Brest Atlantiques

Die Giganten sind los!

Vor Brest hat heute eine Premiere der Superlative begonnen: Vier der größten Trimarane der Welt sind in die Premiere der Regatta Brest Atlantiques gestartet

Tatjana Pokorny am 05.11.2019
Brest Atlantiques 2019
Brest Atlantiques / Yvan Zedda

Ruppiger Start in die Premiere des Brest Atlantiques: Der "Maxi Edmond de Rothschild" kämpft sich durch die Wellen

Schon eineinhalb Stunden nach dem Start hatten sich zum Auftakt der Premiere der neuen Regatta Brest Atlantiques die vorsichtigen Prognosen der Experten und der Segler bestätigt: Da führte "Maxi Edmond de Rothschild" mit Charles Caudrelier und Franck Cammas das Feld vor François Gabart und Gwénolé Gahinet auf "Macif" und den Verfolgern "Sodebo Ultim 3" und "Actual Leader" an. Genau so hatte es auch François Gabart im Interview mit YACHT online in Brest vorhergesagt, als er die Siegchancen der vier außergewöhnlichen Teilnehmer an diesem Rennen bezifferte: "40 Prozent für 'Gitana', 30 Prozent für 'Macif', 20 Prozent für 'Sodebo' und 10 Prozent für 'Actual Leader'."

Die neue Giganten-Regatta Brest Atlantiques im Überblick

Premiere Brest Atlantiques 2019

Der Brest-Atlantiques-Kurs

Premiere Brest Atlantiques 2019

Der Auftakt verlief wie von vielen Experten vorhergesagt: Nach eineinhalb Stunden führte "Maxi Edmond de Rothschild" vor "Macif", "Sodebo" und "Actual Leader"

Die vier mehr als 30 Meter langen Trimarane der Ultim-Klasse sind mit gepfefferten 30 Knoten Geschwindigkeit in ähnlich starken nordwestlichen Winden und hohen Wellen vor der Chaussée de Seine in den Marathon gestartet. Erwartet werden zunächst eine schnelle und ruppige Biskaya-Passage und das Erreichen von Kap Finisterre binnen etwa zehn Stunden. Rund 30 Tage haben die Crews für den neuen Regattakurs über insgesamt 14.000 Seemeilen von Brest via Rio de Janeiro und Kapstadt zurück in den französischen Starthafen veranschlagt. Der Kurs ist von zwei entscheidenden geografischen Bahnmarken bestimmt: Die sieben Cagarras-Inseln vor Rios berühmtem Ipanema-Strand und Robben Island, wo Nelson Mandela 18 Jahre eingesperrt war, müssen jeweils an Backbord gelassen werden.

Brest Atlantiques 2019

Abschied aus Brest für die Gitana-Segler Charles Caudrelier, Franck Cammas und ihren Media-Mann. Die Trimarane sind im Rennen von Zweihand-Crews plus Fotograf besetzt. Auf dem "Maxi Edmond de Rothschild" ist es der Ocean-Race-erfahrene Yann Riou, der den Einsatz dokumentieren wird

Premiere Brest Atlantiques 2019

Auf großen Plakaten werden die Trimarane, ihre Crews und das jeweilige Team – wie hier Gitana mit dem "Maxi Edmond de Rothschild" – im Hafen von Brest vorgestellt

