Brest Atlantiques

Der Underdog kann auch beißen

Das technisch unterlegene Boot "Actual Leader" kämpft um jeden Meter und verteidigt sich gegen "Macif", die schon vorbei zu sein schien. "Sodebo" gibt auf

Andreas Fritsch am 25.11.2019
Brest Atlantiques Actual Leader Regatta 2019 PR_DJI_0005_0
Ronan Gladu/Actual Leader

Es ist ein Kampf David gegen Goliath: Yves Le Blevec und Alex Pella segeln mit der "Actual Leader" das älteste Boot, das mit der ältesten Foil-Technik an Bord und sind das Team mit dem kleinsten Budget. Trotzdem nutzen sie ihre Chance, die ihnen die mittlerweile diversen Reparatur-Stopps der Top-Teams beschert: Während François Gabart und Gwénolé Gahinet mit ihrer "Macif" in Kapstadt einen Reparatur-Stopp einlegen mussten, übernahm das einzige Team, das bislang ohne Halt durchkam, den zweiten Platz.

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Stand des Rennens heute Morgen

Als "Macif" dann wieder in See stach, sah es zunächst so aus, als ziehe das deutlich schnellere Boot mühelos innerhalb von einem Tag wieder an "Actual Leader" vorbei. Doch dann wagten Le Blevec und Pella eine riskante Wetter-Taktik dichter unter der afrikanischen Küste entlang, während "Macif" nach Westen segelte. Beide versuchen das sich schnell ausdehnende St.-Helena-Hoch mit seinen flauen Winden zu umfahren.

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So soll die Wetter-Situation in 36 Stunden sein. "Macif" könnte in der Schwachwind-Rinne hängenbleiben und müsste einen weiten Umweg gen Westen segeln, während die beiden Konkurrenten gerade noch nach Norden durchkommen

Derzeit hat es den Anschein, als ob der Taktik-Poker von Le Blevec und Pella aufgehen könnte. Sie liegen nur knapp 197 Meilen hinter der führenden "Edmond de Rothschild", aber fast 370 Meilen vor "Macif". Und derzeit sieht es nicht so eindeutig danach aus, dass der lange Schlag in Richtung brasilianischer Küste sich für "Macif" auszahlt. Doch wird sich wohl erst in ein, zwei Tagen zeigen, welche Taktik die bessere ist.

Zu Ende ist das Rennen dagegen für Thomas Coville und Jean-Luc Nélias mit "Sodebo Ultim 3". Bei ihrem Reparatur-Stopp im Kapstadt, der nötig geworden war, weil sie Treibgut überfahren und ein Ruderblatt abgerissen hatten, stellte sich heraus, dass die Schäden größer sind als gedacht. Mit einem einfachen Wechsel des Ruderblattes ist es nicht getan, daher erklärten sie am Wochenende ihren Ausstieg aus dem Rennen.

An der Spitze segelt unangefochten "Edmond de Rothschild".

Andreas Fritsch am 25.11.2019

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