannt. Alle drei Boote wahrten rund zehn Stunden vor dem erwarteten Zieldurchgang ihre Siegchancen.

Vendée-Arctiques-Les Sables d'Olonne

Macht er das Rennen? Jérémie Beyou führt die Flotte auf "Charal" an

Vendée-Arctique-Les Sables 2020

Die Zwischenstände am Dienstagmorgen (14. Juli) um 11 Uhr – die Spitzenreiter werden das Ziel voraussichtlich am Abend und im Verlauf der Nacht erreichen

Vendée-Arctique-Les Sables-d'Olonne 2020

Das Ziel naht für Boris Herrmann

Zeitgleich rang Boris Herrmann nach stark gesegeltem Rennen, unglücklichem Materialbruch am Wochenende, gelungener Reparatur und imposantem Comeback mit dem knapp hinter ihm liegenden Yannick Bastaven auf "Maître CoQ" um Platz sechs, hatte die Bugspitze gegen 11 Uhr rund fünf Seemeilen vor dem Franzosen. Im Gespräch von See mit YACHT online sagte Boris Herrmann am Dienstagmorgen: "Die Wetteraussichten sind bis ins Ziel super: zwischen 100 und 120 Grad Windwinkel und 15 bis 20 Knoten Wind. Letzte Nacht hatten wir deutlich mehr Wind, als die Wettermodelle vorhergesagt haben. Wenn sich das wiederholt, ist es gut für mich. Jetzt im Moment hat der Wind gerade wieder etwas abgenommen. Das ist dann ein bisschen mau für meine zwei Reffs im Groß. Da werde ich ein paar Schwierigkeiten haben, vor 'Maître CoQ' zu bleiben. Strategische Optionen gibt es jetzt bis ins Ziel nicht mehr – es geht nur noch geradeaus. Vielleicht noch so ein bisschen was von einem Winddreher. Daher fahren wir einen kleinen Bogen. Und es wird raumer. Das ist für mich mit weniger Power eher schwieriger. Ich setze vielleicht später noch den Code 0, wenn es raumer wird. So etwa bei 120 Grad."

Vendée-Arctique-Les Sables 2020

So eng ging und geht es bei diesem Rennen immer wieder zu: Boris Herrmanns Blick auf die Konkurrentin "Maître CoQ" mit Skipper Yannick Bestaven

Seine Zielankunft erwartet der 39-jährige Skipper der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" für das Zeitfenster zwischen 22 Uhr am heutigen Abend bis etwa 2 Uhr morgens am 15. Juli. Herrmann wird nach dem Zieldurchgang direkt in ein Begleitboot umsteigen, an Land gehen und die Heimreise nach Hamburg mit dem Auto antreten, um dort seine am 13. Juni geborene Tochter Marie-Louise und Ehefrau Birte in die Arme schließen zu können.

Vendée-Arctique-Les Sables d'Olonne

Anbord-Impression von Boris Herrmanns "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco"

Herrmanns Zwischenbilanz des Rennens Vendée-Arctiques-Les Sables d'Olonne fällt schon vor dem Ende positiv aus. Auch den Rückschlag durch das gebrochene Großsegelschloss bewertet der 39-Jährige als "hilfreich": "Es ist gut, dass uns das jetzt passiert ist und nicht in der Vendée selbst. Das wäre mein schlimmster, schlimmster Alptraum. Für mich fühlt es sich heute am letzten Tag des Rennens gut an, nach den Problemen noch so schön segeln zu können. Das macht viel mehr Spaß, als so dahinzudümpeln. Jeder Tag auf dem Wasser war und ist sehr wertvoll für uns bei der Vorbereitung auf die Vendée Globe ab 8. November. Für mich ist es heute erst der 19. Tag auf dem umgebauten Boot. Noch einmal Bedingungen zu haben, in denen ich das Boot entsprechend seiner normalen Konfiguration erleben kann, ist von großem Wert. Ich hoffe, dass der Wind am Nachmittag noch einmal auf 22 Knoten zunimmt, sodass ich das Boot segeln kann, wie es sich normalerweise gehört. Ich bin insgesamt zufrieden mit dem Rennen und der Vorbereitung auf die Vendée. Ich bin recht zuversichtlich und habe das Gefühl, wir könnten morgen in die Vendée starten."

Hier geht es zu den Zwischenständen – der spannende Finaltag läuft!

Route du Rhum 2018

Jérémie Beyou und "Charal" zählten schon vor Rennbeginn zu den Top-Favoriten

Tatjana Pokorny am 14.07.2020

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