Premiere Brest Atlantiques 2019

Thomas Covilles Ehrenplakette auf dem Segel-Walk of Fame in Brest

Die Teilnehmer zählen zu Frankreichs populärsten Segelhelden, ihre Boote sind imposant und waren in der vergangenen Woche Ziel Zehntausender Schaulustiger und Segelfans in der bretonischen Hafenstadt Brest, wo sie sich im kleinen, aber so hochkarätigem Regattadorf versammelt hatten. An der Promenade des Quai Tabarly finden sich dort entlang des Segler-Walks of Fame auf den Erinnerungsplaketten auf dem Gehweg bereits die Namen, Großtaten und Handabdrücke von drei der acht Co-Skipper im Zweihand-Rennen um die halbe Welt: François Gabart (schnellster Solosegler um die Welt, "Macif"), Thomas Coville ("Sodebo") und Franck Cammas ("Maxi Edmond de Rothschild") haben sich hier schon infolge vergangener Rekorde verewigt. Die anderen Brest-Atlantiques-Teilnehmer arbeiten noch daran. Es sind Segelgrößen wie Ocean-Race-Sieger Charles Caudrelier, der mit Cammas auf "Maxi Edmond de Rothschild" zu den Favoriten bei dieser neuen Atlantik-Herausforderung zählt. Außerdem Gwénolé Gahinet, der dem Gitana-Team mit François Gabart auf "Macif" Paroli bieten will. An der Seite von Thomas Coville kämpft Jean-Luc Nélias auf "Sodebo Ultim 3" um eine gute Platzierung. Auf "Actual Leader" sind es Yves Le Blevec und Alex Pella, die als Außenseiter ihre Chance suchen.

Brest Atlantiques 2019

Kurz vor Rennstart: Gitanas "Maxi Edmond de Rothschild"

Brest Atlantiques 2019

Kurz vor dem Ablegen herrscht für den Trimaran-Riesen "Sodebo" noch die Ruhe vor dem Sturm

Premiere Brest Atlantiques 2019

Charles Caudrelier und Franck Cammas in ihrem sehr kleinen Steuerhaus beim Interview mit YACHT online

Premiere Brest Atlantiques 2019

Regatta-Direktor Jacques Caraës

Das Rennen hat die Ultim-Klasse selbst kreiert und dafür keinen Geringeren als den charismatischen und extrem erfahrenen Regatta-Direktor Jacques Caraës und dessen Profi-Team zur sportlichen Durchführung angeheuert. Caraës ist selbst ein Star im Land der überbordenden Liebe für den Seesegelsport und seine Helden. Der unweit von Brest lebende Bretone ist ein ehemaliger Regattasegler, der den Atlantik mehr als 25 Male überquert und die Welt viermal umsegelt hat. Der 60-jährige Franzose hat die Giganten und das Regattageschehen entsprechend gut im Griff und schickte die Teams am Dienstag mit dreitägiger Verspätung auf den Parcours, weil ein schwerer Sturm den Start am ursprünglich dafür geplanten Samstag zunächst unmöglich gemacht hatte.

Premiere Brest Atlantiques 2019

Charles Caudrelier im Interview mit YACHT-Autorin Tatjana Pokorny an Bord von "Maxi Edmond de Rothschild" im Hafen von Brest

Superstar François Gabart, dessen "Macif" die Startlinie am Dienstagvormittag um 11 Uhr als erstes der vier Boote überquerte, hatte kurz vor dem Start gesagt: "Wir werden in der Biskaya angesichts der harten Bedingungen vorsichtig sein müssen. Aber die werden uns dafür helfen, die Passatwinde schnell zu erreichen. Wir müssen von Beginn an die richtige Geschwindigkeit für uns und das Boot finden. Unsere Priorität wird es sein, anfangs nicht zu viele Manöver zu fahren." Konkurrent Thomas Coville sagte: "Die ersten Tage in der Biskaya werden anstrengend. Wir müssen von Beginn an hochkonzentriert agieren. Es gibt keinen Raum für Fehler. Ich kann sehen, was in diesen ersten Stunden auf dem Spiel steht. Besondere Sorgen mache ich mir deshalb aber nicht. Wir müssen die Biskaya relativ zügig durchqueren. Danach wird es ein absolut fabelhafter Ritt nach Rio werden."

Hier geht es zum Live-Tracker.

Die vier Trimaran-Giganten am Starttag

Tatjana Pokorny am 05.11.2019

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