Olympia-Bewerbung

Die Kommission kam, sah und prüfte

Voraussichtlich schon in der kommenden Woche will die Kommission DOSB und Hamburg ihren Rat aussprechen. Das Presseecho auf die Inspektionen

Tatjana Pokorny am 12.04.2015
Olympia-Bewerbung

Die Evaluierungskommission besucht den Bundesstützpunkt Kiel. Kommissionschef und DOSB-Sportdirektor Bernhard Schwank ist an seiner grünen Hose zu erkennen

Kiel, Rostock-Warnemünde, Lübeck-Travemünde oder Cuxhaven? Die Evaluierungskommission hat nun die Qual der Wahl. Die neunköpfige Gruppe hat die Kandidaten im Kampf um den Segel-Platz an der Seite von Olympia-Bewerber Hamburg in den vergangenen drei Tagen besucht und intensiv auf den Prüfstand gestellt. Als erster Kandidat rückte Rostock-Warnemünde am 9. April in den Fokus der Prüfer. Am Tag darauf ging es am Vormittag nach Lübeck-Travemünde und am Nachmittag nach Kiel. Am Samstag endete der Prüf-Marathon in Cuxhaven.

Nun müssen die Experten unter Leitung von Kommissionschef und DOSB-Vorstand Bernhard Schwank abwägen und entscheiden, welches Segelrevier sie für die angestrebte Austragung der Olympischen Spiele 2024 oder alternativ 2028 vorschlagen. Aktueller Kommentare zu ihren Eindrücken enthielten sich die Kommissionsmitglieder erwartungsgemäß. Sie wollen zunächst intern beraten und ihre Entscheidung möglicherweise schon in der kommenden Woche bekanntgeben.

Ein erstes Pressecho vom Wochenende zeigt, wie groß die Hoffnungen in den Revieren sind und wie sehr sie um ihre Chance kämpfen.

Die Ostsee-Zeitung zitierte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidenten Erwin Sellering: "Wir würden gerne dabei sein." Rostock, so heißt es in der Tageszeitung weiter, habe zeigen können, "welch hervorragendes Revier zur Verfügung stehe". Und weiter: "Ein großer Vorteil von Warnemünde liege in den kurzen Wegen für die Sportler und die Möglichkeit für Tausende Besucher, die Wettbewerbe vom Strand aus beobachten zu können."

Für die Lübecker Nachrichten berichtete Jens Kürbis nach dem Termin am Samstag in Travemünde:

"Segel-Kommission prüft das Ostseebad und die Konkurrenz. Von Tribünen für 15.000 Zuschauer über Elektro-Shuttle bis zum neuen Regattazentrum – Lübeck überzeugt beim Olympia-Casting mit kompaktem, zuschauernahem Konzept." 

Zitiert wird in den Lübecker Nachrichten unter anderen mit Jens Kath der Co-Chef der Travemünder Woche: "Ich habe ein gutes Gefühl. Es gab sehr detaillierte Nachfragen und Antworten." Dazu heißt es in der Zeitung weiter: "Darüber, dass Kiter und Surfer auf dem Priwallstrand liegen würden, die Tornadowiese als Ausweichfläche geplant sei, die ufernahen Medaillenrennen von mobilen Tribünen mit bis zu 15.000 Zuschauern möglich und gut zu sehen seien. Auch darüber, dass das neue, 2,2 Millionen Euro teure Regattazentrum am Mövenstein schon vor 2020 fertig sein soll, für das Training zur Verfügung stünde." Und Travemünder-Woche-Chef Frank Schärfe sagte: "Das Zentrum war der überraschende Pluspunkt."

Die Deutsche Presse-Agentur (DPA) zitiert Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig. Der SPD-Politiker sei zuversichtlich, dass bei einer erfolgreichen Olympia-Bewerbung Hamburgs die Segelregatten in Schleswig-Holstein (Red.: also in Kiel oder Lübeck-Travemünde) ausgetragen werden: "Hier ist Segeln wirklich auf Weltniveau jedes Jahr zu Hause." Der Regierungschef hatte die Kommissionsbesuche sowohl in Lübeck-Travemünde als auch in Kiel begleitet. Zur Kommission selbst hatte Albig gesagt, sie sei "sehr kundig und sehr verschlossen".

Gegenüber den Kieler Nachrichten sprach Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer nach dem Besuch der Kommission von einem "spannenden Tag". Kämpfer sagte der Tageszeitung: "Wenn wir gewählt würden, dann wäre das olympische Dorf in Schilksee." Die KN fassten Kiels Vorzüge so zusammen: "Zwei Olympische Spiele, eine rekordverdächtige Zustimmung in der Bevölkerung, weltweit erster Standort für die Inklusion im Segelsport – die Landeshauptstadt will mit Kompetenz und Innovation punkten." Mit Laser-Steuermann Philipp Buhl stand Deutschlands größter Hoffnungsträger für die Olympischen Spiele 2016 und Deutschlands Segler des Jahres an der Seite Kiels und beantwortete Fragen zum Heimatrevier der Kieler Woche. 

Über den Besuch der Evaluierungskommission in Cuxhaven berichtete das Hamburger Abendblatt: "Cuxhaven hat als vierte und letzte Stadt ihr Konzept für die Segelwettbewerbe im Rahmen der Hamburger Olympia-Bewerbung 2024 präsentiert. Oberbürgermeister Ulrich Getsch stellte am Sonnabend an Bord des Seenotrettungskreuzers 'Hermann Helms' der Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) das Segelrevier in der Deutschen Bucht vor. Im Neuen Lüchter Grund könnten in neun Jahren die olympischen Regatten stattfinden." Im Abendblatt wird Getsch weiter zitiert: "Blauer Himmel, Sonnenschein und vor allem Wind. Es hat alles gepasst. Besonders die Infrastruktur unseres Hafens hat überzeugt."

Welcher der vier Standorte die Kommission nun tatsächlich überzeugt hat, dürfte bereits in den kommenden Tagen bekanntwerden, denn es war zu hören, dass sich die Experten eher zügig entscheiden und keine lange Zitterpartie verursachen wollen.

Tatjana Pokorny am 12.04.2015

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